Mehr Fördermittel gewünscht

Vom 28. Juli bis 5. August findet in Starnberg, Seefeld und Herrsching zum dritten Mal das „Fünf-Seen-Filmfestival“ statt. Über die zu erwartenden Highlights 2009, über Probleme mit Fördermitteln und öffentlicher Wahrnehmung sprach Kreisboten-Mitarbeiter Milo Paulsen mit dem Festivalgründer Matthias Helwig.

KB: Worauf dürfen sich die Besucher in diesem Jahr freuen? Helwig: Auf die Retrospektive mit dem Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff („Die Blechtrommel“, 1979) zum Beispiel. Er wird zwei seiner Filme vorstellen. Dann haben wir die Berlinale-Gewinner 2008, „Tropa de Elite“ (Brasilien), und „Song of Sparrows“ (Iran) sowie einen der preisgekrönten Filme von Venedig 2008, „Wild Fields“, im Programm, samt dem russisch-georgischen Regisseur. Insgesamt laufen an den acht Tagen 80 Lang- und Kurzfilme in sechs Sektionen. Wir freuen uns auf Filmgespräche mit einer ganzen Reihe von Regisseuren. KB: Es geht also weiter bergauf mit dem Festival? Helwig: Inzwischen kommen erfreulicher Weise für den Wettbewerb deutschsprachiger Filme die Regisseure/Produzenten ganz von selbst auf uns zu – heuer werden es sechs Filme sein, zwei aus Deutschland, zwei aus Österreich und einer aus der Schweiz. Die Sektionen neben der Retrospektive werden heißen: „Bester Film Fünf-Seen-Filmfestival“, „Nachwuchsfilme“, „Horizonte“ – das sind Filme mit gesellschaftlichem Engagement, dann „Neue deutsche und internationale Filme“, „Kino der Entdeckungen“, „Kinder- und Jugendfilme“ und „Open Air-Kino“. KB: Das Kopfsprung-Plakat zum 3. Fünf-Seen-Filmfestival sagt ja schon alles… Helwig: Ja, sommerliches Eintauchen in etwas Neues – Spritziges, Unentdecktes, Tiefgründiges, wenn man so will. KB: Springt die Stadt Starnberg mit ins Wasser? Helwig: Also, wenn das alles weiter wachsen soll, sind ganz andere Fördermittel nötig – im fünfstelligen Bereich. Und zwar nicht für mich, das möchte ich betonen, sondern zu Gunsten des Festivals und des vom Betrieb meiner Kinos sauber getrennten gemeinnützigen Fördervereins „Weitwinkel“, der das Ganze ja langfristig auch von der Arbeit her stemmen soll. Momentan hat der Verein leider noch Probleme, vom Finanzamt seine Gemeinnützigkeit anerkannt zu bekommen. Die haben dort offenbar keine rechte Ahnung, dass so ein Festival zu 70 Prozent überhaupt nur von Fördermitteln leben kann, also beileibe nicht gewinn-orientiert ist. Kein Festival, nirgends! Aber der Bezirk Oberbayern und hoffentlich auch der Landkreis zeigen sich diesmal ziemlich großzügig. Und eine Stadt wie Starnberg? Spendet 500 Euro, weil viele dort anscheinend immer noch meinen, ich stecke das Geld selber ein. In Wahrheit käme das Festival ohne mein eigenes Zubut-tern und ohne besondere Förderer wie den privaten Spender Matthias Veltrup – er gibt 1.500 Euro! - oder die Germeringer Firma „Kinoton“ gar nicht über die Runden, im nächsten Jahr werde ich mir das auch nicht mehr leisten können – schon von der gewaltigen Arbeit her, die im Vorfeld auch diesmal wieder nur auf ganz wenigen Schultern ruht. Was Starnberg und Herrsching heuer beisteuern, ist da fast schon peinlich wenig, und die letztgenannte Gemeinde will für ihren Beitrag auch noch Gegenleistungen beim Open Air. Seefeld gibt dagegen großzügig und ohne ein Gegengeschäft! Wenn man sich anschaut, wie viel Geld anderweitig, auch im Kulturbereich, im Handstreich locker gemacht wird…. KB: Man müsste doch den immensen Werbewert eines solchen Festivals für eine Stadt oder eine Gemeinde in den Rathäusern allmählich erkennen? Da kommen Leute aus München oder von noch viel weiter her, lassen Geld da, beleben die Stadt, machen so ein Festival auch zum gesellschaftlichen Ereignis! Auch die Filme müssten man in der Schlossberghalle zeigen können, mit 400 Besuchern; dort sollten auch die Pressekonferenzen laufen, sollte sogar das Organisationszentrum sein. KB: Die Kommunalpolitiker sind also noch stärker gefordert, wenn es das Festival weiter geben, wenn es seinen Stellenwert kontinuierlich und im Sinne der Region erhöhen soll? Helwig: Ohne das Wohlwollen der Politik wird es auf Dauer nicht gehen. Es soll ja wachsen, auch um das Fünfseenland weiter bekannt machen. Vielleicht kommen eines Tages ja Dießen oder andere Orte hinzu – heuer nimmt schon das Stadttheater Landsberg teil.

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