Mehr Gewicht auf Erhalt der Artenvielfalt

Neue Ziele ohne die alten zu vernachlässigen beschloss der Verwaltungsrat der Ammersee Wasser- und Abwasserbetriebe (AWA) in Herrsching. Unter anderem soll mehr noch Gewicht auf den Gewässerschutz und den Erhalt der Artenvielfalt gelegt werden. „Wichtig ist dabei die enge Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft“, stellte AWA-Geschäftsführer Hermann Doblinger fest.

Waren noch Mitte der 60er Jahre die Begriffe Umwelt- und Gewässerschutz unbekannt, hat sich die Einstellung gegenüber dem Erhalt von Fauna und Flora gravierend verändert. Begradigte und zum Teil unterirdisch verlegte Bäche werden wieder in ihre ursprüngliche Form gebracht und auch beim Straßenbau ist eine Umwelt-Prüfung im Zuge des Verfahrens unumgänglich. Auch die AWA in Herrsching, vor fast fünf Jahrzehnten als kommunaler Zweckverband zur Abwasserbeseitigung gegründet, hat sich den Einstieg in die autonome Energieversorgung, den nachhaltigen Gewässerschutz und den Erhalt der Artenvielfalt auf die Fahne geschrieben. In ihrem Vortrag auf der Klausurtagung der Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden Herrsching, Seefeld, Inning, Wörthsee, Andechs, Pähl und Wielenbach stellte Ines Bethge, Mitarbeiterin der AWA, diverse Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität (biologische Vielfalt) vor. Unter anderem finden innerhalb der AWA Mitarbeiterschulungen statt, wird Wert auf eine späte Mahd der eigenen Grünflächen gelegt, was zur Arterhaltung beiträgt und es soll eine Streuobstwiese in Inning angelegt werden. Thema war außerdem der Biber als Landschaftsgestalter. „Keine zweite Tierart in Bayern leistet so viel für die Artenvielfalt und den Hochwasserschutz wie der Biber“, betonte Bethge. „Er ist ein Baumeister der Natur, von dem wir Menschen profitieren. Alles, was der braucht, ist ein Mindestmaß an Raum, der unseren Bächen und Flüssen heute aber meist fehlt. So kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Mensch und Biber.“ Entlang des Aubachs habe der fleißige Landschaftsgärtner mittlerweile ein Refugium gefunden, wo er relativ ungestört sein Naturell ausleben kann.  Bereits 1995 wurde ein Gewässerpflegeplan für ein Teilstück des Aubach erstellt. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind bereits umgesetzt, sagte Bethge. Mit im Boot sind außer der AWA noch die Gemeinde Seefeld, ein Biberberater, der Aubachtalverein und Graf Toerring. Bereits im Sommer ist geplant, eine Uferbefestigung aus Weiden anzufertigen, die dann mit Substart aufgefüllt wird. Bethge: „Hierfür können die Zweige der vom Biber gefällten Bäume verwendet werden.“ Des Weiteren ist innerhalb der AWA die Projektierung von Biogasanlagen vorgesehen. Als Futter für die Biogas-Bakterien dienen dann das Grüngut aus der Landschaftspflege, die Gülle, der Pferdemist und der Bioabfall. Erklärtes Ziel sei, „die strukturelle Vielfalt der Landschaft zu bewahren“ und dadurch zu verhindern, dass aus Grünland und Brachflächen Maismonokulturen entstehen.

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