Mehr Platz für Floriansjünger

Gut Ding braucht Weile, so konnte vergangene Woche endlich der Anstich für das neue Feuerwehrhaus in Oberalting stattfinden. Schon im März 2008 wurde eine erste Baugenehmigung erteilt. Auf Grund schlechter Bodenverhältnisse gab es jedoch „viele Änderungen“ und entsprechende Neuplanungen, um die dadurch neu entstehenden Kosten im Rahmen zu halten.

Stellvertretend begrüßte der zweite Bürgermeister Max Seidl (CSU) die Verantwortlichen und interessierten Besucher, bei strahlendem Sonnenschein, am Janweg gegenüber des Seefelder Sportplatz, zum Spatenstich. Das rund 40 Meter lange und 18 Meter breite Gebäude mit großzügiger Außenfläche soll „so schnell wie es geht, aber ohne Qualitätsverluste“ wie Architekt Florian Grandl bei seiner Rede versicherte, fertig gestellt werden. Er rechnet noch 2010 mit der Schlüsselübergabe. Ursprünglich seien die Gemeinderatsbeschlüsse für den Neubau eher schlecht ausgefallen, meinte Seidl, um so glücklicher sei er nun über das Ergebnis, denn die neue Bleibe der Seefelder Feuerwehr werde auf dem höchsten technischen Niveau gebaut. Für fünf Einsatzwagen wird ausreichend Platz in der Halle sein und ein zusätzlicher Stellplatz soll für einen Rettungswagen an das Rote Kreuz vermietet werden. Die Außenflächen bieten weitere Stellplätze, sollte der Fuhrpark der Feuerwehr irgendwann erweitert werden müssen. Ganz neu bekommt die Feuerwehr eine Atemschutzkammer und eine Schlauchpflegeanlage, die auch von den benachbarten Gemeindefeuerwehren genutzt werden sollen. Einer „der wichtigsten Punkte“, so der Seefelder Ortskommandant der Feuerwehr, Harald Wagner, seien die ausreichenden Lagerflächen für Geräte, die nicht bei jedem Einsatz gebraucht würden und für spezielle Behälter, in welchen gefährliche Materialien vorübergehend gelagert werden können. Außerdem werden sich die Feuerwehrmänner in Zukunft über einen Abgas-Abzug und einen Ankleideraum freuen dürfen. So müssen sie nicht mehr, wie bislang, hinter den Fahrzeugen in ihre Ausrüstung springen und unsichtbar für den Fahrer die Auspuffgase inhalieren. Positiv sei auch die Tatsache, dass sich durch die neuen Anfahrzonen, abfahrende und ankommende Fahrzeuge nicht mehr in die Quere kommen können, wie das bislang der Fall war. Ganz abgesehen von den Feuerwehr spezifischen Verbesserungen wird das Gebäude die geforderten Energiewerte nicht nur einhalten, sondern übertreffen, wie Stephan Dallmair aus dem Seefelder Bauamt bestätigte. Vermutlich würde es sogar den 2012 zu erwartenden neuen Verordnungen gerecht werden. Den Verzögerungen bis zum Baubeginn lag die schlechte Bodenbeschaffung zu Grunde. Ursprünglich war eine Teilunterkellerung geplant. Nach Prüfung, der Situation und der mangelnden Statik kam man zu dem Schluss, dass eine Vollunterkellerung in jeder Hinsicht günstiger sei. Daraufhin startete die Debatte wie der dazu gewonnene Keller genutzt werden könne. Nach einigem Hin und Her fand man eine, vor allem für den Seefelder Schützenverein, positive Lösung. Der seit geraumer Zeit heimatlose Verein, der momentan in Drößling gastweise untergebracht ist, wird dort sein neues Zuhause finden. So waren denn auch alle Vertreter der Gemeinde, der Feuerwehr und des Schützenvereines fleißig am Spaten zu Gange, als zum Anstich gebeten wurde - begleitet von den guten Wünschen des Architekten Grandl, der auf eine „unfallfreie Zeit und das Ausbleiben unangenehmer Überraschungen“ hoffte. Über die Kosten hält man sich noch bedeckt. Durch die vielen Änderungen, die nicht nur den Keller sondern auch die Außenfaßade betreffen, bei der sowohl aus kosten- wie energiesparenden Gründen auf Glasflächen verzichtet wird, ist fraglich ob die im September 2007 geschätzten 1,3 Millionen Euro reichen werden. Das Architektenbüro verrechnet zurzeit alle neuen mit den ursprünglich geplanten Maßnahmen. Hier stecke der Teufel im Detail, wie Dallmair meinte, „und niemand möchte Zahlen bringen, die am Ende nicht genau stimmen“. Es gebe bereits einen „vorzeitigen Baubescheid“, in dem die Zuschüsse für die Stellplätze zu je 40.000 Euro, also gesamten 240.000 Euro und für die Schlauchpflegeanlage mit 30.000 Euro aufgeführt seien, aber auch das könne noch nicht als endgültige Bestätigung gewertet werden, so Dallmair.

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