Ein tolles Projekt, das Unterstützung von vielen weiteren Paten braucht

Mehr als nur "Rettet die Bienen! "

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Der Landwirt Roland Koböck mit seinen Kühen auf dem Hof.

Unterbrunn – Bienen und andere Insekten retten … aber wie? Mit der Blüh- oder Ackerwildkrautpatenschaft! Die Familie Koböck aus Mitterwies startete dieses Projekt nach der positiven Resonanz auf das Volksbegehren „Rettet die Bienen!“. „So viele Menschen haben ihre Unterschrift abgegeben – jeder sollte auch wirklich direkt etwas dafür tun. Unser Patenschaftsprojekt ist nur eine von vielen Möglichkeiten, sich aktiv zu beteiligen.“, so Roland Koböck. Sein Ziel ist es, möglichst viele Menschen zu motivieren, sich nach ihrer Stimme für die Artenvielfalt auch aktiv für die Natur einzusetzen. Dabei soll jeder für sich entscheiden dürfen, auf welche Art und Weise er sich für die Natur stark macht. Durch die Übernahme einer Patenschaft wäre ein großer Schritt in diese Richtung getan.

Um ihr Projekt richtig anzugehen, haben Roland Koböck und seine Freundin Annika Friedl sich Rat bei dem zuständigen Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten eingeholt. Dort wurde der Kontakt zum Bund Naturschutze Kreisgruppe Starnberg hergestellt. Ein gemeinsames Treffen auf dem Hof und die Besichtigung des insgesamt 8,4 Hektar großen Ackers mit den Experten, brachte das endgültige Konzept des Projektes hervor. 

Das Projekt ist vorerst auf drei Jahre angesetzt. Wenn es gut läuft, wird die Laufzeit verlängert und auch die Flächengröße von fünf auf 8,4 Hektar vergrößert. Die bisherige Fläche teilt sich in zwei. 

Die eine Hälfte (2,5 Hektar) wird mit einer heimischen Blühmischung angesät. Diese soll einen Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und Hummeln bieten, aber auch Vögeln und Wildtieren als Nahrungsquelle und Schutz dienen. Wichtig ist hierbei, dass es sich um ein Saatgut handelt, das ausschließlich Pflanzen hervorbringt, die auch natürlicherweise in der Umgebung entstehen könnten – kontraproduktiv wäre hier also eine reine Blütenmischung, die nur einem kleinen Spektrum an Insekten dient – ein solch heimisches (autochthones) Saatgut ist sehr teuer! Zudem soll die Blühfläche keinenfalls vor dem dritten Jahr umgebrochen werden – Sie wird somit für 3 Jahre komplett aus der normalen Bewirtschaftung genommen. 

Die restlichen 25.000 Quadratmeter sollen der Förderung der Ackerwildkrautpatenschaft zugute kommen. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft sind die Ackerwildkräuter weitgehend verloren gegangen. Etwa ein Drittel der etwas über 300 Ackerwildkrautarten stehen deshalb auf der Roten Liste, sind schon ausgestorben oder vom Aussterben bedroht. Mit Ihnen sind Insekten gefährdet, die sich auf ganz bestimmte Arten dieser Kräuter spezialisiert haben. Um das Wachstum der Ackerwildkräuter zu fördern, wird Getreide wie Hafer oder Dinkel in weitem Reihenabstand angebaut. So haben die Kräuter eine Chance, von selbst wieder aufzukeimen. Gesät werden diese nur vereinzelt bzw. gezielt nur am Rand der Fläche. Auf die Ausbringung künstlicher Dünger und Pflanzenschutzmittel wird selbstverständlich auch bei der Ackerwildkrautfläche verzichtet. Alle „ungewollten“ Kräuter werden manuell entfernt. Die Ackerwildkräuter benötigen im Gegensatz zur Blühfläche einen jährlichen Umbruch und eine Neueinsaat von Getreide. 

Um dieses Projekt zu finanzieren braucht die Familie Koböck die Unterstützung von Paten: 

Die umfangreichste ist die„Blühpatenschaft Gold“ für 100 Quadratmeter Blühfläche. Sie kostet einmalig 150 Euro für drei Jahre. Der Beitrag deckt die Kosten für den Ertragsausfall, das Saatgut, die Vorbereitung und die Pflege der heimischen und insektenfreundlichen Saatgutmischung. Die Paten erhalten ein Zertifikat auf Graspapier und je Patenschaftsjahr ein Glas Honig von Bienenvölkern, die in der Nähe der Fläche leben. Auf Wunsch werden die Paten auch namentlich auf einer Tafel am Feldrand erwähnt. 

Auch für die„Silberpaten“ wird auf Wunsch eine Tafel aufgestellt. Sie erhalten ein Zertifikat auf Graspapier über eine dreijährige Patenschaft von 50 Quadratmeter Blühfläche für 75 Euro. 

Bei der„Blühpatenschaft Bronze“ gibt es für 38 Euro 25 Quadratmeter Patenschaftsfläche. Außerdem wird den Paten ein Zertifikat per E-Mail zu gesendet. Auch Kinder können Paten werden! 

Für drei Euro werden die Kleinsten bei der„Kinder-Blühpatenschaft“ Paten von einem Quadratmeter der Ackerfläche. Diese Patenschaft ist allerdings nur in Verbindung mit einer Gold- oder Silberpatenschaft möglich. Der Name des Kindes wird optional auf dem Schild am Feldrand ebenfalls niedergeschrieben und das Kind erhält ein eigenes Zertifikat. 

Für Kooperationen mit Firmen haben sich Roland Koböck und seine Freundin Annika Friedl ein besonderes Patenschaftsmodell ausgedacht: 

Damit auch kleinere Firmen sich die Patenschaft leisten können, staffelt sich die Größe der Patenschaftsfläche nach der Anzahl der Mitarbeiter. 10 Quadratmeter je angestellten Mitarbeiter können zu 15 Euro für drei Jahre gefördert werden. Es gibt je Mitarbeiter ein kleines Gläschen Honig. Das Unternehmen wird auf Wunsch namentlich am Feldrand und auf der Homepage www.bluehpatenschaft-muenchen.de als „Firmenpate“ vorgestellt. Auch ein Zertifikat für die Firmenräume wird auf Graspapier ausgestellt. 

Aber auch die zweite Hälfte des Ackers muss bepflanzt werden. Hierzu gibt es die „Ackerwildkraut-Patenschaft“, die einmalig 99 Euro für drei Jahre kostet. Hier wird die Fläche von je 100 Quadratmeter extensiv bewirtschaftet und gepflegt um Ackerwildkräuter zu fördern. 

Neben dem Patenschaftsprojekt bewirtschaftet der Landwirt Roland Koböck seine anderen Flächen unter Anderem mit Getreide und Mais. Zudem widmet er sich seinen Kälbern auf der Weide, den Hühnern im Garten, den beiden Hunden und Katzen, die das Leben auf dem Hof zu einem Vollzeitjob machen. 

Für jeden Interessierten werden auch gerne ein paar der regionalen Samen für den Garten oder Balkon mit abgegeben. 

Wie werde ich Pate? 

Alle Paten können ihre Fläche besichtigen. Außerdem gibt es Bilddokumentationen auf der Homepage und auf Instagram (bluehpatenschaft). Pate kann man ganz einfach werden, indem man sich auf der Internetseite www.bluehpatenschaft-muenchen.de anmeldet oder die Familie direkt unter Tel.: 0172 90 78 723 oder per E-Mail: bluehpatenschaft089@gmail.com kontaktiert.

Von Lisa Livancic

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