Mehr Service für die Urlaubsgäste

Tutzing – Das Vetterl-Haus, ältestes und denkmalgeschütztes Gebäude in Tutzing, wird zur Tourismuszentrale der Gemeinde umgerüstet. Der Haupt-, Finanz- und Werkausschuss beschloss in seiner jüngsten Sitzung, das lange Zeit gastronomisch genutzte Haus an der Tutzinger Hauptstraße einer Generalsanierung zu unterziehen, um das geplante Büro mit ehrenamtlichen Mitarbeitern ganzjährig betreiben zu können.

Dem Konzept eines professionellen Touristik-Managers, im Vetterl-Haus einen Mischbetrieb aus Büro und Café zu installieren, wurde ebenso eine Absage erteilt wie den Plänen des Bäckers Stephan Meier, der für eine Verlagerung seines bestehenden Geschäfts in Richtung Zentrum sogar eine Drehung des Gebäudes hin zur Hauptstraße ins Auge gefasst hatte. Mit der künftigen Nutzung als Tourismusbüro ergreife man die günstige Gelegenheit, „nach dem Freiwerden des Hauses etwas für den Fremdenverkehr zu tun“, sagte der Tourismus-Referent des Gemeinderats, Armin Heil (CSU) bei der Vorstellung des Konzepts. Noch am gleichen Abend, unmittelbar nach der Ausschusssitzung, schritt Heil zusammen mit örtlichen Gastronomen und interessierten Tutzinger Bürgern zur Gründung eines örtlichen „Tourismus-Vereins“: „Mit einem zentralen Anlaufpunkt für Touristen bleibt letztlich auch Kaufkraft am Ort“, argumentierte Heil. Gäste erwarteten sich Service, flexible Öffnungszeiten eines solchen Büros: „Sie wünschen sich, hier willkommen geheißen zu werden.“ Die durchschnittlichen Übernachtungszahlen von Besuchern Tutzings (pro Jahr 55.600) hätten sich für 2008 zwar auf rund 60.000 erhöht – im Vergleich zur Nachbargemeinde Bernried (jährlich 250.000 Übernachtungen) gelte es dennoch, die „vielen Alleinstellungsmerkmale“ (Heil) der See-Gemeinde besser zur Geltung zu bringen. Man werde den Leuten „Tutzing schmackhaft machen“, kündigte der Tourismusreferent an: Gestaffelte Jahresbeiträge der örtlichen Gastronomie und Hotellerie (je nach Betten-Angebot von 45 Euro bis zu 250 Euro) sollen den laufenden Betrieb finanzieren helfen. Die einstimmig beschlossene „große Sanierungslösung“ (geschätzte Kosten: 80.000 Euro) hat indes die Gemeinde zu stemmen, und sie wird auch nur vorbehaltlich der anstehenden Haushaltsberatungen für 2010 Realität werden: Gabriele Förster (FG) und Renate Geiger (SPD) hätten sich durchaus auch einen Miete zahlenden Touristik-Profi wie den Event-Manager Klaus Lang im Vetterl-Haus vorstellen können: Der hatte dort einen Mischbetrieb aus Tourismusbüro und Café vorgeschlagen und für den „Tutzinger Stachus“ gleich ein umfassendes atmosphärisches Konzept samt „Balsamico-Seminaren beim Italiener“ parat – allein die räumliche Enge im Vetterl-Haus ließ die Gemeinderäte hieran jedoch zweifeln (8:2 abgelehnt). Bäcker Meier junior, der nach eigenen Angaben wegen geplanter „Gebäudeveränderungen“ in der angestammten Filiale Hauptstraße 109 an einem Standortwechsel sehr interessiert ist, wird wohl nicht zum Zuge kommen, weil man „keine Konkurrenzsituation schaffen“ wolle zur bestehenden Bäckerei am Tutzinger Marienplatz, so Armin Heil. Im Sommer 2010 könnte - nach ersten Sanierungsarbeiten - zumindest ein provisorischer Betrieb des gemeindlichen Fremdenverkehrsbüros anlaufen: Klaus Götzl vom Tourismusverband hat bereits angeboten, die ehrenamtlichen Mitarbeiter zu „schulen“.

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