200 Mitglieder

Dass „Seine Kaiserliche Hoheit Otto von Habsburg“ am Freitagabend dem Hotel Kaiserin Elisabeth gleichsam einen „Verwandtschaftsbesuch“ abstattete, war zweifellos einer der Höhepunkte des Festabends zum zehnjährigen Bestehen der „CSU-Senioren-Union Starnberg“. Das einstige österreichische Dragoner-Wort „Auf Gott vertraun – Kraft’ zugehaun!“ rief der gerade aus Paris herbei geeilte, mit fast 96 Jahren immer noch rüstige Alterspräsident des Europa-Parlaments und Ehrenvorsitzende der Senioren-Union den versammelten Jubilaren zu. Die fühlten sich zum Jubiläum prompt ebenfalls frisch und jugendlich und konnten im Laufe der von Hans Hruschka bestens organisierten und vom Starnberger Vorsitzenden Klaus Huber souverän moderierten Feier sogar das 200. Mitglied in ihren Reihen begrüßen.

Grußworte von Landrat Karl Roth, vom Bezirksvorsitzenden der Senioren-Union, Jürgen von Poblotzki, vom Kreisvorsitzenden Kurt Vinzens und durch den Starnberger CSU-Vorsitzenden Josef Huber folgten, ehe die damalige Wegbereiterin Hannelore Hartmann an die Gründungsgeschichte erinnerte, die vor zehn Jahren sieben Mitglieder in den „Bayerischen Hof“ zusammengeführt hatte: Ein eigenes politisches Gremium, in dem sich die auch nicht zur CSU gehörige Senioren artikulieren könnten, sei – so Hartmann – vom damaligen Kreisvorstand ihrer Partei „ungefähr als das Überflüssigste bezeichnet worden, das man sich vorstellen konnte.“ Als die damalige Kreisvorsitzende Luitgard Plössl-Neuger ihr sogar entsprechende Aktivitäten habe verbieten wollen, „habe ich das zur Kenntnis genommen – und bin zur Gründung geschritten“, erzählte Hartmann, die seinerzeit noch nicht mal selber „Seniorin“ gewesen war. Und nun, zehn Jahre später, da die Senioren-Union fester Bestandteil des öffentlichen Lebens geworden ist? Unter dem selbst gewählten Motto „Erfahrung gestaltet Zukunft“ werde die Senioren-Union sich auch künftig immer wieder ins politische Tagesgeschäft einmischen und dabei mit Rat und Tat (Klaus Huber: „6000 Jahre Lebens- und Berufserfahrung sind hier versammelt!“) den Jüngeren zur Seite stehen, hatte Jürgen von Poblotzki versprochen. Der Zoff der Senioren-Union auf Landesebene mit dem frisch gebackenen Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, weil der angeblich „keinen über 60“ im neuen Kabinett haben wollte, sei ja nun ebenfalls „geklärt“, so Poblotzki – man hatte ihn auch fast schon wieder vergessen an diesem festlichen Abend.

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