Moderne Geburtshilfe

Das neue Perinatalzentrum im Klinikum Starnberg hat offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Mit der quasi räumlichen „Wand-an-Wand“-Anbindung der nun insgesamt fünf Kreißsälen an den OP mitsamt der unmittelbaren Nähe der Neugeborenen-Intensivstation sowie der modernen Technik und der hohen Sicherheitsstandards ist die Geburtsklinik auch für Risikogeburten bestens gerüstet - – ohne dabei auf eine „heimelige“ Atmosphäre zu verzichten.

Laut Chefarzt Professor Christoph Anthuber machen Risikogeburten inzwischen gut 40 Prozent aller Entbindungen im Haus aus - ob es sich nun um spät gebärende Mütter handelt, „Frühchen“ ab der 27.Schwangerschaftswoche oder die Geburt von Mehrlingen. Bereits im Vorjahr hatten sich die Mehrlingsschwangerschaften am Starnberger Klinikum verdoppelt. In diesem Jahr erhöhte sich die Zahl noch einmal um 30 Prozent. Immer mehr niedergelassene Gynäkologen empfehlen aus Sicherheitsgründen die Starnberger Geburtsklinik. Jährlich entbinden durchschnittlich rund 2.000 Mütter hier ihre Kinder – von Augsburg bis Garmisch. Mit dem neuen Perinatalzentrum will das Klinikum seine Bayern weite Spitzenposition noch ausbauen. Sechs Monate hat der Umbau bei laufenden Betrieb gedauert und knapp zwei Millionen Euro gekostet. „Wir konnten die Maßnahmen aus eigenen Bordmitteln finanzieren“, freute sich KKH-Geschäftsführer Thomas Weiler bei der Präsentation des neuen Mutter-Kind-Zentrums. Die Zeit „langer Wege“ sowie getrennter Hebammen-Teams ist mit der Fertigstellung der neuen Räume endgültig vorbei. Von dem nun 20-köpfigen Hebammen-Team sind immer eine bestimmte Anzahl rund um die Uhr im Klinikum anwesend. Die „Tür an Tür“-Situation empfinden sie als „Riesenfortschritt“. Bei einem Notfall dauert es weniger als zehn Minuten bis zur operativen Geburt. Weil auch die Intensivschwester praktisch die Geburt durch ein Fenster beobachtet, kann sie sofort Maßnahmen ergreifen, wenn dies nötig wird. Bisher musste man über zwei Stockwerke. Bei der Gestaltung des neuen Mutter-Kind-Zentrums maßgeblich mit gewirkt, haben die Hebammen. Um die Atmosphäre trotz moderner Technik so geborgen und heimelig wie möglich zu machen, entschieden sie sich für Geburtszimmer mit Doppelbetten (die meisten auch mit Entbindungswannen), in denen sich auch die werdenden Väter ausruhen können, für moderne Rot-Töne sowie runde Gebäudeformen im Mutter-Kind-Trakt. Auf das Ergebnis waren bei der Präsentation sowohl Geschäftführer, Planer und Mitarbeiter stolz: Es ist ein extrem angenehmes Ambiente, lautete das einhellige Fazit. Das Ziel moderner Geburtshilfe sei nun erreicht: Individuelle Gebärmöglichkeiten, Sicherheit auf hohem Niveau zum Wohl der Babys sowie eine Raumgestaltung, die Geborgenheit vermittelt und auch hohen Ansprüchen gerecht wird. „Wir haben mit der Ausstattung sogar die Residence getoppt“, war sich KKH-Geschäftsführer Weiler sicher.

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