Der Newsletter: "Unser wichtigstes Informationsmaterial in Corona Zeiten"

Monika Gensheimer vom Katholischen Kindergarten Gilching spricht über den neuen Alltag 

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Hallo aus Gilching! Was sich die Kinder wünschen, schrieben die Eltern auf die bunten Wimpel, die nun am Zaun hängen.

Landkreis / Gilching - Wie geht es weiter? Die am häufigsten gestellte Frage bei den Eltern der Kindergartenkinder des Katholischen Kindergartens in Gilching. "Wir können es nie zeitnah beantworten, weil wir jeweils auf die offiziellen Stellungnahmen des Bayerischen Staatsministeriums warten müssen. Manchmal auch sehr lange. Jedenfalls ist im 341. Newsletter die Ausweitung der Notbetreuung ab dem 11. Mai festgehalten. Ab diesem Zeitpunkt dürfen endlich auch Kinder von einem Elternteil in einem systemrelevanten Beruf zurück in den heißersehnten Kindergarten", erklärte Leiterin Monika Gensheimer auf Nachfrage vom Kreisboten.

Die nächste Öffnung wird für die Vorschulkinder sein. "Wir freuen uns schon sehr auf unsere Kinder. Je mehr Kinder, umso mehr Alltag. Aus pädagogischer Sicht ist es für die Kinder sehr wichtig, zurückzufinden in einen Alltag, wie sie ihn gekannt und meistens geliebt haben. Auch viele Eltern sehnen sich nach ihrem geregelten Tagesablauf. Man glaubt es nicht, welchen Stellenwert das Wort „Normal“ plötzlich bekommen hat", sagte sie. 

Spielen mit Sicherheitsabstand sei kaum möglich. Aber zumindest mit kleineren Gruppen und gut gelüfteten Räumen und viel an der frischen Luft. Es sollen nicht mehr als 50 Prozent der Kinder im Kindergarten sein. Aus medizinischer Sicht kann die Leiterin die 50 Prozent Regelung der Regierung durchaus verstehen. "Vermutlich hat die Politik versucht, einen Mittelweg zu finden. Es ist natürlich sehr frustrierend für die restlichen Familien, die in keine dieser Kategorien passen, um ihr Kind zurück in den Kindergarten zu bringen."

Drei Monate vom Beitrag befreit

Natürlich gibt es Eltern, die Bedenken haben, ihre Kinder bereits jetzt in eine Gemeinschaftseinrichtung zu schicken. Zum Glückt gibt es in Deutschland keine Kindergartenpflicht und so können die Eltern in diesem Fall selbst entscheiden, wie lange sie ihr Kind zuhause betreuen möchten. Für diesen Fall hat die Bundesregierung die Familien für drei Monate vom Beitrag befreit. "Wir hoffen, dass sich unsere Eltern vertrauensvoll mit ihren Fragen und Bedenken an uns wenden, um gemeinsame Lösungen zu finden." 

Mit Abstand begrüßen sich die Kinder im Kindergarten in Gilching.

Der Alltag mit den Kindern ist anders geworden. Die früher sorgsam eingeübten Begrüßungsrituale wie das Händeschütteln und in die Augen schauen wurde abgelöst durch eine höfliche Verbeugung mit aneinandergelegten Händen in gebührendem Abstand. Die täglichen Hygienerituale haben sehr an Bedeutung gewonnen. Das Händewaschen dauert so lange wie zweimal "Happy Birthday" singen oder ein Vaterunser. Die täglich gewechselten Handtücher hängen in ausreichendem Abstand. "Wie vom Gesundheitsministerium empfohlen haben wir unseren großen und weitläufigen Garten zum erweiterten Gruppenzimmer umfunktioniert. Selbstverständlich beantworten wir Fragen und Sorgen der Kinder mit viel Fingerspitzengefühl und hören gut zu, was sie uns erzählen."

Auf Nähe, wie beim Trösten, sollte nicht verzichtet werden

Viele Kinder genießen sogar die Zeit zuhause mit ihren Eltern. Das Corona Geschehen soll den Kindergartenalltag nicht überlagern. Der Kindergarten will den Kindern eine möglichst unbeschwerte, Coronafreie Zeit bieten. Vom Bayerischen Staatministerium für Familie Arbeit und Soziales gibt es keine Empfehlung zum generellen Tragen von Mund und Nasenbedeckungen für das Personal. Auf die gebotene körperliche Nähe zum Kind (zum Beispiel beim Trösten) kann und sollte nicht verzichtet werden. "Unser pädagogisches Personal freut sich auch wieder, wenn das Haus sich langsam immer mehr füllt mit Kinderlachen und fröhlichem Spiel. Allen unseren Familien haben wir einen Wimpel geschickt, auf den sie schreiben dürfen, worauf sich die Kinder „nach Corona“ am meisten wieder freuen. Damit haben wir unseren Zaun geschmückt und wer es lesen will, ist herzlich eingeladen, dies zu tun", sagte Gensheimer. 

Von Alma Jazbec

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