Kein Leasing von Autos

Der mühevolle Weg des Starnberger Betriebshofs zur E-Mobilität

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Anhand eines aktuellen Beispiels wurde auch klar, dass die Umrüstung auf E-Fahrzeuge teurer kommt als eine herkömmliche Erneuerung des Fuhrparks.

Starnberg – Die Stadt beabsichtigt, ihren Fuhrpark sukzessive auf Elektrofahrzeuge umzurüsten. Dieses Vorhaben erweist sich als nicht so einfach, wie bei der jüngsten Stadtratsdebatte deutlich wurde: Der städtische Betriebshof muss trotz des Verschleißes und regelmäßigen Austauschs seiner Fahrzeuge darauf bedacht sein, dass genügend Einsatzfahrzeuge bereit stehen – ausschließlich auf E-Mobilität und die erforderlichen Ladekapazitäten möchte man sich noch nicht verlassen, zumal es eine „Betriebspflicht“ gibt und laut Klaus Huber (WPS) in Anbetracht der rasanten technischen Entwicklung auf diesem Sektor auch die Frage der Ersatzteilbeschaffung eine Rolle spielt.

Anhand eines aktuellen Beispiels wurde auch klar, dass die Umrüstung auf E-Fahrzeuge teurer kommt als eine herkömmliche Erneuerung des Fuhrparks: Ein neun Jahre altes kleineres Fahrzeug mit Verbrennungs-motor „klassisch“ zu ersetzen (es dient zur Leerung von Mülleimern im Stadtgebiet), würde rund 85.000 Euro kosten, eine E-Version 238.000 Euro, also nahezu das Dreifache. Eine 75-Prozent-Förderung dieser Kostendifferenz wäre möglich, so dass nur noch 38.250 Euro als Belastung bei der Stadt verbliebe. Etliche Fahrzeuge des städtischen Betriebshofs lassen sich freilich gar nicht 1:1 auf „E“ umrüsten bzw. ersetzen – es gibt noch kein Angebot auf dem Markt oder die Leistung reicht nicht, so bei einem Allrad-Lkw, der im Winterdienst benötigt wird. Ein sogenannter Schmalspurschlepper in der E-Version hält dagegen nicht länger als fünf Stunden durch ohne Strom-Aufladung – derlei wäre schlicht unpraktikabel, weil das Fahrzeug zehn Stunden am Stück einsatzfähig sein sollte.

Da der Stadtrat bereits 2019 beschlossen hatte, alle Fahrzeuge des Betriebshofs hinsichtlich E-Umrüstung auf den Prüfstand zu stellen, sind auch schon 50.000 Euro für die Verbesserung der dortigen Ladekapazi-täten eingeplant. Doch es gilt neben den technischen auch noch formale Anforderungen zu bewältigen: Die Fahrer von E-Fahrzeugen würden wegen der durch die Akkumulatoren höheren Tonnage u.U. andere, erweiterte Führerscheine benötigen. Stadtrat Franz Sengl (Bündnis 90/Die Grüne) empfahl wegen des „Gewichtsproblems“ bei den Fahrzeugen, auch Gasantriebe zu prüfen. Tim Weidner (SPD) appellierte an die Skeptiker im Plenum, dass die Stadt beim Thema E-Mobilität eine Vorbildfunktion habe – dies überzeugte letztlich die Mehrheit davon, die eingeschlagene Richtung zumindest beizubehal-ten. Vor der Anschaffung von E-Fahrzeugen soll jedoch genau geprüft werden, wenn exakte Kostenauflistungen vorliegen und die in Frage kommenden Fördermöglichkeiten geklärt sind. Von Ludwig Jägerhuber (CSU) ins Spiel gebrachte Leasing-Varianten sind vom Tisch: „Sie rentieren sich nicht, weil die Stadt steuerlich nichts absetzen kann“, erläuterte Kämmerer Thomas Deller.

Von mps

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