Aus für Museumsturm

Ein wehrhafter Löwe bewacht die ausgedehnten Ländereien von Unternehmer Genz, auf denen der umstrittene Mörserturm steht. Foto: Hauck

Zum wiederholten Mal versuchte Siegfried Genz, seinen Schwarzbau genehmigen zu lassen. Diesmal probierte er, den 1996 ohne Baugenehmigung errichteten Turm als „Museumsturm“ für das „weltweit größte Mörsermuseum“ umwidmen zu lassen. Chancenlos war er damit vor dem Berger Gemeinderat, der den Antrag einstimmig ablehnte.

Für reichlich Dynamit hatte im Vorfeld ein Schreiben von Heinz Veauthier gesorgt, des Rechtsanwalts von Genz. Veauthier schickte am Tag der Sitzung einen Brief an Bürgermeister Rupert Monn, in dem er ihn aufforderte, an die Gemeinderäte weitere beiliegende Informationen auszuhändigen, die Monn ihnen „bewusst und gezielt vorenthalten“ habe. Bei den Informationen handelte es sich um den Bauantrag, zweitens um einen Artikel aus „Apotheke aktiv“ von 1999 mit einem zweiseitigen Feature über das Mörsermuseum und drittens um eine Zeitungsglosse von 1996, die zum Inhalt hatte, wie einige Gemeinderäte froh bei der Einweihung des Schwarzbaus dabei gewesen waren. Die Zeitungsglosse war für Veauthier ein Beispiel für die „Hetzkampagne“ der Presse. Er befürchtete, die Gemeinderäte könnten Gefahr laufen, tendenziös redigierte Berichte zu den Genzschen Bauvorhaben „für bare Münze“ zu nehmen und „emotional fehlgeleitet“ auch gegen den Museumsturm zu stimmen. Das stand in einem Brief an die Gemeinderäte, die Veauthier durch Boten an sie verteilen ließ. Weiter appellierte er an die Räte, den Turm als „wertvolles Kulturgut“ nicht vom „Gemeindegebiet zu verbannen“. Seit 1996 seien mehr als 5.000 Besucher zum Mörsermuseum angereist. „Wie gehässig und gefühllos muss man sein, um öffentlich die Abrissbagger herbeizusehnen?“ war einer der letzten Sätze seines Schreibens. In der Sitzung nahm Bürgermeister Rupert Monn Stellung zu Veauthiers Vorwürfen, er habe den Räten Informationen vorenthalten. Die Unterlagen seien dem Gemeinderat mit der Ladung weitergegeben worden. Es sei aber nicht seine Aufgabe, Apothekenzeitungen oder Zeitungsglossen zu verteilen. „Die Bewertung der Ergüsse überlasse ich Ihnen“, war Monns Kommentar zu Veauthiers Schreiben. Der Gemeinderat sei in der Lage, sich selbst eine Meinung zu bilden und lasse sich nicht durch die Presse beeinflussen. Der Mörsermuseumsturm blieb ohne Chance. Ohne weitere Diskussion wurde der Antrag einstimmmig abgelehnt. „Bereits von höchst richterlicher Stelle wurde die Privilegierung weder für einen Aussichtsturm noch für eine Sternwarte anerkannt“, stand in der Begründung. Der Bau ist nicht zulässig, weil er sich auf Landwirtschaftsfläche und im Landschaftsschutzgebiet befindet. Daneben lässt der Turm die Entstehung einer Splittersiedlung befürchten.

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