Musikalische Zeremonie

Starnberg – Die Gebeine von Starnbergs Ur-Bewohnern ruhen wieder in geweihter Erde. An Allerseelen wurden die Skelette aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die vor zwei Jahren bei Bauarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Friedhofs St. Benedikt (neben dem Museum Starnberger See) zufällig entdeckt worden waren, nun in zwei schlichten Särgen auf dem Friedhof St. Josef feierlich beigesetzt. Im Beisein von Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger und seinen Stellvertretern sowie einigen Starnberger Bürgern nahm Stadtpfarrer Werner Haas die Zeremonie vor, die musikalisch vom Bläserensemble der Stadtkapelle Starnberg umrahmt wurde.

In seiner Rede dankte Starnbergs Rathauschef ganz besonders dem ehemaligen Eigentümer des Geländes, auf dem man 2007 und 2008 die Gebeine geborgen hatte. Weder habe der Inhaber Anspruch auf den Besitz der Ausgrabungen erhoben noch die Arbeiten der Experten behindert, sagte Pfaffinger. Weil die Stadt das Areal mit den für Starnberg wichtigen Ausgrabungen – die Archäologen fanden heraus, dass der Ursprung Starnbergs wesentlich weiter zurück liegt als bisher angenommen – als Ort der Erinnerung erhalten wollte, bekam der Inhaber von der Stadt ein anderes Grundstück. Bei den Baggerarbeiten für den geplanten Bau eines Mehrfamilienhauses an der Possenhofenerstraße waren vor zwei Jahren mehr als 300 Gräber gefunden worden. Dort befand sich früher der Friedhof St. Benedikt. Der Ende des 18. Jahrhunderts aufgelassene Friedhof diente fast 1.000 Jahre als Begräbnisplatz der Starnberger Bevölkerung. Nach dem Bau der neuen Pfarrkirche St. Josef im Jahr 1766 wurden die Verstorbenen dann auf dem Friedhof an der neuen Kirche bestattet. Nach der Auflassung des alten Friedhofs, dem Abbruch der alten Pfarrkirche und dem Verkauf des Grundstücks an der Possenhofenerstraße in der Mitte des 19. Jahrhunderts geriet dieser Friedhof in Vergessenheit. Erst der geplante Neubau und die archäologischen Grabungen brachten die Grundmauern der alten Pfarrkirche wieder ans Tageslicht.

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