Gelebte Nächstenliebe

Die Ehrenamtlichen der Inninger Nachbarschaftshilfe

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Die stellvertretende Schriftführerin der Nachbarschaftshilfe Sabina Eisenmann und die Ehrenamtliche Gerti Huber stimmen ihre Termine ab.

Inning – Nachbarn helfen Nachbarn: Seit 40 Jahren setzt sich die Inninger Nachbarschaftshilfe für Menschen in Not ein – was ohne die vielen Freiwilligen nicht möglich wäre.

Sie erledigen Fahrdienste, gehen einkaufen, waschen, putzen, besuchen Alleinstehende im Krankenhaus, leiten Selbsthilfegruppen und backen Kuchen; sie arbeiten unentgeltlich oder gegen eine kleine Aufwandsentschädigung - und sie sind die gute Seele Innings: die Ehrenamtlichen der Nachbarschaftshilfe. „Was früher die Familie aufgefangen hat“, sagt die stellvertretende Schriftführerin Sabina Eisenmann, „übernehmen heutzutage Ehrenamtliche.“ 

1972 ist die Inninger Nachbarschaftshilfe gegründet worden und seither nicht nur für die Mutter, die am 23. Dezember im Büro der Nachbarschaftshilfe stand und nicht wusste, wie sie über die Feiertage kommen sollte, eine Anlaufstelle für Verzweifelte. Mit der Mittellosen ist Eisenmann einkaufen gegangen. „Für den Autoaufbereiter haben wir beim Adventkalender der Süddeutschen Zeitung eine Stelle gefunden, die ihm den Führerschein bezahlt.“ Sonst hätte er seinen Job verloren. Das Fundament des Vereins jedoch ist ohne Frage die gelebte Nächstenliebe der rund 80 Ehrenamtlichen, die sich selbstlos und unermüdlich für ihre Mitmenschen einsetzen. Die 80-jährige Ellen zum Beispiel, die seit Jahren jeden Tag mit ihrem Fahrrad den steilen Berg zum Schorn hochradelt und dort eine Alleinstehende besucht. Oder Gerti Huber, die 2009 in der Nachbarschaftshilfe als „Helfer in der Not“ angefangen hat – und heute gemeinsam mit Angelika Reeg unter anderem das Trauercafé leitet. „Hier haben Trauernde die Möglichkeiten sich auszutauschen, ihr Schicksale miteinander zu teilen, angenommen zu werden und wieder Hoffnung zu finden“, erzählt Huber und stellt immer wieder fest, wie sehr Trauer verbindet. „Es ist erstaunlich, wie selbst unterschiedlichste Charaktere unterschiedlichster Herkunft in ihrem Schmerz zusammenfinden.“ Mit Ritualen, Gesprächen und bei Kaffee und Kuchen werden positive Momente geschaffen und Wege für die Trauernden zurück ins Leben gesucht. Gerti Huber absolvierte eine Ausbildung im Hospiz, durchlief die obligatorische Basisschulung für Helfer und eine Ausbildung für Demenzkranke. „Wir legen Wert auf qualifizierte Mitarbeiter und verpflichten sie zu regelmäßigen Fortbildungen“, erklärt die Schriftführerin. Für das Büro kommt die Gemeinde auf, die Hilfe finanziert sich durch Vereinseinnahmen und Spenden. Die Inninger, betont auch die 1. Vorsitzende  Gabriele Kaller, stehen geschlossen hinter der Nachbarschaftshilfe, unterstützen sie in jeder Form.

Und fragt man Gerti Huber, was sie in ihrer Selbstlosigkeit antreibt, muss sie keine Sekunde nachdenken: „Weil ich mehr zurückbekomme, als ich gebe!“ 

Die Nachbarschaftshilfe befindet sich am Enzenhofernerweg 9 in Inning und ist erreichbar unter der Telefonnummer 08143/7335 oder per E-Mail an info@nbh-inning.de. Spenden an Nachbarschaftshilfe Inning e.V., VR Bank Inning, BLZ 70093200, Kto Nr. 64 20 265.   mk

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