Für ein nachhaltiges Arbeiten

Landkreis - „Die Umwelt entlasten und gleichzeitig Kosten sparen“ ist das Motto des betrieblichen Umweltmanagementprogramms Ökoprofit, einem 1991 in Graz (Österreich) entwickeltem Kooperationsprojekt zwischen Kommunen und Betrieben. In Deutschland wurde es erstmals im Rahmen der Münchner Agenda 21 umgesetzt. Mittlerweile haben sich bundesweit rund 2.000 Betriebe in über 90 Standorten angeschlossen. Darunter auch Firmen aus dem Landkreis Starnberg. Zusammen mit dem Nachbarn Weilheim-Schongau werden nun erneut Betriebe gesucht, die an dem Ökoprofit Förderprogramm teilnehmen wollen - Bewerbungsschluss ist der 31. Oktober.

Neun Betriebe haben im Landkreis Starnberg Ökoprofit bereits erfolgreich umgesetzt. So konnten unter anderem die Klosterbrauerei Andechs, die Marianne-Strauß-Klinik und die Ulenspiegel Druck GmbH in der ersten Runde knapp 165.000 Euro einsparen. Diese Beispiele zeigen für Landrat Karl Roth eindrucksvoll, dass sich das Engagement der Unternehmen lohne. Davon ist auch sein Weilheimer Amtskollege Friedrich Zeller überzeugt. Zudem passe Ökoprofit gut in das Programm „Energiewende Pfaffenwinkel“ hinein. Sieben Unternehmen aus seinem Landkreis haben bereits Interesse signalisiert - darunter ein Kreditinstitut, eine private Klinik sowie ein größerer Industriebetrieb. Sechs sind es im Landkreis Starnberg - hier ist auch eine kommunale Einrichtung dabei. Namen wurden im Rahmen des Pressegsprächs allerdings nicht genannt - da keine endgültige Entscheidung der Interessenten vorliegt. Auch können sich weitere Firmen noch bis Ende Oktober bewerben. Die ideale Teilnehmerzahl liegt bei zehn, da Ökoprofit mit allen Beteiligten gemeinsam durchgeführt wird (sollte es mehr Bewerber geben, wird die Gruppe geteilt). So findet in jedem der Betriebe ein Workshop statt, der auch die Möglichkeit des Informationsaustausches bietet. „Und die Leute lernen sich kennen und sehen, welche Probleme in dem jeweiligen Betrieb vorkommen und wie sie gelöst werden können“, so Christoph Winkelkötter, Geschäftsführer der Starnberger Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (gfw). Ebenso können die Teilnehmer von der Erfahrung der anderen Unternehmen profitieren. Tipps und Unterstützung bei der Umsetzung gibt es von den verantwortlichen Beratern der Firma Arqum. Wie funktioniert Ökoprofit? In acht Workshops werden im Lauf eines Jahres alle umweltrelevanten Themen bearbeitet, die für den Betrieb interessant sind. Kernstück von Ökoprofit ist jedoch die Beratung vor Ort: An vier halbtägigen Terminen wird individuell aufgezeigt, in welchen Bereichen beispielsweise beim Energieverbauch Ansätze für Verbesserungen hinsichtlich Rechtssicherheit, Umweltentlastung und Kostensenkung bestehen. Auch werden konkrete Maßnahmen wie Verantwortlichkeit und Budget für jeden Betrieb festgelegt und die Umsetzung geplant. Hat ein Unternehmen erfolgreich an Ökoprofit teilgenommen, erhält er im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung die Auszeichnung als „Starnberg & Weilheim-Schongau 2010-Betrieb“, die aus Sicht von Arqum-Berater Jörn Peter auch werbewirksam eingesetzt werden kann. Ökoprofit lohnt sich für alle Branchen - ob Dienstleister, Handwerker, produzierende Unternehmen, Vereine, Organisationen oder kommunale Einrichtungen unabhängig von der Zahl der Beschäftigten. Finanziert wird Ökoprofit gemeinsam durch die teilnehmenden Betriebe sowie die beiden Landkreise Starnberg und Weilheim-Schongau. Förderfähige Betriebe erhalten im Rahmen des Bayerischen Umweltberatungs- und Auditprogramms einen Zuschuss, um den Eigenanteil der Unternehmen möglichst gering zu halten. Förderberechtigt sind Betriebe mit bis zu 250 Mitarbeitern und maximal 15 Millionen Euro Vorjahresumsatz. Durch die Förderung verringert sich die Teilnahmegebühr von 4.725 Auf 3.075 Euro. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Ökoprofits werden alle Betriebe in einem Club weiter betreut und bei der Umsetzung der Verbesserungsmaßnahmen unterstützt. Die neue Ökoprofit Runde soll im Januar kommenden Jahres starten. Interessierte Betriebe können sich an die Firma Arqum unter der Telefonnummer 089/12109940 bei Jörn Peter melden. Weitere Informationen gibt es auch bei Umweltberater Herbert Schwarz unter der Telefonnummer 08151/148442 oder bei der Wirtschaftsförderung des Landkreises Weilheim-Schongau, Justina Eibl, Telefonnummer 0881/1276.

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