Neben Andechs wird auch in Dießen, Schondorf und St. Ottilien gespielt

Carl Orff Fest mit neuem Konzept

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Vor dem „Rad der Fortuna“ im Garten des Orff-Anwesens in Dießen-St. Georgen präsentieren sich die Macher des neuen „Carl Orff Festes Andechs & Ammersee“: Florian Zwipf-Zaharia, Prof. Wilfried Hiller, Judith Janowski, Bürgermeister Herbert Kirsch und Gerhard Müllritter (v.l.n.r.). Durch das Bronze-Rad sieht man übrigens hinüber zum Kloster Andechs, wo sich Carl Orffs letzte Ruhestätte befindet.

Landkreis – 27 Jahre lebte und arbeitete der Komponist, Musikpädagoge und Theatermann Carl Orff am Ammersee-Westufer. Da ist es nur logisch, dass man bei der Wiederbelebung der Andechser Carl Orff-Festspiele nunmehr seine Wirkungsstätte in St. Georgen sowie Dießen, Schondorf und St. Ottilien neben Andechs als Veranstaltungsorte mit einbezieht. „Carl Orff Fest Andechs & Ammerse“ ist das neue Konzept betitelt, das im Rahmen eines Medienempfangs im Blauen Salon des Wohnhauses von Carl Orff im Dießener Ortsteil St. Georgen vorgestellt wurde. Mit dabei Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch als Kuratoriumsvorsitzender der Carl Orff-Stiftung. Er begrüßte es ausdrücklich, dass man endlich auch die Marktgemeinde mit in das Programm einbezogen habe: „Schließlich war Carl Orff einer unserer prominentesten Bürger, dessen Werke auf der ganzen Welt aufgeführt werden.“

Das Organisationsteam um Judith Janowski, die Generalsekretärin der Carl Orff-Stiftung, präsentierte ein umfangreiche Festprogramm, das am Sonntag, 8. Juli 2018 anlässlich des Geburtstages von Orff (10. Juli 1895) im „Ziegelstadel“, dem Wohn- und Arbeitshaus des Komponisten in St. Georgen, mit einem furiosen Auftakt beginnt: „Carl Orff und Bert Brecht“, ein Konzert für Chor (Mendelssohn Vocalensemble), Klavier, Schlagzeug und einer Lesung von Stefan Hunstein über die „Erste Begegnung mit Brecht“, der übrigens eine Zeitlang in Utting gelebt hat. Der Eröffnungstag soll die Wechselbeziehung und das kongeniale Zusammenwirken Carl Orffs mit Bertold Brecht aufzeigen. Der Eintritt für die Auftaktveranstaltung ist frei, wobei man sich rechtzeitig Einlasskarten im Dießener Carl Orff-Museum besorgen sollte.

Vielfältiges Programm aus Konzerten, Lesungen und international ausgeschriebenem Carl Orff-Kompositionswettbewerb

Veranstalter Florian Zwipf-Zaharia (Arte-Musica-Poetica) erläuterte ausführlich das Gesamtprogramm, fachkundig assistiert von Prof. Wilfried Hiller, einem Schüler und Freund von Carl Orff und Vorstandsvorsitzender der Carl Orff-Stiftung. Das Fest steht unter dem Gesamtmotto „O Fortuna … Das Weltenrad dreht sich wieder!“ Sein vielfältige Programm zwischen 8. und 12. August 2018 setzt sich aus Konzerten, Lesungen, einem international ausgeschriebenen Carl Orff-Kompositionswettbewerb und einem Workshop für Jugendliche zusammen. Zu den prominenten Mitwirkenden zählen unter anderem die Münchner Symphoniker, der Münchner Bach-Chor unter Leitung von Hansjörg Albrecht, die Singphoniker sowie die bekannten Schauspieler August Zirner, Michael Grimm und Peter Weiß. Spielstätten sind neben dem Florian Stadl im Kloster Andechs der Ziegelstadel in St. Georgen, das Blaue Haus und der Traidtcasten in Dießen, die Heilig Kreuz Kirche in Schondorf und die Klosterkirche St. Ottilien. Mit dem Carl Orff-Fest Andechs-Ammersee soll das Werk Carl Orffs in einem neuen, besonderen Licht erstrahlen. Erstmals wird das Oeuvre Orffs sind singulär zu Aufführung kommen, sondern den vielfältigen Werken seiner Vorbilder, Lehrmeister, Partner und Schüler gegenüber gestellt. So ist es Ziel des Festes, die Besonderheit und Einzigartigkeit des populären bayerischen Komponisten aufzuzeigen.

Maurice Ravels „Bolero“ auf zwei Klavieren

So wird am 12. August das Bachsche „Osteroratorium“ zusammen mit dem „Osterspiel“ von Carl Orff aufgeführt. Zu den weiteren Highlights zählen die Gegenüberstellung Maurice Ravels „Bolero“ auf zwei Klavieren mit Carl Orffs „Zweitem Stasimon“ aus „Oedipus der Tyrann“ für Sprecher, zwei Klaviere und Schlagzeug. Johann Sebastian Bachs „Goldberg-Variationen“ finden sich in dem Spiegelkanon aus dem „Spiel vom Ende der Zeiten“ von Orff wieder. Zudem findet im Rahmen des Festes im Dießener Traidtkasten das Finalkonzert des Internationalen Carl-Orff-Kompositionswettbewerbs mit den Uraufführungen der zehn nominierten Werke statt. Veranstalter Gerhard Müllritter freut sich, dass hier Komponisten aus der ganzen Welt teilnehmen. Die eingereichten Werke können online unter www.carl-orff-competition.com angehört und bewertet werden. Um auch die Jugend an das Werk Carl Orffs heranzuführen, sind zwei Workshops zum Thema „Carmina Burana ist HIP (HOP)“ vorgesehen.

„Morgenstund hat Orff im Mund“

Professor Wilfried Hiller, Schüler und enger Vertrauter von Carl Orff, erzählte am Rande der Medienkonferenz humorvoll Privates von Carl Orff. So sei sein Lieblingsessen ganz bescheiden Kartoffelsuppe mit Wiener Würsten gewesen sein. Er mochte die Musik von Duke Ellington und den Comedian Harmonists. Als Frühaufsteher telefonierte er oft schon um sechs Uhr mit dem Gruß „Morgenstund hat Orff im Mund“. Und wenn er Leute zu sich bestellte, reimte er „Oh Geltendorf, oh Geltendorf. Wann fährt der nächste Zug zum Orff“. Im Rahmen eines Weihnachtsspecials gibt der Veranstalter im Kartenvorverkauf bis zum 24. Dezember 20 Prozent Rabatt auf alle Tickets. Und für die eingefleischten Orff-Fans sind für 120 Euro Orff-Total-Kombitickets zu haben. Sie gelten für alle Veranstaltungen und sind übertragbar. Weitere Informationen unter www.carl-orff-fest.de.

Von Dieter Roettig

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