Wie die neue Testpflicht von Kita-Kindern klappt

Negativer Test ist Eintrittskarte in Kitas im Landkreis Starnberg

Seit vergangener Woche müssen auch Kinder getestet werden, bevor sie in den Kindergarten gehen.
+
Seit vergangener Woche müssen auch Kinder getestet werden, bevor sie in den Kindergarten gehen.
  • Petra Straub
    VonPetra Straub
    schließen

Herrsching/Krailling/Gauting – Seit vergangener Woche gilt sie auch für die Kinder in Betreuungseinrichtungen: die Pflicht, vor dem Zutritt einen Corona-Schnelltest zu machen. Kindergärten im Landkreis Starnberg kommen damit gut zurecht, wie eine Umfrage des Kreisboten Starnberg ergab. Aber es gibt auch Anregungen.

Dreimal wöchentlich müssen Kindergartenkinder seit 10. Januar vor dem Besuch ihrer Kita einen Schnelltest machen. Wie effektiv das Testen bei Kindern ist, zeigte sich gleich zu Beginn im Kindergarten Kunterbunt in Herrsching. Dort hatten Eltern ihr Kind zusätzlich am Wochenende getestet und es anschließend wegen eines positiven Ergebnisses am Montag nicht in die Einrichtung geschickt, um Ansteckungen zu vermeiden. Weil das Kind ein paar Tage zuvor jedoch noch Kontakt zu den Spielkameraden im Kindergarten hatte, reagierte die Einrichtung sofort und schickte am Montag auch alle anderen Kinder der Gruppe in Quarantäne, wie Kindergartenleiterin Kristina Wunder erklärt. Fünf Tage nach dem letzten Kontakt mit einem infizierten Kind durften sie – mit negativem PCR-Test – dann wieder in die Einrichtung kommen.

Kinder bringen in Herrsching Testkassetten in die Kita mit

Welche Art von Tests die Eltern bei ihren Kindern anwenden, ist laut Kristina Wunder nicht vorgeschrieben, lediglich, dass das (negative) Ergebnis beim Eintritt in die Einrichtung montags, mittwochs und freitags wie von der Regierung vorgegeben von den Eltern bestätigt wird. „Das klappt wunderbar“, sagt sie. In der dreigruppigen Einrichtung machen alle Eltern und 55 Kinder, die dort mindestens drei Jahre alt sind, gut mit, bestätigt die Leiterin. Die Mädchen und Buben zeigen morgens ihre „Eintrittskarten“ gerne vor. Gemeint sind damit die Kassetten aus den Testsets, die das Ergebnis anzeigen. Anschließend werden sie von den Kindern in einem Mülleimer entsorgt.

„Am liebsten würden sich die Kinder sogar jeden Tag testen lassen“, beschreibt Kristina Wunden Elan ihrer Schützlinge. Das Personal testet sich täglich, erklärt sie, die selbst geimpfte und geboostert ist. Das Tragen von FFP2-Masken während des laufenden Betriebs sei eine zusätzliche Schutzmaßnahme.

In Krailling weisen Eltern das Testergebnis schriftlich nach

Auch im Caritas-Kinderhaus in Krailling ist nach der anfänglichen Aufregung über die Testpflicht von Kindergartenkindern wieder Ruhe eingekehrt. „Die Eltern bringen die Zettel mittlerweile total zuverlässig mit“, bestätigt Einrichtungsleiterin Caroline Gröbel. Denn anders als in dem Herrschinger Kindergarten bestätigen die Eltern dort nicht mit den Testkassetten das negative Ergebnis, sondern füllen nach den Tests bei ihren Kindern Nachweise aus, die über das Testergebnis ihrer Kinder Aufschluss geben. Anfangs habe es noch Fragen gegeben, etwa darüber, wann der Test durchgeführt werden muss. Weil das Ergebnis 24 Stunden gültig sei, würden manche Eltern die Tests nun in aller Ruhe am Abend machen und nicht in den hektischen Morgenstunden.

Auch in Krailling hat es seit der Testpflicht schon einen positiven Fall gegeben. Weil das betroffene Kind jedoch am Testtag nicht in der Einrichtung und das Wochenende dazwischen war, hatte das jedoch keine Auswirkungen auf den Kindergartenbetrieb.
Die Tests in einer Zeit einzuführen, in der die Zahlen mit Corona-Infizierten steigen, findet Caroline Gröbel „durchaus sinnvoll“. So würden Fälle herausgefischt, die man sonst nicht entdecken würde. Die Tests führen zudem seitens des Personals zu einem entspannteren Umgang mit den Kindern, stellt die Einrichtungsleiterin fest. Eltern bestätigten ihr, dass auch die Kinder inzwischen entspannt mit der Situation umgehen.

Aus Gauting gibt es Anregungen für einen Pooltest

Gleiches ist aus dem Kinderhaus der Lebenshilfe in Gauting von Leiterin Ilse Hoffmann-Klee zu hören. Nach anfänglichen Bedenken, etwa ob ausreichend Tests in den Apotheken vorhanden seien, hätte auch die Abendtestung bei vielen „Entstressung“ gebracht. Die Testung sei durch die Zuverlässigkeit der Eltern „gut machbar“. Dennoch regt sie an, analog zu den Schulen, auch in den Kindergärten Pooltests einzuführen. Anders als beim jetzigen Prinzip, das „auf Treue und Glauben“ basiere, stelle ein Pooltest zu 100 Prozent sicher, dass jedes anwesende Kind erfasst werde.

Die Ausgabe der Bezugsscheine für die Corona-Schnelltests ist aufwändig

Erleichterung wünscht sich Ilse Hoffmann-Klee hinsichtlich des Verwaltungsaufwands. Denn aktuell müsse die Ausgabe der Bezugsscheine für die kostenlosen Tests von den Kinderbetreuungseinrichtungen organisiert werden.

Meistgelesene Artikel

60 Arbeitgeber bieten bei Job- und Ausbildungsmesse in Starnberg 300 Jobs
Starnberg
60 Arbeitgeber bieten bei Job- und Ausbildungsmesse in Starnberg 300 Jobs
60 Arbeitgeber bieten bei Job- und Ausbildungsmesse in Starnberg 300 Jobs
In Seefeld sterben elf Kiebitz-Küken
Starnberg
In Seefeld sterben elf Kiebitz-Küken
In Seefeld sterben elf Kiebitz-Küken
Pläne für den Neubau des Starnberger Flügelbahnhofs liegen aus
Starnberg
Pläne für den Neubau des Starnberger Flügelbahnhofs liegen aus
Pläne für den Neubau des Starnberger Flügelbahnhofs liegen aus
Mit Schlauchboot ohne Genehmigung und Kennzeichen auf Starnberger See unterwegs 
Starnberg
Mit Schlauchboot ohne Genehmigung und Kennzeichen auf Starnberger See unterwegs 
Mit Schlauchboot ohne Genehmigung und Kennzeichen auf Starnberger See unterwegs 

Kommentare