"Nehme auch kleine Rolle an"

Hofft auf gute Rollen: die Nachwuchsschauspielerin Alexa Pilller. Foto: Polster

„Jetzt bin ich Schauspielerin“, freut sich Alexa  Piller aus Gilching über den Abschluss ihrer dreijährigen Ausbildung. Nun aber beginnt ein steiniger Weg. Denn nur wenige aus der Riege, die sich ihren Lebenstraum erfüllt haben, schaffen es auch, an die Spitze zu kommen.  

  Mit 26 Jahren zu alt? „Ja, wenn man eine Ausbildung zur Schauspielerin machen will, dann schon. Das Höchstalter liegt normalerweise bei 23 Jahren“, sagte Alexa Piller. Wes- halb die 29-Jährige vor drei Jahren eine Absage nach der anderen erhielt. Die Eltern seien von vorneherein gegen den Berufswunsch ihrer Tochter gewesen, erinnert sich Piller. „Lerne etwas Solides, haben sie mir damals gesagt. Deshalb bin ich erst einmal Arzthelferin geworden.“ Die Leidenschaft jedoch, Bühnenluft zu schnuppern, blieb. Wes- halb sie nebenher diverse Schauspielkurse belegte, Klavier spielte, tanzte und alles ausprobierte, was mit dem Bühnenfach zu tun hat. „Es macht einfach Spaß, mich in die Rolle von anderen Personen hinein zu versetzen.“ Schließlich fand sie vor drei Jahren an der Schauspielschule München doch noch die Möglichkeit, eine solide Ausbildung zu machen. Was bedeutete, Arzthelferin ade und sich auf die Suche nach Jobs zu machen. „Ich musste flexibel bleiben. Auf der anderen Seite war ich aber gezwungen, irgendwie meine Ausbildung zu finanzieren. Und die ist nicht billig.“ Drei Jahre sind nun um und Alexa Piller ist ihrem Traum um ein großes Stück näher gekommen. Nun geht es darum, als professionelle Schauspielerin Fuß zu fassen. Leicht werden wird es nicht, weiß sie. „Ich versteife mich auch nicht auf reine Schauspielerei. Was ich genau so gerne mache, sind Sprechrollen für Hörbücher oder andere Projekte. Ich nehme aber auch jede kleine Rolle an.“ Schauspieler werden heute übrigens über E-Casting gebucht. Das heißt beispielsweise, ein Regisseur mailt alle Agenturen an und nennt die Merkmale, die die gesuchte Schauspielerin haben muss. Kommt man in Frage, dreht man einen Videoclip und stellt diesen online. Nun sucht sich der Regisseur zwei oder drei Anwärter von etwa zehn Vorschlägen aus, die dann zum Vorsprechen eingeladen werden. „Man spart sich viele unnötige Fahrten und Wartezeiten“, erklärt Piller. Eine Agentur hat sie noch nicht. Dafür finden in nächsten Monaten diverse Szeneabende und gemeinsames Vorsprechen vor Intendanten statt. Private Wünsche, Träume, Familie? „Familie ja. Wenn, dann aber fünf Kinder. Doch momentan ist nichts in Aussicht und fünf Kinder werde ich auch nicht mehr schaffen.“

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