Aus dem Starnberger Bauausschuss

Neue FOS benötigt Sporthalle und müsste höher gebaut werden: keine Mehrheit für Bebauungsplan-Änderung

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Für eine Änderung des Bebauungsplanes gab es keine Mehrheit.

Starnberg – Die am Seilerweg geplante Fachoberschule Starnberg benötigt wegen ihrer Sporthalle mehr Platz. Als Gast im Bauausschuss der Stadt warb Landrat Karl Roth persönlich für eine Erhöhung der Geschossfläche um ein sattes Drittel auf 8.800 Quadratmeter - doch ein bis zu siebengeschossiges Gebäude mit einer möglichen Gesamthöhe von 28 Metern stieß bei etlichen Stadträten auch auf Grenzen der Zustimmung.

Mit dem am Seilerweg vorgesehenen Neubau wird die bislang auf verschiedene Gebäude in Starnberg verteilte FOS mehr als die aktuell rund 370 Schüler aufnehmen können: Zu Beginn des Schuljahres 2019/2020 kommt noch ein Zweig für Internationale Wirtschaft hinzu. Entsprechend wächst allein schon der Bedarf an Stellplätzen, von denen der Landkreis als Bauherr 140 beantragt hat. Rechnet man für jede der künftig 24 Klassen acht Stellplätze (angeblich fahren je nach Jahrgangsstufe zwischen 47 und 54 Prozent der Schüler mit dem Pkw zur Schule), kommt man indes schon auf 268, wie Stadtbaumeister Stefan Weinl dem Ausschuss vorrechnete. Gerd Weger (CSU) fragte prompt, ob man nicht am nahe Parkdeck des Bahnhof Nord zusätzliche Stellplätze anmieten könnte? Angelika Wahmke (UWG) wies darauf hin, dass die FOS Weilheim Schülern „gar keine Parkplätze“ anbiete. Während eine Befreiung von der geltenden Stellplatzsatzung der Stadt knapp abgelehnt wurde (5:7) und das Thema damit noch ziemlich unbeantwortet blieb, gab es beim Maß der zulässigen Bebauung eine Art Annäherung zwischen „machbar“ und „wünschenswert“ - aber noch kein Grünes Licht: Gewünscht seitens des Landkreises ist zum Beispiel eine integrierte Sporthalle für die FOS, was laut Stadtbaumeister Stefan Weinl eine Gebäudehöhe entstehen lassen würde, „die es in dem Gebiet sonst nicht gibt“. Verträglich wäre diese Höhe „an manchen Stellen“, so der Stadtbaumeister. Landrat Roth hatte berichtet, dass man vergeblich Hallen-Kapazitäten in anderen Schulen angefragt habe, und so um Verständnis ge-worben für den erhöhten Raumbedarf der FOS. Eine Lösung, die nicht im Hauptgebäude selbst eine solche Sporthalle unterbrächte, sondern einen Nebenbau, wäre auf dem Areal am Seilerweg nur äußerst schwierig zu realisieren. So wurde nun ein bis zu siebenstöckiger Bau mit maximal 28 Metern diskutiert – für die Gebäudegestaltung soll es in jedem Fall einen Architektenwettbewerb geben.

War bis dato eine Gebäudehöhe von 17 Metern (stellenweise 20 Metern) geplant, so ist mit dem „festgestellten Raumbedarf einer Einfach-Turnhalle“ (Bürgermeisterin Eva John) ein deutlicher Mehrbedarf entstanden, entsprechend würde die Geschoßfläche von 6.600 auf 8.800 qm steigen. CSU-Stadtrat Ludwig Jägerhuber, ein prinzipieller Gegner des Standorts am Seilerweg, erklärte nun, von solchem Mehrbedarf sei „nie die Rede gewesen“ - er fühle sich deshalb regelrecht „hinters Licht geführt“. Weniger Probleme mit der Höhenentwicklung der neuen FOS hatte Annette von Czettritz (Grüne): „Wenn schon ein Leuchhturm-Projekt, dann eines für die Bildung!“. Genau wie Angelika Kammerl (Parteifreie) erwartet von Czettritz in den kommenden Dekaden ohnehin, dass im dortigen Gewerbegebiet auf Grund des wachsenden Siedlungsdrucks allgemein höher gebaut werde. Auch Patrick Jannik (UWG) sagte, man solle sich so etwas durchaus „auch mal trauen“. Landrat Roth, der den FOS-Standort Starnberg (auf zweistellige Millionenbeträge geschätzt) auf keinen Fall an andere Gemeinden verlieren wollte, bot den Gegnern einer vergrößerten Baumasse – und damit weiter steigender Kosten - schließlich den Kompromiss an, die Wandhöhen für das Gebäude auf 22 Meter zu begrenzen und (verteuernd) für die benötigten Geschosse in die Tiefe zu graben. Am Ende stimmten Bürgermeisterin Eva John, Ludwig Jägerhuber und Gerd Weger (CSU), Josef Pfister (BMS), Iris Ziebart (FDP), Prof.Günther Picker und Maximilian Ardelt (beide WPS) gegen die beantragte Bebauungsplanänderung für die FOS, weil sie das vorgesehene Grundstück prinzipiell für zu klein hielten; mittragen wollten die Änderungen Patrick Jannik, Ange-lika Wahmke (beide UWG), Annette von Czettritz (Grüne) und Christiane Falk (SPD). Iris Ziebart fiel mit einem Antrag durch, einen Alternativstandort am Creativ-Center an der Gautinger Straße zu prüfen – hier gilt die Boden-beschaffenheit als kritisch. Christiane Falk warnte in Anbetracht des gespaltenen Bauausschusses: „Wenn wir dem Vorhaben insgesamt nicht zustimmen, ist die FOS für Starnberg tot.“ Das Thema kommt auch bei der letzten Stadtratssitzung des Jahres nochmals aufs Tapet.

Von mps

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