Neue Räume strahlen Lebensfreude aus

Jetzt auch offiziell: Am Montag eröffnete Condrobs die neuen Räumlichkeiten an der Hauptstraße 22. Leiter Stefan Wenger (r.) schilderte den Gästen das Aufgabenspektrum. Foto: Puls

Die Suchtberatung Condrobs hat eine neue Anlaufstelle in Starnberg. Am Montagvormittag eröffnete der Präventions- und Suchthilfeverein im Beisein von Starnbergs Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger, Bezirkstagsvizepräsidentin Friederike Steinberger, Landrat Karl Roth, der Landtagsabgeordenten Ursula Männle, dem Condrobs-Vostandsvorsitzenden Alexander Eberth und der Bereichs-Geschäftsführerin Karin Wiggenhauser die neuen Räume an der Hauptstraße 22.

„Jetzt haben wir alles unter einem Dach“, freute sich denn auch Einrichtungsleiter Stefan Wenger, der mit der Einweihung auch gleich sein 15-jähriges Jubiläum bei Condrobs feiern konnte. Der Umzug wurde nötig, weil die Beratungsstelle an der Söckinger Straße durch den hohen Zuspruch in den vergangenen Jahren buchstäblich aus allen Nähten geplatzt war. Einer der zahlreich erschienen Gäste kann sich an das Gebäude noch gut erinnern. Landrat Karl Roth startete im neuen Domizil von Condrobs 1974 seine Laufbahn als Polizist. Nicht nur er bescheinigte Stefan Wenger, „dass die hellen und transparenten Räume eine gewisse Lebensfreude ausstrahlen“. Eine Lebensfreude, die Wenger und seine zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 1971 von einer Elterninitiative ins Leben gerufenen Suchthilfeberatung sich Tag für Tag hart erarbeiten müssen, was Starnbergs Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger in Anbetracht der „erschütternden Zahlen“ über die deutsche „Suchtgesellschaft“ mutmaßte. Mit dem Umzug in das ehemalige Polizeigebäude im Zentrum der Stadt, das in den vergangenen Jahren bereits als Chillout-Adresse diente, erleichtere Condrobs vielen gefärdeten oder an Sucht erkrankten Menschen (1,6 Millionen Alkoholabhängige bundesweit) „durch Anonymität und Zentralität die Entscheidung, eine Beratung anzunehmen“, sagte Pfaffinger. Und Bezirkstagsvizepräsidentin Friederike Steinberger erinnerte daran, dass „es noch gar nicht so lange her ist, dass sich Suchthilfe-Einrichtungen in Hinterhöfen verstecken mussten“. Mit den neuen Räumlichkeiten „im Herzen Starnbergs“ zeige Condrobs Flagge - und eben auch, dass das vielschichtige Beratungsangebot (Prävention, ambulante Rehabilitation, betreutes Wohnen und chillout) in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. Es war ein Novum, als vor 20 Jahren der Landkreis 1991 zum ersten Mal einem freien Träger den Zuschlag für eine derartige Aufgabe gab, schilderte Alexander Eberth, oberster Vorsitzender von Condrobs, seine Verhandlungen mit Bernhard Frühauf aus dem Landratsamt. Mittlerweile unterstützt der Landkreis Condrobs jährlich mit 180.000 Euro. Insgesamt 536 Menschen haben 2010 die Beratungs- und Therapieangebote der Vereins in Anspruch genommen, 2008 waren es noch 474. Den Grund sieht Stefan Wenger weniger in der wachsenden Zahl der Konsumierenden. Vielmehr sei die Bereitschaft heute größer, die Angebote wahrzunehmen. „Die Menschen trauen sich heute mehr, auf uns zuzukommen.“

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