Neue Struktur nötig

Im August ist BRK-Kreisgeschäftsführer Heinbert Janze schwer erkrankt und wird nach Auskunft des BRK-Kreisvorsitzenden und ehemaligen Landrats Heinrich Frey „noch bis Januar oder Februar ausfallen“. Nach vielen Gesprächen habe man nun beschlossen, die Geschäftsführung am GmbH-Modell zu orientieren und „auf mehrere Schultern zu verteilen“, so Frey. So wird der bisherige Leiter des Kreisaltenheims Garatshausen, Martin Ulses, stellvertretender Kreisgeschäftsführer. Verwaltungsleiter Stephan Bartjes bleibt in der Funktion als weiterer stellvertretender Kreisgeschäftsführer im Amt. Er wird sich um die Finanzen kümmern, während Ulses künftig als Dienstvorgesetzter des Personals fungiert.

„Ich freue mich über die einstimmige Ernennung und auch, dass ich das Einverständnis von Heinbert Janze habe“, sagte Martin Ulses im Rahmen eines Pressegesprächs. Seine Tätigkeit als Direktor von Garatshausen muss er zwar aufgeben - die Stelle soll bald möglichst neu besetzt werden - er bleibt jedoch weiter Bereichsleiter für die Pflege. „Dazu kommen die Geschäftsbereiche, die Heinbert Janze federführend gemacht hat“, so Ulses. Zudem soll er sich um die Kontaktpflege mit den Rot-Kreuz-Gemeinschaften kümmern, um das Ehrenamt im Kreisverband zu fördern und zu stärken. Die Aufgaben von Stephan Bartjes liegen in den Bereichen Finanzen, Buchhaltung, Controlling, Information und Kommunikation, Liegenschaften sowie die Personalverwaltung. Rund 1.000 Ehrenamtliche arbeiten derzeit für den BRK-Kreisverband Starnberg, der bayernweit mit zu den Größten zählt, hinzu kommen 600 Angestellte. Für die hat die Gewerkschaft Verdi Anfang November eine neue Endgeldvergütung ausgehandelt. So wandern künftig etwa 6,5 Prozent mehr in die Lohntüte. Das bedeutet laut Heinrich Frey für den BRK-Kreisverband rund 900.000 Euro mehr an Personalkosten. „Das muss erst mal gestemmt werden“, so Frey. Finanzielles Sorgenkind bleibt weiter der Rettungsdienst. „Wir können da aber nur begrenzt eingreifen“, sagte Bartjes. „Das BRK bekommt von Krankenkassen nicht das Geld, das es benötigt.“ Deshalb müsse der Rettungsdienst aus Fördermitteln und Spenden refinanziert werden. Rund 400.000 hat das BRK jährlich in diesem Topf, „aber eigentlich sind diese Mittel dafür da, um die Ehrenamtlichen zu unterstützen, deshalb ist es ein ungutes Gefühl“, so Bartjes. Ein allgemeines Stimmungstief herrschte im Sommer auch in Garatshausen, da der Landkreis Starnberg die Betreiberschaft für das Kreisaltenheim neu ausschreiben will. Das BRK hat noch einen Vertrag bis Ende 2009. „Wir hatten durch die Querelen ein Sommerloch mit hohen Krankenzahlen“, sagte Martin Ulses. „Aber mittlerweile haben wir uns wieder gefangen - die Stimmung und die Arbeitszufriedenheit ist wieder sehr hoch.“ Man habe gemeinsame Ziele gefunden, für die es sich lohne zu arbeiten. „Wir haben unsere Wunden geleckt, sind aber gestärkt daraus hervorgegangen.“ Das BRK sei bereit, sich erneut als Betreiber zu bewerben, man warte aber bis heute auf die Ausschreibung. „Wir haben innovative Konzepte und motivierte Mitarbeiter“, so Ulses und betonte: „Wir tun alles, um es dem Kreistag so leicht wie möglich zu machen, uns zu nehmen.“ Der frühere Landrat und BRK-Kreisvorsitzende Heinrich Frey mahnte in diesem Zusammenhang an, „mit dem Thema ‘Betreiber Garatshausen’ sehr sensibel umzugehen“. Frey wird, „auf sanften Druck“ hin wie er sagte, im Übrigen bei den Neuwahlen des ehrenamtlichen Vorstandes im April wieder für den Vorsitz kandidieren. Änderungen wird es in jedem Fall bei den Posten der Schatzmeister geben. Beide Amtsinhaber werden aus persönlichen Gründen ausscheiden. Ebenfalls auf dem Programm für das kommende Jahr steht die geplante Zertifizierung des Kreisaltenheims nach ISO 9000.

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