Ein Projekt mit Vorbildcharakter

Neue Wege in Zeiten von Corona: Wie die Stadt Starnberg Sommerkonzerte veranstaltet

Kulturreferentin Petra Brüderl (l.) und Standortförderin Sarah Buckel haben sich für das kulturelle Leben in der Stadt etwas besonderes einfallen lassen.
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Kulturreferentin Petra Brüderl (l.) und Standortförderin Sarah Buckel haben sich für das kulturelle Leben in der Stadt etwas besonderes einfallen lassen.

Starnberg – Endlich kann das kulturelle Leben der Stadt Starnberg wieder ein bisschen an Fahrt aufnehmen – wenn auch nur unter bestimmten Umständen. Da so einige Konzerte und Auftritte dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfallen mussten und auch der Kulturbahnhof aufgrund seiner Größe nicht viele Gäste empfangen darf, hat sich die Kulturreferentin der Stadt Starnberg, Petra Brüderl, etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Sommerkonzerte am Schlossberg.

Schon nächstes Wochenende werden gleich fünf Konzerte gespielt. Um eine solche Veranstaltung durchführen zu können, haben sich die Kulturreferentin und Sarah Buckel, die Starnberger Amtsleiterin für Standortförderung, Kultur und Öffentlichkeitsarbeit, ein ausgefeiltes Konzept überlegt: Die Konzerte werden als Open-Air vor der Schlossberghalle stattfinden. „Es ist für uns einfach der ideale Ort“, betonte bei der Vorstellung des Konzepts Petra Brüderl. Dort können rund 50 Besucher mit ausreichend Sicherheitsabstand Platz finden. Die Tickets können im Vorverkauf personalisiert erworben werden, wodurch ein kontaktloser Einlass ermöglicht wird. Die Veranstaltungen sind ohne Pause und ein Getränkeausschank wird nicht angeboten. Allerdings ist es Besuchern erlaubt, eigene Getränke in einer Plastikflasche mitzunehmen. Der Einlass ist je 30 Minuten vor Beginn und befindet sich vor dem Haupteingang des Rathauses. Natürlich muss der Mindestabstand überall eingehalten werden. Eine Ausnahme hierbei bilden allerdings Angehörige eines Hausstandes, Lebenspartner und Geschwister, die die Möglichkeit einer Reservierung von Zweier- und Vierer-Sitzgruppen haben (dies muss bei der Kartenreservierung angegeben werden). „Es ist eine große Herausforderung unter Einhaltung der Hygieneregeln so eine Veranstaltung zu planen, aber wir haben ein gutes Konzept entwickelt“, so die Kulturreferentin. Und Amtsleiterin Sarah Buckel nannte es „ein Projekt mit Vorbildcharakter“. Um das Ambiente etwas zu verschönern und auch die Abstände zwischen den Sitzgruppen fast verschwinden zu lassen, hat Brüderl Emanuel Schwaiger vom Blumencafe „le Fleur“ in Starnberg um Hilfe gebeten.

Ein kleiner netter Stadtgarten

Gemeinsam werden sie zum Wochenende den Platz vor der Schlossberghalle in einen „kleinen, netten Stadtgarten“ verwandeln, so die Kulturreferentin. Zwischen den Sitzgruppen werden verschiedene Blumen aufgestellt, die nach dem letzten Konzert gegen eine Spende erworben werden können. Der gesamte Erlös der Blumen geht an die Starnberger Tafel. „Es ist toll, dass wir der Kulturszene wieder Leben einhauchen können“, freut sich Buckel über die bevorstehenden Konzerte. „Wir haben ein Programm geschnitzt, das viele Veranstaltungen aufgreift, die Corona bedingt ins Wasser gefallen sind“, erklärt Brüderl am Freitagnachmittag. Bei den fünf Konzerte ist für jede Zielgruppe etwas dabei: Den Anfang macht am Freitag, dem 24. Juli, um 17 Uhr das Duo „Double Drums“ aus München, mit einem Familienkonzert. Die beiden Künstler sind weltweit mit ihrer Musik unterwegs und werden den Kindern in Starnberg den Rhythmus etwas näherbringen. Familientickets gibt es für 25 Euro (gültig für maximal vier Personen). Erwachsene zahlen 10 und Kinder fünf Euro Eintritt. Am selben Abend gibt es um 20 Uhr ein Klassikkonzert der aus Starnberg kommenden Cellistin, Raphaela Gromes und der Violinistin Amelie Böckheler. „Für Liebhaber der klassischen Musik ein Muss“, so Brüderl. Tickets gibt es für 15 Euro. Am Samstag, dem 25. Juli, geht es um 18 Uhr mit einem „eigenwilligen Doppelkonzert“ von Philip Bradatsch und Maxi Pongratz weiter. „Eigentlich war der Auftritt im Kulturbahnhof geplant. Es freut mich nun aber umso mehr, dass wir es in dieser Umgebung präsentieren können“, so die Kulturreferentin. Normalerweise sind beide Musiker Solokünstler, verbinden aber in ihrem bevorstehenden Konzert ihre Stile miteinander. Um 21 Uhr präsentieren die Künstler Ami Warning und Matthew Austin eine Mischung aus Soul, Hip-Hop, Reggae sowie Blues und Folk. Schon zwei Mal musste ein Auftritt der beiden in Starnberg verschoben werden. Der Eintritt für beide Konzerte am Samstag kostet 15 Euro. Den Abschluss macht am Sonntag um 18 Uhr der Starnberger Luis Bandomer. „Wenn wir schon Künstler aus der Stadt haben, die einen professionellen Weg einschlagen, dann müssen wir sie dabei auch unterstützen. Wir versuchen als Stadt, unseren künstlerischen Nachwuchs zu begleiten“, erklärt die Kulturreferentin. Der Eintritt ist frei, allerdings müssen vorher – aufgrund der aktuellen Situation und Vorschriften - Tickets bestellt werden. Karten für die Konzerte werden nur im Vorverkauf ausgegeben, da ein personalisiertes Ticketsystem notwendig ist. Vorverkaufsstellen sind das Starnberger Rathaus, Vogelanger 2, von montags bis freitags von 7:30 Uhr bis 12 Uhr sowie dienstags und donnerstags zusätzlich von 14 bis 16 Uhr und die Tourist Information Starnberg, Hauptstraße 1, montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 13 Uhr. Um Karten im Rathaus zu erwerben, muss ein Termin zur Abholung per Telefon unter 08151 772 – 136 oder – 170 vereinbart werden. Bei schlechtem Wetter werden die Konzerte mit einer kleinen Programmänderung um eine Woche nach hinten verschoben. Die erworbenen Karten behalten allerdings ihre Gültigkeit. Genaueres dazu wird bis Donnerstagvormittag bekannt gegeben. Weitere Informationen gibt es unter www.starnberg.de. Bei Rückfragen am Veranstaltungstag können Sie sich telefonisch an das Kulturamt unter Tel: 08151/772-110 wenden.

Lisa Livancic

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