Neuer Schub fürs Klima

In der Gemeinde Wörthsee sollen Klimaschutz und Energiewende einen neuen Schub bekommen. Das ist das erklärte Ziel einer Gruppe von engagierten Bürgern die beschlossen haben, unter dem Dach des landkreisweit tätigen Vereins Energiewende eine Ortsgruppe zu gründen. Der erste öffentliche Auftritt fand vergangenen Donnerstag im Gasthof Raabe am See in Steinebach statt.

Hauptpunkt des Abends war ein Vortrag von Hans Wilhelm Knape über die Geschichte, Ziele und Aufgaben des Energiewendevereins sowie über die Wege wie die Energiewende erreicht werden soll. Die Bildung von Ortsgruppen gehört zu den satzungsgemäßen Zielen des gemeinnützigen Energiewende-Vereins, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, einen Beschluss des Kreistags aus dem Jahr 2005 umzusetzen. In diesem Beschluss strebt der Landkreis Starnberg an, sich bis 2035 vollständig mit regional verfügbaren alternativen und erneuerbaren Energien zu versorgen. Die neue Ortsgruppe kann anknüpfen an die Vorarbeit des Arbeitskreises Energie und Umweltschutz der Wörthseer AGENDA 21 und wird bei ihrer Arbeit unterstützt vom Vorstand und den sechs Fachgruppen des Energiewendevereins, so der 2. Vorsitzende des Vereins Energiewende Landkreis Starnberg, Richard Storhas. Anhand von Graphiken und Zahlenmaterial informierte Knape über die Situation der Energieversorgung im Landkreis. „Unter Hinweis auf die geplante Übernahme der Energieversorgung in den Würmtalgemeinden weist er nachdrücklich auf die Notwendigkeit einer Professionalisierung der Bemühungen hin“. Als Umsetzungsbeispiele werden genannt: Bürgersolaranlagen, wirtschaftliche Wärmeerzeugung, Steckbrief „Wanted“, Suche des Kühlschranks mit dem höchsten Stromverbrauch, freiwillige Verzichtserklärung seitens der Bürger sowie die Installation elektronischer Zähler, die über den zeitlichen Verlauf und den Ort/Gerät des Stromverbrauchs Auskunft geben. In der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um die Bedeutung der CO2-Einsparung, nicht nur unter wirtschaftlichen Aspekten aber auch um die Notwendigkeit politischer Vorgaben, beispielsweise in der Bauleitplanung. Was eine wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit betrifft, so wurde auch das Thema „Niedrigenergiehaus in Wörthsee“ angesprochen. Gemeinderat Peter Steinhöfel (Bündnis 90/Die Grünen) fordert ein umfassendes Energiemanagement für Wörthsee, das dauerhaft verfolgt wird. „Wir müssen uns jetzt schon Gedanken machen und eine Liste erstellen mit in Frage kommenden regenerative Energiemaßnahmen für unsere gemeindlichen Gebäude.“ Konkret spricht er beispielsweise die Heizung im Rathaus an. „Noch funktioniert sie, aber was wollen wir als Nachfolgeanlage? Ein Hackschnitzel- oder Blockheizkraftwerk oder vielleicht ein kleines Fernwärmenetz für mehrere kommunale Einrichtungen? Auch müssen wir uns mit dem Thema Geothermie auseinandersetzen“, betont Umweltreferent Steinhöfel. Unter den Teilnehmern waren 13 Mitglieder des Energiewendevereins aus der Gemeinde Wörthsee anwesend. Als Delegierter der Ortsgruppe wurde einstimmig Oliver Rose gewählt, sein Stellvertreter ist Peter Steinhöfel. Die Wahl des Sprechers und seines Stellvertreters wurde auf Wunsch der Mitglieder auf die nächste Sitzung am 7. Juli vertagt.

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