Neues Betriebsgebäude der Kläranlage eröffnet

"Wichtigste Aufgabe menschlicher Zivilisation"

+
Freuen sich über die neuen Gebäude (v.li.): Projektsteuerer Andreas Bertsch, Starnbergs Vizebürgermeister Dr. Klaus Rieskamp, Verbandsgeschäftsführer Norbert Impelmann, Architekt Michael Harlander und Verbandsvorsitzender Rupert Monn.

Starnberg – Mit der feierlichen Einweihung des neuen Betriebsgebäudes auf dem Gelände der Kläranlage in Starnberg am vergangenen Freitag startet der Abwasserverband Starnberger See in eine neue Ära. „Wir haben jetzt eine technische, verwaltungstechnische und wirtschaftliche Zentrale, und das alles an einem Ort“, freuten sich der Verbandsvorsitzende und Bürgermeister von Berg, Rupert Monn sowie Geschäftsleiter Norbert Impelmann über das zukunftsweisende Projekt.

Vieles rund um Abwasser wird für die Bürger aus den acht Kommunen rund um den See nun sicherer und effizienter. „Das Brauchwasser so aufzubereiten, dass es wieder genutzt werden kann, ist vielleicht die wichtigste Aufgabe menschlicher Zivilisation“, hob Starnbergs Vizebürgermeister Dr. Klaus Rieskamp die Bedeutung des Abwasserverbandes hervor. Ohne Abwassersammlung sowie dessen Aufbereitung könne Wasser vor allem in Ballungsgebieten zu einem knappen Gut werden. Auch der Gewässerschutz sei enorm wichtig. 

Der Raumbedarf sowie die Mitarbeiterzahl des Abwasserverbandes ist seit 2014 enorm angewachsen. Grund: Vor drei Jahren hatte der Verband die Ortskanäle seiner acht Mitgliedskommunen übernommen. Damit ist der Abwasserverband derzeit für den Ausbau und Unterhalt von 600 Kilometer Kanalnetz und 90 Pumpwerken verantwortlich, die für die Lebensqualität am See und die 60 000 Einwohner im Einzugsgebiet unverzichtbar sind. Neben ständigen Zustandskontrollen kümmert sich der Abwasserverband um die regelmäßige Reinigung sowie um Reparaturen und Erneuerungen. Als Problemlöser für das Fremdwasser - eine Daueraufgabe - klärt der Verband den Kanalbestand und seinen baulichen Zustand und berechnet die nötige Dimensionierung. Außerdem werden private Grundstückentwässerungsanlagen untersucht und die Sanierung unterstützt. 

990 Quadratmeter Platz

Mit der gestiegenen Verantwortung wurde die Belegschaft aufgestockt - von 20 auf aktuell 50 Fachkräfte. Geplant sind später 60 Arbeitsplätze. Für Geschäftsführer Impelmann war die zentrale Lösung auf dem Areal der Kläranlage der richtige Weg: „Wir können so die Synergieeffekte mit dem Klärwerk nutzen“. Durch den gemeinsamen Betrieb aller Anlagen ergeben sich kostensenkende Synergieeffekte, die dem Gebührenzahler zugute kommen. Für insgesamt 7,24 Millionen Euro sind in den vergangenen zwei Jahren ein neues Betriebsgebäude sowie eine 740 Quadratmeter große Garage entstanden. In letzterem ist Platz für die Kanaluntersuchungsfahrzeuge. Außerdem sind dort neben einer kleinen Werkstatt auch die Sanitärräume für die Facharbeiter untergebracht. Im neuen L-förmig angelegten Betriebsgebäude findet sich auf 990 Quadratmeter genügend Platz für Mitarbeiterbüros - dazu Räume für Kundengespräche und Schulungen. Die Verbundenheit des Abwasserbandes mit dem Starnberger See drückt sich in kleinen Details aus. So heißen die Besprechungsräume beispielsweise „Roseninsel“ oder „Würmsee“ und auch im neuen Empfangsbereich ist optisch der Starnberger See nicht zu übersehen. Auf beiden neuen Gebäuden sind Fotovoltaikanlagen installiert. Gemeinsam mit der Nutzung erneuerbarer Energien aus dem Klärwerk kann der Abwasserverband seinen Wärmebedarf zu 75 Prozent selbst erzeugen. Im Zuge der Baumaßnahmen wurde auch die Einfahrt verlegt und neue Parkplätze geschaffen.

Von Andrea Jaksch

Auch interessant

Meistgelesen

Vermisster Gilchinger tot im Weßlinger See gefunden
Vermisster Gilchinger tot im Weßlinger See gefunden
Falsche Anzeigenakquisiteure für Ortsbroschüre
Falsche Anzeigenakquisiteure für Ortsbroschüre
Herrschinger Lehrerin momentan auf erstem Platz
Herrschinger Lehrerin momentan auf erstem Platz
Porsche brennt völlig aus
Porsche brennt völlig aus

Kommentare