Viertklässler machten den Anfang

Neustart des Unterrichts - Grundschulen im Landkreis ziehen erste Bilanz

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Seit Montag hat für Viertklässler im Landkreis wieder die Schule begonnen. Ab kommenden Montag müssen auch wieder die Erstklässler in der Schule erscheinen.

Landkreis - Seit Montag haben die Grundschulen im Landkreis Starnberg wieder für den regulären Unterricht geöffnet. Ab sofort müssen Viertklässler wieder die Schulbank drücken. Ab nächster Woche sind dann die Erstklässler an der Reihe. Drei Schulleiterinnen aus Starnberg, Feldafing und Stockdorf berichten von ihren Erlebnissen der ersten Schultage seit dem Neustart. 

"Wir haben für den Schulbeginn Pläne ausgearbeitet", sagt Barbara Brehmenkamp, Konrektorin an der Grundschule Starnberg. Im Schulgebäude an der Ferdinand-Maria-Straße wurden Markierungen gesetzt, um die erforderlichen Abstandsregeln einhalten zu können. Die Viertklässler werden in Gruppen aufgeteilt, die aus 12 Schülern bestehen. Vor dem Betreten der Grundschule müssen alle Schüler einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Erfreut zeigt sich Brehmenkamp über das Verhalten ihrer Schützlinge an den ersten Schultagen nach dem großen Corona-Shutdown. "Wir waren positiv überrascht, wie ruhig die Kinder ankamen", so die Starnberger Konrektorin. Das seit den Schulschließungen praktizierte "Distant-Learning" hat bei den einzelnen Schülern keine negativen Folgen hinterlassen. "Durch das lange Homeschooling sind die Kinder jetzt auch besser gewöhnt individuell am Platz zu arbeiten", erzählt Brehmenkamp. Um alle Schüler an die neue Situation zu gewöhnen, hat sich die Schulleitung der Starnberger Grundschule dazu entschlossen sogenannte "Ankomm-Phasen" einzurichten. Der Unterricht wird nicht pünktlich um acht Uhr begonnen, sondern startet eine Viertelstunde später. Bei der ganzen Schulfamilie sei die Stimmung durchweg positiv, so die Konrektorin. Einen besonderen Dank richtet sie auch an das Lehrerkollegium, welches in den letzen Wochen "Unglaubliches. geleistet haben". 

"Vor nächster Woche graut mir etwas"

"Was gut geklappt hat war die Einteilung der vierten Klassen, es gab aber ein Mordstheater beim Plätze ausmessen", betont Angelika Simons, Schulleiterin an der Otto-Bernheimer-Grundschule in Feldafing. Die neuen Hygienemaßnahmen wurden von den Schülern gut aufgenommen. "Jeder hat sich einsichtig gezeigt", so Simons. Ähnlich wie bei den Kollegen in Starnberg sind die vierten Klassen in Feldafing auch in Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe besteht aus 11 Kindern. Bei den ersten Klassen werden es 12 Schüler pro Gruppe sein. Besorgt ist Simons ein wenig vor dem Start des Unterrichts für die ersten Klassen. "Vor nächster Woche graut mir etwas", so die Feldafinger Rektorin. Kopfzerbrechen machen ihr besonders die vorgeschriebenen Mindestabstände. Sie befürchtet, dass sich die ABC-Schützen nicht immer an die Regelungen halten werden. "Der Schulweg ist hier vor allem das Problem", so Simons. Ein wenig enttäuscht ist die Schulleiterin auch von der Handhabe, wie das bayerische Kultusministerium die Corona-Krise zu managen versucht. "Grundsätzlich erfährt erst die Öffentlichkeit von den Maßnahmen, dann die Schulleitung. Das ist dann manchmal ein Problem". Eltern seien oftmals besser informiert als die Schulen selber. Grundsätzlich mache das zuständige Schulamt aber eine hervorragende Arbeit, betont Simons. Die Stimmung im Lehrerkollegium sei trotz der Strapazen der letzten Wochen ebenfalls gut, fügt die Rektorin hinzu. 

"Vorausplanen geht im Moment nicht"

"Wir sind alle sehr froh, dass es wieder angefangen hat", berichtet Babett Bauer, Konrektorin der Grundschule an der Würm in Stockdorf. Die Vorbereitung für den Unterrichtsbeginn der vierten Klassen verlief relativ kurzfristig, sagt Bauer. Die Schüler sind in Gruppen eingeteilt. Der Unterricht findet gestaffelt am Morgen sowie Mittags statt. Schwierig gestalte sich derzeit noch etwas die Einhaltung der Hygienemaßnahmen seitens der Schüler. Ständige Erinnerungen durch die Lehrkräfte und viele Gespräche sollen helfen, dass sich die Schüler schnell an die neue Situation gewöhnen. Grundsätzlich herrscht aber große Freude darüber, dass das Schulhaus nach so langer Zeit wieder mit Leben gefüllt wird, so die Stockdorfer Konrektorin. 

Sollten nach den Pfingstferien Kinder an Corona erkrankt sein, werden nach Aussage von Bauer die Notfallpläne des Gesundheitsamtes wirksam. Die Schule selber hat für ein derartiges "Worst-Case-Szenario" derzeit noch keine Vorkehrungen getroffen. "Vorausplanen geht im Moment gar nicht, so Bauer. 

Von Florian Ladurner

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