Prominente Schauspieler geben sich die Ehre

„Nie zu spät“ - Weßling wird zur Kulisse für Primetime-Film

Weßling Filmaufnahmen
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In Weßlings Demosiedlung fand vergangene Woche ein Außendreh statt. Die Schauspieler fahren dabei nicht Auto: Sie werden mit dem Laster kutschiert.

Landkreis - Weßling ist bis Mitte Februar die Bühne für die U5-Filmproduktion „Nie zu spät“, die voraussichtlich im Herbst zur Prime-Time im ARD ausgestrahlt wird. Unter der 40-köpfigen Filmcrew befinden sich namhafte Weßlinger wie Regisseur Tomy Wigand und Harriet Herbig-Matten, die als Filmtochter neben Heino Ferch vor der Kamera steht.

Die Idee, statt wie geplant in Frankfurt in Weßling zu drehen, ist Corona geschuldet und stammt vom Hauptdarsteller Heino Ferch, erzählt Wigand, der für den Film kurzerhand sein Zuhause aufgegeben hat. In die Ringstraße zieht der berühmte Schauspieler – oder besser gesagt die Hauptfigur Flugkapitän Paul Langer, den der Schauspieler verkörpert. Wigand teilt sich derweil mit anderen Filmschaffenden ein Appartement am Ammersee und seine Frau Barbara Reik, die übrigens in der Komparsenrolle der durch den Schnee stöckelnden Supermom zu sehen ist, kommt mit den beiden Söhnen bei Oma unter.  

 Gefilmt wird an vierzehn von insgesamt 23 Drehtagen rund um den Weßlinger See. Dreh- und Angelpunkt ist die Ringstraße 1, die nicht weit entfernt vom Filmzuhause des Hauptdarstellers ist. In dem leerstehenden Haus können sich die Mitwirkenden bei einer Tasse Kaffee oder Tee von Caterer „Pausenlos“ aufwärmen. Allerdings erst nach dem täglichen Schnelltest. Positiv sei noch keiner ausgefallen, sagt Aufnahmeleiter Andreas Wanner. Auch das Elternpaar ist negativ getestet, das vor dem Eingang auf ihren Einsatz als Komparsen wartet. Und die Maske sitzt gleich im doppelten Sinn: Das zweite Gesicht gab es von der Maskenbildnerin auf dem gegenüberliegenden Grundstück, während am Arbeitsplatz Maskenpflicht herrscht. Zwei Coronabeauftragte kümmern sich um Tests, Masken und die Umsetzung der Hygieneregeln. Alles in allem koste ihr Einsatz an die 60 000 Euro, sagt Wigand. Das entspreche grob einem Drehtag.

 Am Freitag wurden zwei Szenen gedreht. Eine entstand im Seehäusel, das kurzerhand zum Waldkindergarten umfunktioniert worden ist. Und eine Sequenz spielt in der Demossiedlung. Dort steigt Heino Ferch um zehn Uhr in Kapitänsuniform in einen blauen VW-Caddy, den seine Frau Susa fährt. So zumindest sieht das nach dem Schnitt für den Zuschauer aus. Die Anwohner der Siedlung wissen es besser: Das Auto steht auf einem Anhänger und wird von einem Laster durch die engen Gassen kutschiert. Im Auto filmt der Kameramann den Hauptdarsteller, der gedankenverloren aus dem Fenster starrt. Vor Augen hat der Filmvater seinen persönlichen Albtraum: Kinderwagen schiebende und den schreienden Nachwuchs beruhigende Väter. Aufnahmen, die Heino Ferch life nicht zu sehen kriegt, denn sein Weg führt direkt in den „Kindergarten“ seines Filmsohnes Franz (Jakob Gottlieb), verrät der Aufnahmeleiter. Wanner ist unter anderem der Ansprechpartner für die Anwohner an den Drehorten, die schließlich einiges aushalten müssen. Etwa eine im Rahmen der Aufnahmen durchgeführte Straßensperre. Die Weßlinger seien sehr nett, versichert Wanner. Ärger habe es nie gegeben. Im Gegenteil: „Sie haben uns viel Glück für die Aufnahmen gewünscht.“

 Michèle Kirner

Die Story der Komödie aus der Feder von Sarah Schnier „Nie zu spät“

Flugkapitän Paul Langer ist Vater von drei Kindern aus drei Ehen. Weil er vor lauter Arbeit nur am Rande mitgekriegt hat, wie seine 17-jährige Tochter Tabea (Harriet Herbig-Matten) und sein 22-jähriger Sohn Jonas (Hip-Hopper Pablo Grant) erwachsen geworden sind. Also verspricht er seiner jetzigen Frau, sich in fünf Jahren um den gemeinsamen Sohn Franz zu kümmern. Aber dann bekommt der knapp 60-Jährige die Chance, als Krönung seiner Karriere als Langstreckenpilot durch die Welt zu fliegen und verschiebt seine Rente. Filmfrau Susa, Picco von Groote, setzt ihm ein Ultimatum: „Franz ist deine letzte Chance, endlich ein richtiger Vater zu werden. Und genau diese Chance gebe ich dir,  Paul! Eine Woche lang. Ich kann dir nur raten: Nutze sie“, sagt sie und zwingt Paul in die Vaterrolle des mittlerweile Fünfjährigen – und dann stehen plötzlich auch noch die beiden Kinder aus den ersten Ehen mit ihren Problemen vor seiner Türe.

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