Nikolaushalle in Herrsching: Es droht Harzverbot

"Aus Vorfall gelernt"

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Handballer und andere TSV-Mitglieder packten beim Reparieren vom Boden und Putzen der Armaturen und Umkleiden in der Nikolaushalle an.

Herrsching – Mit Herrschings Sportverein und der Nikolaushalle ist es so eine Sache: Für die Volleyballer ist die Halle zu klein und die Handballer bräuchten einen Trainingsraum, in dem sie mit Harz spielen dürfen, damit der Ball besser haftet – und es könnte passieren, dass sie in Zukunft genau das nicht mehr dürfen.

Dabei hatten sich Jung und Alt der Abteilung beim Putzen und Reparieren richtig ins Zeug gelegt, nachdem der Sportsaal diese Woche für Schüler und Vereine gesperrt war. Seit Freitag ist sie wieder bespielbar und gemäß Christina Reich „picobello sauer“ und alle 60 Deckel wieder an Ort und Stelle.

Am Mittwoch vergangene Woche hatte die dritte Bürgermeisterin gemeinsam mit der Vorsitzenden des TSV Herrsching, Hannelore Doch, spontan ein paar Handballer zusammengetrommelt, mit ihnen auf Anleitung eines Fachmanns den Kleber von den Abdeckungen der Pfostenhalterungen geschmirgelt, den Belag wieder aufgeklebt und Armaturen, Umkleiden und alle Gerätschaften in der Halle gereinigt. Ohne aggressives Putzmittel – und ab sofort gelte ein Plan, aufgrund dessen die Mannschaften reihum zum Putzdienst eingeteilt werden, sagte Reich. Wie meistens kamen mehrere Vorfälle zusammen: Der Hausmeister lag im Krankenhaus, der die losen Deckel laufend repariert. Obenauf wurde ein falscher Kleber benutzt. Die Mitglieder seien jetzt in Sachen Reparieren eingewiesen und könnten laut Reich selber Hand anlegen. „Wir haben aus dem Vorfall gelernt“, versicherte Doch.

Klärendes Gespräch abgelehnt 

Trotzdem: Florian Thurmair, Rektor der Christian-Morgenstern-Schule, besteht auf das Harzverbot. „Herr Thurmair hat mein vollstes Verständnis“, sagte Reich auf Rückfrage. „Es tut uns unendlich leid, dass es so weit gekommen ist“, bedauerte auch die Vorsitzende. Thurmair aber hat genug. Er erinnerte an die anderen Nutzer, für die der Dreck unzumutbar sei. Nachdem er die Halle bereits im Dezember 2016 für den Schulsport schließen musste und nach einigen Gesprächen mit den Handballern in der Vergangenheit, werde er erst wieder in der öffentlichen Sitzung sprechen. Damit lehnte er das von den Handballern gewünschte klärende Gespräch ab. Reich findet das nach eigenen Worten sehr schade. „Ich bin immer dafür, dass man im Gespräch gemeinsam einen Kompromiss findet“, sagte die Herrschingerin, die in ihrer Jugend selber in der Nikolaushalle mit Harz Handball gespielt hatte.

Thurmair habe Hausrecht 

Ein Verbot hätte fatale Folgen für die Liga, glaubt sie. Die Dreifachturnhalle wurde in den 1980er Jahren extra groß gebaut, damit neben der Schule auch die Vereine eine Heimat haben. Damals zählte die Schule 400 Kinder, so Bürgermeister Christian Schiller. Jetzt seien es 800 – und Thurmair habe das Hausrecht. „Ich möchte einen Beschluss im Gemeinderat“, betonte der Rektor. „Die Entscheidung akzeptiere ich dann auch.“ Und diese fällt erst in der Sitzung am 12. März.

Vin Michele Kirner

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