Ehre, wem Ehre gebührt

Nina Hoss erhält Hannelore-Elsner-Preis - Filmgespräch in Tutzing

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Die mit dem Hannelore-Elsner-Preis 2020 ausgezeichnete Schauspielerin Nina Hoss (Mitte) war auch Ehrengast beim „Filmgespräch am See“, das die Akademie für politische Bildung organisiert hatte. Hoss diskutierte mit Katrin Gebbe und Nico Hofmann Freud und Leid der deutschen Filmbranche.

Starnberg – Für ihre herausragende Schauspielkunst hat das Fünf Seen Filmfestival der international bekannten deutschen Schauspielerin Nina Hoss den Hannelore-Elsner-Preis verliehen. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung wurde dem Film- und Theaterstar am vergangenen Samstag im Rahmen einer Open Air Feier direkt am Starnberger See überreicht.

“Nina Hoss hat seit Jahren und mit jedem Film mehr national als auch international bewiesen, welch herausragende Schauspielerin sie ist. Mit ihrem Spiel gewinnen die von ihr verkörperten Frauenfiguren Vielschichtigkeit und Tiefe. Ihr ungebrochener Umgang mit Herausforderungen - egal ob vor der Kamera oder auf der Theaterbühne - waren für das Fünf Seen Filmfestival ausschlaggebend, ihr den diesjährigen Hannelore-Elsner-Preis für außergewöhnliche Schauspielkunst zu verleihen“, so Festivalleiter Matthias Helwig. 

Der Film- und Theaterschauspieler Lars Eidinger würdigte in einer Videobotschaft das einzigartige Talent von Nina Hoss, das seinesgleichen sucht und „das über das geht, was die meisten von uns ausdrücken können. Du lässt es zu, dass man Dich trifft und Du lässt Dich berühren. Und ich finde, Attribute wie eine starke Frau unterläufst Du komplett.“ Als Zuschauer sei es ein intensives Erlebnis, sich mit Nina Hoss durch einen Film zu bewegen. „Da bist Du, glaube ich, ziemlich unerreicht“, betonte Eidinger. Dominik Elsner, der Sohn der im April 2019 verstorbenen Hannelore Elsner sagte, durch die Verleihung des Hannelore-Elsner-Preises bleibe seine Mutter in „allen Herzen und das ist mir sehr, sehr wichtig.“ Nina Hoss bezeichnete er als „absolut ebenbürtig“ zu der schauspielerischen Leistung seiner Mutter Hannelore. 

Im Anschluss an die Preisverleihung wurde der noch nicht im Kino gezeigte Film „Schwesterlein“ (von Stéphanie Chuat, Véronique Reymond) präsentiert. Die Schweiz hat das Krebsdrama, in dem Nina Hoss an der Seite von Lars Eidinger spielt, in das Oscar-Rennen geschickt. Im vergangenen Jahr war der Hannelore-Elsner-Schauspielpreis erstmals vergeben worden. Erste Preisträgerin war die deutsche Schauspielerin Barbara Auer. Der Film „Schwesterlein“ hatte im vergangenen Februar bei der Berlinale Premiere gefeiert und soll am 29. Oktober in die deutschen Kinos kommen.

Hannelore Elsner war 2011 Ehrengast auf dem Fünf Seen Filmfestival FSFF und hat in den folgenden Jahren das Festival wieder und wieder besucht. So entstand eine besondere Bindung zwischen ihr und dem Fünf Seen Filmfestival. Festivalleiter Matthias Helwig: „Hannelore Elsner war nicht nur eine überragende und unvergesslich bleibende Schauspielerin, sondern vermochte vor allem durch ihre Ehrlichkeit und Offenheit zu begeistern. Dass sie als Ehrengast einfach eine Einladung von mir in einen unbekannten russischen Film annahm und dann voller Enthusiasmus mit dem Regisseur debattierte, zeigte ihre Neugierde und ihre stete Suche nach möglichem Leben und Erleben jenseits aller Allüren. Es war für mich fast eine Selbstverständlichkeit, ihr zu Ehren diesen Preis 2019 ins Leben zu rufen.“

Von Kreisbote

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