„Kein Drive-In für Abstrich Service!“

Notaufnahme-Container am Klinikum Starnberg installiert: Aufgaben in Notfallversorgung wird weiter nachgekommen

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Am vergangenen Freitag wurden die Container angeliefert und sind seit Montag für Corona-Patienten im Einsatz. Rund um die Uhr werden mindestens ein Arzt und eine Pflegekraft zur Verfügung stehen.

Starnberg – Auch wenn es derzeit am Klinikum Starnberg keine Probleme mit der Versorgung von an Covid19 (Corona-Virus) erkrankten Patienten gibt, laufen die Vorbereitungen für einen möglichen Ansturm auf Hochtouren. So wurden unter anderem am vergangenen Freitag im Außenbereich vor der Notaufnahme fünf Container aufgestellt.

„Diese Lösung ist für infektiöse Patienten und wurde durch die unbürokratische Unterstützung durch das BRK, den Katastrophenschutz und das Landratsamt Starnberg möglich“, so Professor Dr. Florian Krötz, Leitender Arzt Invasive Kardiologie. Der Leiter des Herzkatheterlabors ist zudem Mitglied des klinikinternen Krisenteams, das sich täglich zur Lagebesprechung trifft. 

Am Eingang der Klinik melden

Die Container stellen ab Montag eine Art Covid-Notaufnahme dar. Patienten melden sich zunächst direkt am Eingang der Klinik, schildern dort ihre Symptome und auch, ob sie sich jüngst in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten haben. So soll gewährleistet werden, dass möglichst kein infizierter Patient das Klinikum weiter als notwendig betritt. Liegt ein Verdacht auf Corona nahe, kommen die Patienten in den Notaufnahme-Container, in dem die weitere Behandlung festgelegt wird. Eine wichtige Rolle werde dabei auch die Lungenfachklinik Gauting als Pandemiezentrum spielen. „Durch dieses Verfahren soll garantiert werden, dass das Klinikum Starnberg durchgehend Corona-Patienten behandeln und gleichzeitig seinen Aufgaben in der Notfallversorgung nachkommen kann“, so Krötz. 

Entscheidend dabei sei ein ressourcenschonender Umgang mit Personal und Schutzausrüstung. „Der Notaufnahmecontainer kann auf keinen Fall die Rolle eines Drive-In Abstrich-Services für die Allgemeinbevölkerung übernehmen“, betont Krötz. Den hat der Landkreis übers Wochenende in Andechs errichtet. Ab Mittwoch können dort Patienten getestet werden, allerdings nur auf ärztliche Anordnung. Neben der Container-Lösung wurden im gesamten Haus kurzfristig Parallelstrukturen für Coronapatienten und Nicht-Coronapatienten geschaffen, so dass in den Bereichen Kinderheilkunde, Herzinfarkt- und Schlaganfallversorgung sowie der Chirurgie Patienten behandelt werden können, ohne dadurch einem erhöhten Risiko ausgesetzt zu werden, sich mit Corona zu infizieren. 

Das gilt natürlich auch für die stark frequentierte Geburtshilfe. So wurde hierfür im benachbarten Policenter eine Möglichkeit für infizierte Schwangere geschaffen. Kaum war sie fertig eingerichtet, kam dort auch schon das erste Kind gesund zur Welt. „Gleichzeitig wird im Bereich Intensivkapazität und allgemeiner Infektionsstation aufgerüstet, um für den Extremfall vorbereitet zu sein“, so Professor Krötz. Zu den vorbereitenden Maßnahmen gehörten auch Schnellschulungen für Personal aus der Verwaltung wie dem Controlling, die in ihrem Lebenslauf einen medizinischen Hintergrund haben, um Ärzten und Pflegekräften bei Bedarf zur Hand zu gehen. 

Unterstützung gesucht 

Auch bittet das Klinikum externe Ärzte, Medizinstudenten und Pflegekräfte jeglicher Form um Unterstützung und darum, sich im Klinik-Stellenportal "Karriere" in der entsprechenden Rubrik zu registrieren, damit sie im Notfall kontaktiert werden können (www. starnberger-kliniken-karriereportal.mein-check-in.de/list). Ein kurzer Lebenslauf, Zeugnis sowie eine Telefonnummer genügen als Angaben. Wir bedanken uns schon jetzt sehr für ihre Hilfe und ihr Engagement“, so Klinik-Chef Heiner Kelbel. Bezüglich des aktuell bestehende Besuchsverbots noch einmal der Hinweis, dass es nur Ausnahmen auf der Palliativ- und Kinderstation sowie für werdende Väter gibt. Die Besucher werden gebeten, sich in diesem Fall an die Mitarbeiter des Empfangs im Eingangsbereich zu wenden.

Von Kreisbote

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