"Operation Selbstzerstörung"

Stürmische Zeiten für Bürgermeister Werner Röslmair in Inning. Zumindest in Punkto Umgehungsstraße nimmt der Protest zu. Unter anderem befürchtet die Bürgerinitiative „Wir in Inning“ durch den Bau der Trasse negative Auswirkungen auf die Umwelt, die Naherholung und die Luftqualität.

Für das nach eigenen Worten unabhängige Bürgerforum „Wir in Inning“ gibt es zum Thema Umgehungsstraße nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Im Übrigen stünde der Nutzen einer Umgehung in keinem angemessenen Verhältnis zu den negativen Auswirkungen, die in Kauf genommen werden müssen. „Bei der Trasse handelt es sich um ein reaktionäres Festhalten von alten Zöpfen aus den 60ger Jahren. Dieses alte Konzept trägt weder zu der inzwischen in Inning stattgefundenen Weiterentwicklung des Ortes, noch einer weitsichtigen Verkehrsplanung bei“, teilt BI-Sprecher Frank Kinscherff in einer Presseerklärung mit. Mitstreiter Robert Kaltenbrunner weist außerdem darauf hin, dass es „…für die Entlastung des Ortskerns nur eine Lösung geben kann. Ein neues modernes Verkehrskonzept für den Kreis Starnberg, das die Gemeinden Inning, Breitbrunn und Herrsching beinhaltet“. Dem 1998 gegründeten Bürgerforum „Wir in Inning“, haben sich laut Kinscherff mittlerweile 120 Bürger angeschlossen. Ziel ist es, durch Transparente und weitere Aktionen den Bau der Trasse zu verhindern. Zum gleichen Thema meldeten sich Manfred und Eva Schneider zu Wort. Sie schreiben: „Wir leben nun seit circa fünf Jahren in Inning und können dieses Bauvorhaben nicht nachvollziehen, da der Verkehr nicht zugenommen hat und überschaubar geblieben ist.“ Das Paar vermuten, dass der ortsansässige Edeka-Markt Verursacher des verstärkten Verkehrsaufkommens ist. „Wäre es da nicht billiger, einfacher und sinnvoller, diesen in das nahe gelegene Industrieviertel umzusiedeln?“ Felix Meckbach aus Inning nennt das Projekt Umgehung „Operation Selbstzerstörung“. Weiter fragt er nach: „Wie kann es sein, dass eine Gemeinde, die sich Inning am Ammersee nennt, den Ort freiwillig vom See abtrennen will und sich damit jegliche Entwicklungsmöglichkeit in diese Richtung nimmt?“ Wie berichtet, hat sich bereits das Fernsehen mit dem Thema befasst. Entgegen der Beobachtungen durch die Kritiker ist in dem Beitrag ein erhebliches Verkehrsaufkommen durch den Ort festgestellt worden. Außerdem demonstrierte eine betroffene Mutter, dass es zu Hauptverkehrszeiten für Schulkinder und ältere Menschen fast nicht möglich ist, ungefährdet die Durchgangsstraße zu überqueren.

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