Osteuropahilfe

Schwierige Hilfe durch den Bürgerkrieg

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Aufkirchen – Seit mehr als 20 Jahren kümmert sich Osteuropahilfe der Landkreise Starnberg und Bad Tölz-Wolfratshausen um in Not geratene Bürger der Ukraine. In Zeiten der politischen Auseinandersetzung im Land ist der Verein wichtiger denn je.

Anwesend waren auch Anita Weininger und Serafima Gladkowa-Will aus der Ukraine. Sie sind das Bindeglied zwischen der Hilfe und den Bedürftigen. Zwischen zwei bis fünf Lastwagen an Hilfsgüter werden jedes Jahr nach Brody und Lemberg in die West-Ukraine gefahren. Das geht nicht immer problemlos. „Im März wurde einem Hilfstransport durch eine plötzliche Blockade der ukrainischen Behörde die Einfahrt verweigert“, blickte Erhard Hoppe zurück. Die Ladung erreichte erst vier Wochen später ihren Bestimmungsort. Die deutschstämmige Ukrainerin Weininger hilft bei den Zoll-Formalitäten – und sie und ihre Kolleginnen vor Ort wissen, wo die Not am größten ist. Mittlerweile hat der Verein 100 Mitglieder und hat einige permanente Projekte wie das Straßenkinder-Projekt „Oberrih“ und das Resozialisierungsprojekt für Strafentlassene sowie die Suppenküche im Land installiert. Außerdem versorgt die Osteuropahilfe rund 110 Sechs- bis 17-Jährige in einer Internatsschule für hörbehinderte Kinder. Dort haben die Ehrenamtlichen neuerdings auch eine Zahnarztpraxis etabliert. „Schon junge Ukrainer haben kaum noch Zähne, weil sie es sich nicht leisten können“, so Hoppe. In einem Sondertransport lieferten sie heuer Geld- und Sachspenden für die Flüchtlinge aus dem Osten. Mehr oder weniger spontan ist die im Dezember geplante Lieferung des von den Stadtwerken gesponserte Notstromaggregat für ein Krankenhaus, das die Stromausfälle überbrücken muss. Ingenieur und Vorstandsmitglied Friedrich Jacob war zwei Mal mit einer Delegation in der Ukraine und erkannte den Bedarf. Heidrun Opitz vertritt fortan im Vorstand die Frauen. „Ich habe schon immer moniert, dass Frauen zu wenig Gewicht haben im Vorstand.“ Manchmal brauche es aber eine Frau, um die im Land unterdrückten Mädchen und Frauen zu unterstützen. „Ich möchte ihnen Mut machen und ihr Sprachrohr sein.“ Nach dem Tod des langjährigen ersten Vorsitzenden Richard Dimbath im Mai, übernahm Hoppe kommissarisch sein Amt. Er wurde einstimmig als erster Vorsitzender bestätigt wie auch sein Stellvertreter Roderich von Pilar. mk

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