Auf dem Gilchinger Marktplatz

Partnerschafts-Wahrzeichen muss saniert werden

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Das Holz verzogen, die Farbe blättert ab: Die zwei Halbkugeln, das Partnerschaftswahrzeichen auf dem Gilchinger Marktplatz, muss nach acht Jahren grundlegend saniert werden.

Gilching – Die einen nennen sie eine hässliche Kugel, andere sind stolz auf das Partnerschafts-Symbol am Marktplatz in Gilching. Länderübergreifend sollte so die Beziehung zur italienischen Stadt Cecina bekräftigt werden. Doch schon kurz nach Aufstellen des neuen Wahrzeichens verzog sich das Holz der zwei Halbkugeln und die Farbe blätterte ab.

Den Vorschlag, durch ein gemeinsames Projekt die Partnerschaft zwischen Gilching und Cecina zu festigen, hatte die verstorbene CSU-Gemeinderätin Adelheid Dörmer. Das ist nun gut zehn Jahre her. Auf Anregung von Dörmer wurde außerdem der italienische Künstler Antonio Fiengo beauftragt, ein entsprechendes Symbol zu entwerfen. Im Jahr 2004 stellte er ein Modell vor, das allgemein Zustimmung im Gemeinderat fand. Die Idee waren zwei Halbkugeln aus Parkettbohlen, die durch Bronze-Hände zusammengehalten werden. Dazu sollten die Hände von Honoratioren aus Gilching und Cecina Modell stehen. Unter anderem mit dabei Adelheid Dörmer, die seinerzeit auch Referentin für die Partnerschaft war, der damalige Bürgermeister Thomas Reich (Freie Wähler) und Jakob Promoli, ehemaliger Vorsitzender des Cecina-Vereins. Einwände gab es schon damals beim Holz, da dieses Material ein Eigenleben führt und überdies aufwändig gepflegt werden muss. „Auch unsere Partnerschaft muss gepflegt werden“, zerstreute der Professor die Bedenken. Schon bald jedoch war die Begeisterung zunehmenden Unmut gewichen. Zum einen beklagte Fiengo, dass durch die mittlerweile aufgestellten Eisen-Stelen der freie Blick auf sein Kunstwerk verwehrt werde. Die Kommune kam dem Professor entgegen und versprach, bei Bedarf störende Stelen zu entfernen. Bekanntlich fielen zwei dieser rund acht Meter hohen Eisenteile dem Wahrzeichen zum Opfer. Einzelhändler wiederum kritisierten, dass durch die überdimensionale Kugel der Platz für eine Bühne fehlt. Zumal ursprünglich Ziel der Kommune war, durch Veranstaltungen den Marktplatz zu beleben. Mehr aber für Kritik sorgte der Anstieg der Kosten, die in astronomische Höhen hochschnellten. Aus einmal genehmigten 45.000 Euro inklusiver Honorar, Transport und Aufstellen der zwei Halbkugeln waren mittlerweile über 100.000 Euro geworden. Bei der Einweihung anlässlich 20 Jahre Partnerschaft im Jahr 2009 jedoch war der Ärger vergessen. Reich sicherte zu, dass die Gemeinde sich so ein Kunstwerk leisten könne und dass deshalb auch kein anderes Projekt zu kurz gekommen sei. Festgäste wie Landrat Karl Roth und der damalige Kunstminister Thomas Goppel lobten das Werk. Doch schon bald drohte neues Ungemach. Diverse Parkettteile lösten sich beziehungsweise faulte das Holz. Dieser Tage nun soll das Wahrzeichen laut Gemeinde abgebaut und von Grund auf saniert werden. Die Kosten sind nicht bekannt. pop

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