Percussionist Stephan Maass

Musik für Extrem-Springer Felix Baumgartner

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Herrsching – Wenn man die Musik hört, kommt man schnell auf den Gedanken, er könnte mit dabei gewesen sein, dort oben.

Spätestens seit dem Sprung von Felix Baumgartner aus 39 Kilometer Höhe ins All dürfte Stephan Maass einer breiteren Öffentlichkeit bekannt sein. Zu den atemberaubenden Bildern lieferte der Wahl-Herrschinger, der seit einem Jahr mit seiner Frau am beschaulichen Köderbichl wohnt, die Musik. Aber auch vor dem spektakulären Weltraum-Ereignis war Stephan Maass’ Tonarbeit regelmäßig zu hören. 1967 wird er in der Hallertau geboren und spielt bereits in „ganzen jungen Jahren“ in Schülerbands – meist das Schlagzeug. „Die Fehlzeiten waren beträchtlich“, schildert Maass seine Schullaufbahn, der keinen Hehl daraus macht, dass ihm die Musik schon immer wichtiger war als eine gute Note im Zeugnis. Mit 18 Jahren spielt der leidenschaftlichen Percussionist bereits in Hugo Strassers Tanzband, gewinnt Wettbewerbe und beginnt nach dem Zivildienst – logisch – ein Musikstudium. Nach zwei Tagen wirft Maass seine Uni-Karriere wieder hin: „Das war alles zu verschult und reglementiert, ich habe gleich gewusst, das ist nichts für mich“. Fortan widmet sich Maass der Filmmusik und verdient sein Geld mit Studioaufnahmen für Krimiserien wie „Ein Fall für Zwei“. Mit seinem Schlagzeug baut er bei Verfolgungsjagden Spannung auf und unterstreicht in Doris Dörries Kino-Erfolg „Männer“ Szenen, in denen es eher gefühlvoll zugeht. „Studioaufnahmen sind unheimlich anstrengend“, erzählt er. Denn meist habe man keine Zeit und müsse sofort für eine Szene den passenden Sound parat haben. „Im Studio muss es schnell gehen“, sagt er. Das funktioniert freilich nur, wenn man sich mit dem Regisseur und dem Komponisten gut versteht und weiß, was diese wollen. In Wien wohnt Maass unweit des Naschmarktes, dort fühlt er sich zuhause Die Suche nach neuen musikalischen Herausforderungen führt Maass 1992 nach Wien. Dort wohnt er nahe des legendären Naschmarktes und tut sich am Anfang schwer, Kontakte zur dortigen Musikszene zu knüpfen. „Ich kannte niemanden und niemand kannte mich“, sinniert er über die Zeit. Was sich nach zwei Jahren ändern sollte. Maass taucht ein in den Austropop, spielt mit den Großen der 90er: mit Danzer, Ambros und Fendrich. Er lernt die Jazz- und Elektroszene kennen, er nimmt ein wenig den Wiener Dialekt an, der auch heute noch gut zu hören ist. Sein absolut größtes Erlebnis in seinen 20 Jahren in Österreich war für ihn ein Auftritt beim Donauinselfest, das seit 1984 stattfindet. „Das war der Wahnsinn, Du kommst raus auf die Bühne und siehst nur noch Menschen“, erinnert er sich. Rund 200.000 Besucher drängen sich jedes Jahr im Juni auf der Insel vor Wien. „Du bekommst eine Gänsehaut.“ Parallel zu seinen Konzert- und Studioarbeiten gibt Maass an der Anton-Bruckner-Universität in Linz Percussions-Kurse, was schließlich in eine halbe Professorenstelle im „Zentralen künstlerischen Hauptfach Percussion“ mündet. „Ich erkläre meinen Studenten auch, wie sich das Berufsbild Musiker verändert hat, dass sie sich heute selbst promoten müssen und vor allem, dass sie sich selbst und ihr Instrument ausprobieren müssen.“ Und wie kam Stephan Maass zu Felix Baumgartner? Über das „Hanger-7-Projekt“, das er gemeinsam mit anderen Musikern in einer Salzburger Flug- zeughalle ins Leben rief. Ein Vertreter des Sponsors Red Bull hörte die Aufnahmen und war sofort begeistert. „Ein Hanger hat einen fantastischen Nachhall“, schildert Maass, der früher mit großer Begeisterung des nächtens die Space Night im Bayerischen Fernsehen gesehen hat. Die Satellitenaufnahmen haben ihn musikalisch beeinflusst. Maass: „Mit dem passenden Sound bekommen die Bilder noch einmal eine ganz andere Wirkung.“ Oliver Puls

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