Persönliche Gründe

Bürgermeister Peter Flach bedauerte es sehr, dass Gemeinderätin Brigitte Grunert auf eigenen Wunsch aus dem Gemeinderat Wörthsee ausscheidet. Aus persönlichen Gründen habe sie ihren örtlichen Lebensmittelpunkt verändert, so das Gemeindeoberhaupt in der jüngsten Sitzung. Brigitte Grunert zieht nach 24 Jahren in Wörthsee nun nach Inning.

Sieben Jahre gehörte sie dem Gemeinderat an. Peter Flach schätzte vor allem ihre konstruktive und kollegiale Zusammenarbeit. „Wir werden sie sehr vermissen und können nur hoffen, dass der freundschaftliche und respektvolle Umgangston auch nach ihrem Weggang uns erhalten bleibt. Wir waren sehr überrascht von ihrem Entschluss und bedauern diesen Schritt. Vielleicht dürfen wir sie ja wieder einmal als Bürgerin Wörthsees begrüßen.“ Während ihrer Amtszeit hat sich Grunert stark für die Linie der Grünen gemacht und sich engagiert für grüne Themen eingesetzt. „Auch die Tiere und Pflanzen in unserer Gemeinde werden sie vermissen.“ Hartnäckig verfolgte sie ihre Ziele und ihr Streben war stets mit Erfolg gekrönt, unterstrich der Rathauschef. „Brigitte Grunert hat sich um unsere Gemeinde verdient gemacht.“ Von der politischen Bühne wird sie nicht ganz verschwinden, da sie ihr Mandat als Kreisrätin behält. Zum Abschied hatte sich der Gemeinderat etwas „Grünes“ für die Architektin überlegt und überreichte ihr zur Erinnerung einen kleinen Baum. Vor sieben Jahren hat sich Grunert als Sympathisantin der Grünen für die Kommunalwahl aufstellen lassen. „Mitglied der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen war ich allerdings nie“, erzählt die Neu-Inningerin. „2001 war ich erstmals politisch aktiv und setzte mich aktiv gegen das geplante große 18 Hektar große Gewerbegebiet in Etterschlag ein.“ Durch ein Bürgerbegehren ließ sich der Beschluss damals aufheben. Die ganze Geschichte hatte eine große kontroverse Diskussion ausgelöst, so Grunert, die sich seit ihrer Schulzeit für Umweltthemen interessiert. „Mir brachte es eine hohe Popularität in der Gemeinde ein, woraufhin die Grünen mich baten auf ihrer Liste für die Kommunalwahl 2002 anzutreten. So bin ich in der Politik gelandet.“ In der vergangenen Sitzungsperiode lag ihr der Fußgängerüberweg in Etterschlag besonders am Herzen. „In einem langen Kampf haben wir uns gerade für die Sicherheit unserer Grundschüler eingesetzt.“ An einer „lockeren“ Baumschutzverordnung für die Gemeinde Wörthsee sei sie genauso gescheitert wie an einer kleinen Fußgängerzone im Bereich des Rathauses, bedauert Grunert. Ihr Anliegen war es schon immer, Bäume zu schützen und diese nicht willkürlich zu fällen. Leider ließen sich die Bäume in Wörthsee nur durch Bebauungspläne schützen. Die wenigsten Bäume waren hierin enthalten und wenn dann meist nur ungenau beschrieben. Was die Fußgängerzone betrifft so wünschte sie sich den Verkehr aus dem seenahen Gebiet im Bereich Rathaus herausziehen. „Hierfür konnte ich aber keine Mehrheit im Gemeinderat gewinnen.“ Als die „AGENDA 21“ vor fünf Jahren abzusterben drohte, nahm sie sich dieser an und führte diese wieder auf Erfolgskurs. Mit dem kürzlich eröffneten Naturlehrpfad ist der „AGENDA 21“gelungen mit großem Engagement und fachlicher Kompetenz wesentliche Aspekte der Kultur- und Naturlandschaft um den Wörthsee herum allgemeinverständlich darzustellen. „Die Gemeinde Wörthsee ist mir sehr ans Herz gewachsen, immerhin habe ich 24 Jahre meines Lebens dort verbracht“, so Grunert. „Jetzt genieße ich meinen Ruhestand“, sagt die Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Eine Kandidatur für den Gemeinderat in Inning in fünf Jahren könne sie sich heute nicht vorstellen. Für die grünen Themen wird sie sich aber weiterhin im Bauausschuss des Kreistages einsetzen. Mit Peter Steinhöfel, Gerhard Grobbel und zuvor mit Gundi Kögel (alle Bündnis 90/Die Grünen) hat sie all die Jahre im Gemeinderat sehr gerne und erfolgreich zusammengearbeitet. Auch weil die „Grünen“ in der Gemeinde Wörthsee ein sehr „gutes Standing“ haben was die Grünen-Politik betrifft. Sie schätzt sie ihre Kollegen vor allem als sehr engagierte Politiker mit Herz und Sachverstand. Ihren Platz im Gemeinderat wir die Ortsvorsitzende der Grünen, Roswitha „Bobby“ Gahn einnehmen.

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