Petition an den Landtag

Mit einer Petition wollen die Söckinger den geplanten Digitalfunk-Mast auf dem Alersberg doch noch verhindern. Foto: Jaksch

Obwohl Starnbergs Politiker mehrheitlich gegen einen BOS-Funkmast (für ein digitales Funknetz für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, sprich Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste etc.)auf dem Alersberg bei Söcking in unmittelbarer Nähe der Wohnbebauung sind, will der Freistaat an dem Standort „Anhöhe Wald“ festhalten. Dieser sei eine Alternative zum ursprünglich angedachten Standort Alersberg, da er mehr als doppelt so weit entfernt zur Gartenstadt liege, so das Innenministerium. Die Bürgerinitiative Alersberg sieht das keineswegs so. Sie ärgert sich über das „rücksichtslose“ Vorgehen des Freistaates und hat nun eine Petition an den Bayerischen Landtag vorbe- reitet.

Was den Söckingern vor allem sauer aufstößt: Wie das Innenministerium die Beschlüsse des Starnberger Stadtrates und die Sorgen der betroffenen Bürger missachtet sowie deren Bemühungen, einen geeigneteren Alternativstandort anzubieten. So hatte die BI frühzeitig ein städtisches Grundstück an der Straße Hadorf-Söcking vorgeschlagen. Dieser liegt rund 1.000 Meter entfernt zur geschlossenen Wohnbebauung (und rund 620 Meter entfernt von einem einzelnen Wohngebäude). Als Ergänzung zu diesem Standort – weil dieser für die gesamte Netz-Abdeckung von Starnberg nicht aus- reicht - hatte die BI außerdem noch den bereits vorhandenen Mobil-Funkmasten in Wangen angeregt sowie etwas später einen weiteren Standort im Wald bei Wangen vorgeschlagen. Obwohl sie diese Alternativen den staatlichen Stellen – darunter Ministerpräsident Host Seehofer – präsentiert hatten, blieb dem Vernehmen nach eine Antwort bisher aus. Wei- teres Ärgernis für die BI: Das rücksichtslose Vorgehen der Verantwortlichen im Innenministerium und bei der Firma Telent GmbH (vom Staat beauftragte Firma zur Standortaquise). Trotz zweier entgegen stehender Beschlüsse des Starnberger Stadtrates beabsichtige das Innenministerium aktuell auf einem Privatgrundstück in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung auf dem Alersberg in Starnberg-Söcking einen 53 Meter hohen Digital-Mast errichten zu lassen. Der Stadtrat hatte den Bedenken der Söckinger eigentlich nämlich Rechnung getragen und sich generell gegen einen Funkmast für Behördenfunk auf dem Alersberg ausgesprochen – weder auf dem ursprünglichen angedachten Grundstück, dass in 70 Meter Entfernung zur Wohnbebauung liegt noch auf dem vom Innenministerium als Alternative vorgeschlagenen Standort in 130 Meter Entfernung zur Wohnbebauung. Allerdings muss sich der Frei- staat an diesen Beschluss nicht halten. Die Stadt Starnberg wird bei diesem Verfahren nur gehört. So hält das Ministerium nach den neuesten Erkenntnissen auch an dem Standort „Anhöhe Wald“ fest, da dieser ein vernünftiger Kompromiss darstelle, der auch die Interessen der Menschen in Söcking berücksichtige. Außerdem braucht man hier zur Netzabdeckung nur einen Sendemast. Dagegen wäre bei dem BI-Vorschlag ein zweiter in Wangen notwendig, um Starnberg funktechnisch komplett abdecken zu können. Mehrkosten: 900.000 Euro. Mit Hilfe einer Petition wollen die Söckinger nun das Innenministerium zum Umdenken zwingen und „begehren, dass die Bayerische Staatsregierung die Beschlüsse des Stadtrates Starnberg respektiert und beachtet, dass die Planungen zur Errichtung dieses Digitaklfunk-Masts in Starnberg auf dem Alersberg wegen der unmittelbaren Nähe zur Wohnbebauung nicht mehr weiter verfolgt und die noch notwendigen Digitalfunksendeanlagen auf vorhandenen Alternativstandorten mit ausreichend großem Abstand zur Wohnbebauung realisiert werden“. Die Söckinger – vor allem die in der Nähe der des Alersbergs wohnenden Bürger - haben zum Teil massive Ängste vor gesundheitlichen Folgen der geplanten Digitalfunksendeanlage. Auch fürchten die Söckinger, dass Mobilfunkanbieter den Masten künftig ebenfalls nutzen und sich so die Gesamt-Strahlenbelastung enorm erhöht.

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