Pfarrer Gilching

Das kurze Gastspiel eines Beliebten

Gilching – Es gibt beliebte und weniger beliebte Pfarrer. Christoph Lintz jedenfalls gehört mit zu den Geistlichen, die in ihrer Pfarrgemeinde St. Sebastian in Gilching beliebt waren und einiges auf die Beine gestellt haben.

Zum Leidwesen vieler Bürger wurde er durch die Erzdiözese nach gerade einmal vier Jahren Gastspiel in die nahe Landeshauptstadt nach Allach abberufen. Am Sonntag verabschiedeten sich beim traditionellen Pfarrfest viele der Bürger persönlich. Egal auch, wer den Geistlichen, zu welcher Stunde auch immer rief, er war zur Stelle. „Da konnte es auch nachts um zehn Uhr sein, er murrte nie und kam, ohne lange zu fragen“, sagte Eduard Fuchshuber, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit in St. Sebastian. Am Sonntag verabschiedeten sich anlässlich des traditionellen Pfarrfestest bereits viele Offizielle während des Gottesdienstes. Mit einem Stehplatz vor der Kirche vorlieb nehmen musste, wer nicht überpünktlich erschien. Bürgermeister Manfred Walter schaffte es. In seiner Abschiedsrede bedankte sich der Rathauschef für das ungewöhnliche Engagement, insbesondere beim Thema Asyl. „Sie haben ohne zu Zögern sofort die Initiative ergriffen, und als erster Wohnraum für die Flüchtlinge bereitgestellt. Für Sie war ihr Engagement für die Asylbewerber keine Pflichtaufgabe, sondern eine Herzensangelegenheit.“ Dass er auch auf anderen Gebieten nicht viel von Bürokratismus hielt, sondern pragm- atische Lösungen anbot, bestätigte auch Kirchenpfleger Michael Schreindorfer. „Wann immer es um die Finanzen ging oder um Baugeschichten, Sie haben mir stets im Sinne der Sache freie Hand gelassen.“ Für eine offene Zusammenarbeit und für seine Aufgeschlossenheit für neue Ideen bedankte sich Pfarrgemeinderats- vorsitzende Tatjana Kaufmann. Unter anderem ergriff auch die evangelische Amtskollegin das Wort. Dorothea Bezzel lobte sein ökumenisches Verständnis, „bei dem Sie immer das Verbindende und nie das Trennende hervorgehoben haben“. Nach dem Gottesdienst wurde bei 30 Grad im Schatten rund um St. Sebastian gefeiert. Im Angebot Steckerlfisch und exotische Leckerbissen. Auch Annika Hartdegen von der Pfarrjugend war vertreten. Sie bot an einem Stand „zugunsten unserer Kroatienreise“ selbst hergestellten Minz-Sirup an. Sichtlich gerührt nahm Pfarrer Christoph Lintz die vielen persönlichen Dankesworte entgegen. „Es ist bedauerlich, dass ich nach vier Jahren abberufen wurde. Ich bin aber auch dankbar, ein sinnvolles Leben zu führen und hier viele Menschen getroffen zu haben, die mich begleiteten. Falls ich jemandem auf die Füße getreten bin, weil ich zu ungeduldig war, würde mir das sehr leid tun.“ Noch ist Pfarrer Christoph Lintz nicht weg. „Meine letzte Amtshandlung ist eine Taufe am 2. August“, erzählt er. Als Interimspfarrer kommt Raimondo Riva aus Monza. Erst Mitte September tritt der neue Pfarrer, Franz von Lüninck, seinen Dienst an. pop

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