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Pfarrer Peter Brummer ist neuer Ehrenbürger der Gemeinde Tutzing

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Von: Petra Straub

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Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald (l.) ernennt Pfarrer Peter Brummer zum Ehrenbürger. Kulturförderin Brigitte Grande erhält die Bürgermedaille.
Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald (l.) ernennt Pfarrer Peter Brummer zum Ehrenbürger. Kulturförderin Brigitte Grande erhält die Bürgermedaille. © Gemeinde Tutzing

Tutzing – Es gibt Grund zum Feiern im Tutzinger Rathaus. Pfarrer Peter Brummer erhält für seine 22-jährige ortsprägende Arbeit die höchste Auszeichnung der Gemeinde – die Ehrenbürgerschaft. Die ehemalige Kulturreferentin Brigitte Grande bekommt für ihren kreativen Einsatz für das kulturelle Leben in Tutzing die Bürgermedaille. Wie sich die beiden in Vergangenheit verdient gemacht haben.

Zwei völlig unterschiedliche Personen haben die Auszeichnungen im Beisein des Gemeinderats und von Wegbegleitern bei einer Feierstunde im Rathaus-Garten erhalten. Doch der Einsatz für Zusammenhalt und Solidarität in Tutzing eint sie, sagt Bürgermeisterin Marlene Greinwald in ihrer Laudatio. Beide haben Möglichkeiten geschaffen, damit sich Bürgerinnen und Bürger, die schon lange in der Gemeinde leben mit jenen treffen können, die sich neu im Ort ansiedeln. Personen verschiedenen Alters und mit unterschiedlicher Herkunft, „über sprachliche und politische Grenzen hinweg“.

Zwei Personen bringen Tutzing zum Leuchten

In der Kirchengemeinde St. Joseph, in örtlichen Bildungseinrichtungen, im Roncallihaus und auf Tutzings Kulturbühnen sei Gemeinsamkeit gestärkt worden, erklärte Marlene Greinwald. Mit ihrer Arbeit haben die Ausgezeichneten „Tutzing zum Leuchten gebracht“ – bei kulturellen Veranstaltungen, Festen und Vorträgen - ideenreich, fröhlich und nachdenklich.

Peter Brummer: Impulsgeber und Vorantreiber in Tutzing

Nicht für eine von drei möglichen Verdiensten erhielt Brummer die Auszeichnung, sondern für alle drei. Greinwald lobte sowohl sein ortsprägendes Engagement als auch seinen großen Einsatz in Ehrenämtern und zudem die Qualitäten des Pfarrers bei der Repräsentation der Gemeinde über die Ortsgrenzen hinaus. Der Pfarrer habe die Kommune 22 Jahre lang begleitet, im Dienst für den Menschen, in der Ökumene und Bildungsarbeit, im kulturellen Leben, in der Kinder- und Jugendarbeit, der Zusammenarbeit der Vereine und Organisationen sowie in Fragen des Zusammenlebens und der Offenheit. „Du hast immer Partner für deine Projekte gesucht und gefunden“, die Tutzinger Schwestern etwa, die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde, die Akademien oder die Gemeinde. Greinwald bezeichnet Brummer als Impulsgeber und Vorantreiber, etwa bei der Abgabe kostenloser Lebensmittel, beim Kleider- oder Trödelladen, bei örtlichen Pflegeeinrichtungen und in der Seniorenbegleitung. Bei der Organisation „Tutzing hilft im Mittelmeer“, bei der Lichterkette oder der Ukrainehilfe. Im Rahmen des Roncalli-Kulturforums hat Brummer bekannte Persönlichkeiten nach Tutzing geholt – von den Politikern Bernhard Vogel und Erwin Teufel bis hin zum israelischen Botschafter Avi Primor. Brummer habe den Blick über den Kirchturm hinaus vorgelebt und Gäste aus aller Welt eingeladen, um auf deren Nöte aufmerksam zu machen und auf unsere Weltverantwortung. „Deine Offenheit und Dialogbereitschaft haben abgefärbt auf Tutzing“, Tutzing sei heute ein Ort mit Gastfreundschaft und Willkommenskultur.

Brigitte Grande: kreative Kulturförderin am Starnberger See

Dass Kulturangebote nicht Ortskosmetik, sondern essenziell für eine Gemeinde sind, hat Brigitte Grande in Vergangenheit gezeigt. Die Bürgermeisterin lobte ihr über 20-jähriges Engagement in der Gemeinde als Gemeinderätin und Kulturreferentin (2014 bis 2020) – und darüber hinaus noch heute als Vorsitzende des Freundeskreises der Evangelischen Akademie Tutzing. Bevor sie 1997 mit ihrer Familie in den Ort zog, hat sie die Kulturämter in wesentlich größeren Städten geleitet, so Greinwald. Am Starnberger See angekommen, gründet sie die Kinderkunstschule KinderKultur und vernetzte sämtliche Bildungs- und Kultureinrichtungen nachhaltig über ein Jahrzehnt lang. Im Tutzinger Ferienprogramm lebt die Idee bis heute weiter. Sie beriet ihren Vorgänger im Amt des Kulturreferenten sechs Jahre lang und übernahm das Amt dann selbst. Kulturnacht, Ausstellungen im Rathaus, Kulturpreise – „alle Bevölkerungsgruppen wurden zur Mitwirkung eingeladen und zum Mitmachen angestiftet“, lobte Greinwald das Engagement Grandes. Bei den Kulturnächten wurden die beiden Städte-Partnerschaften und ein einiges Europa gefeiert. Zum Ortsjubiläum 2017 erarbeitete die Kulturreferentin ein umfangreiches Programm mit vielen Akteuren.

Kultur kann die Welt nicht retten, aber Zusammenhalt stiften

Der katholische Pfarrer Peter Brummer wird seine Tätigkeit als katholischer Pfarrer der Pfarrei St. Josef in Tutzing zum 31. August beenden und anschließend nach Uganda reisen, bevor er im November in einer kenianischen Diözese als zweiter Pfarrer arbeiten wird. Die Würdigung seiner 22-jährigen Arbeit in der Tutzinger Pfarrgemeinde durch die Ehrenbürger-Würde ist für ihn persönlich wie auch für seine Pfarrei eine große Ehre, sagte Brummer beim Festakt. Ganz nach dem Leitspruch der Pfarrei „Kirche in Tutzing mit den Menschen und für die Menschen“ brachte er ein Transparent mit der Aufschrift „Wir alle sind Kirche“ zum Festakt mit und bedankte sich sowohl bei der Bürgermeisterin als auch den Gemeinderatsmitgliedern für das einstimmige Votum zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft und die damit verbundene Anerkennung der Arbeit der Pfarrgemeinde. Denn in Tutzing gebe es viele kleine Ehrenbürger - all jene, die in den 22 Wirkungsjahren Brummers mitgearbeitet haben.

Brigitte Grande, die unter anderem in ihrem Amt als Vorsitzende des Freundeskreises der Evangelischen Akademie weiterhin kulturell aktiv sein wird in Tutzing, nahm die Preisübergabe zum Anlass, sich bei ihrer Familie zu bedanken, die sie in all den Jahren nie gebremst habe, das sehr aufwändige Ehrenamt wahrzunehmen. „Natürlich kann Kultur die Welt nicht retten und auch keine Pandemie und keinen Krieg beenden. Aber sie kann uns helfen, in guten wie in schweren Zeiten, Orientierung zu finden, Hoffnung zu schöpfen und Zusammenhalt zu stiften“, so die Bürgermedaillen-Trägerin.

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