Pflege der Landschaft als Aufgabe

Genossen einen entspannten Kreisbauerntag: (v.l.) Landrat Karl Roth, Kreisbäuerin Anita Painhofer, Detlef Steinert und Kreisbauer Georg Zankl. Foto: Polster

Mariäe Lichtmess wird in der bäuerlichen Bevölkerung jedes Jahr am 2. Februar gefeiert. Dieses Marienfest war früher einer der wichtigsten Tage im Jahresablauf der Bauern. Denn an diesem Tag wechselten viele Dienstboten ihren Dienstherrn. Sie bekamen außer dem Jahreslohn auch noch ihr Dienstbüchlein ausgehändigt.

Ein wichtiges Dokument, denn darin waren das Verhalten und die Leistungen der Knechte und Mägde niedergeschrieben. Mittlerweile gibt es fast keine Mägde und Knechte mehr; sie wurden durch Erntehelfer und Schlepperfahrer ersetzt. Doch die Tradition, Lichtmess zu feiern, wird auch heute noch hoch gehalten. Mittelpunkt im Landkreis Starnberg ist Andechs. Rund 150 Bauern und Bäuerinnen, Vertreter der diversen Ämter, Landrat Karl Roth und Ex-Landrat Heinrich Frey trafen sich, um Erfahrungen auszutauschen, Zukunftspläne zu schmieden und Probleme anzusprechen. Die traditionelle Messe in der Klosterkirche hielt Abt Johannes Eckert. „Sie sprechen genau die Punkte an, die uns bewegen“, bedankte sich Georg Zankl, Kreisobmann der Starnberger Bauern, beim Mittagessen im Klostergasthof. In seiner Rede lobte Landrat Karl Roth das Engagement der Bauern, die „auch ohne Naturpark Fünfseenland“ die Pflege der Landschaft als ihre Aufgabe sehen. Im Übrigen betonte er, dass eine Energiewende nur in Zusammenarbeit mit den Landwirten möglich wird. Er bat zudem das Auditorium um Unterstützung, wenn es demnächst um Standorte für Windkraftanlagen geht. Derzeit werde vom Kreis ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Gastgeber Georg Zankl ging auf die immer größer werdenden Herausforderungen für die heutigen Betriebe ein. Nicht ganz so dramatisch sieht es Gastredner Detlef Steinert. Der Agrarexperte hielt einen Vortrag zum Thema „Weniger, aber wichtiger: Die künftige Rolle der Landwirtschaft.“ Seine positiven Prognosen: Landwirte wird es auch in Zukunft geben. Schrumpfe auch der Heimatmarkt, gleiche dies der Weltmarkt wieder aus. In Zeiten wachsender Bevölkerung steige auch die Nachfrage nach Nahrungsmitteln. „Die Preise werden anziehen“, signalisierte Steinert. Als Beispiel brachte er den Biogasanlagen. Zulieferer und Betreiber seien bereits 62 Prozent der Bauern. Er mahnte aber auch, das Auf und Ab der Märkte zu studieren. „Nur, wer die Märkte versteht, ist für schlechte Zeiten gerüstet.“ Die Landwirte seien aber nicht nur Produzent von Nahrungsmitteln. Sie stehen auch für Werte, die immer mehr verloren gehen. Wie Bodenhaftung, Verlässlichkeit und Verantwortung der Bevölkerung gegenüber. Näheres dazu auch unter www.starnberger-landpartie.de.

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