Die Pläne für den "Alten Wirt" erfordern einen Bebauungsplan

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Etterschlag – Gemeinderat Harald Lossau hat die Traditionswirtschaft „Alter Wirt“ gekauft, möchte sie erhalten, mit Hotelzimmern erweitern und im dazugekauften Nebengebäude Sozialwohnungen einbauen. So der Plan.

Der Gedanke gefällt dem Gemeinderat – trotzdem soll vorher ein Bebauungsplan über das Areal gelegt werden. Sehr zum Ärger des Eigentümers. „Das kann sich Jahre hinziehn.“ Bereits bei der Voranfrage vor ein paar Wochen konnte sich das Gremium zu keinem Beschluss durchringen. Und das wiederholte sich auch auf der Sondersitzung nach den Pfingstferien, als Benedikt Sunder-Plassmann vom gleichnamigen Architekturbüro dem Bauausschuss ein mögliches Konzept für das rund 3.300 Quadratmeter große Areal rund um die Traditions-Wirtschaft vorstellte. Zusammengefasst ging die Stimmung in Richtung: „Wir finden die Pläne gut, aber die Stellplatzsituation ist unbefriedigend.“ Deutlicher formulierte es Bürgermeisterin Christel Muggenthal auf Rückfrage: „Wir wollen keine Blechlandschaft im Dorfzentrum beim Maibaum.“ Dieser soll nach Willen von Eigentümers Lossau genauso wie Biergarten und Wirtschaft erhalten bleiben. Außerdem sind Sozialwohnungen geplant. Ganz im Sinne der Räte – und doch wurde in den Wortbeiträgen wiederholt die Forderung nach einer Tiefgarage laut. „Wenn Sie eine Tiefgarage fordern, werden Sozialwohnungen nicht möglich sein“, konterte der Architekt. Zuvor hatte er Pläne präsentiert, in denen die Kreisstraße unter anderem verschwenkt, verengt und auf Tempo 30 reduziert ist. Schwierig durchzusetzen, befand Bauamtsleiter Uwe Kreisselmeier. Möglich seien etwa 40 Parkgelegenheiten auf dem Grundstück, davon 17 an der Nordseite für die Wohnungen, so Sunder-Plassmann. Mit den Ausweichplätzen auf dem nahegelegenen Firmengelände des Eigentümers inklusive den Ausweichplätzen südlich der Autobahn kam er auf knapp 100 Plätze. Dass das etwa 350 Meter entfernte Ausweichareal genutzt wird, bezweifelte nicht nur die Rathauschefin. Einer der Gründe, warum sie am 24. Mai in einer Eilentscheidung die Aufstellung eines Bebauungsplanes und eine Veränderungssperre veranlasste. Die Forderungen darin seien zugegebenermaßen hart, gestand sie, aber notwendig, um die Veränderungssperre durchzusetzen. Darunter eben jene Tiefgarage für die Wohnungen und ein Dach ohne Gauben oder Fenster. Lossau fühlt sich benachteiligt: „Ohne Fenster im Dach kann ich keinen Wohnraum schaffen. Aber für den gemeindeeigenen Kirchenwirt in Steinebach ist genau das vorgesehen.“ Eine Tiefgarage sei nicht finanzierbar – und verwies auf die wenigen Parkplätze beim Augustiner. „Die Verwaltung ist dabei, dort mehr Stellplätze auszuweisen“, so Muggenthal. Und der Kirchenwirt bekomme eine Tiefgarage. Überhaupt habe die Verwaltung keine Parkplatzzahl genannt. „Die kamen vom Planer.“ Sie signalisierte, dass sie Gauben nicht komplett ausschließe. Im Gegenteil gefiele ihr eine der heute vorgestellten Varianten. Man sei auf einem guten Weg, so auch der Tenor im Gremium. Jetzt soll die Bauleitplanung weiterverfolgt, Stellplatzzahlen errechnet und die Anregungen des Architekturbüros aufgenommen werden. Außerdem würde mit den zuständigen Instanzen wie dem Straßenbauamt gesprochen. Alles in allem hat Lossau nichts gegen einen Bebauungsplan einzuwenden, aber er befürchtet eine Verzögerung. „Das ist natürlich bitter, da ich mich ja eigentlich zusammen mit der Gemeinde für den Erhalt und Wiederbelebung des Ortszentrums Etterschlag einsetzen wollte.“ mk

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