Polierte Grabsteine erlaubt

Die Friedhofssatzung in Gilching musste geändert werden. Die Freiheit der Bürger geht vor ästhetische Bedenken, stellte der Anwalt fest. Künftig dürfen wieder polierte Grabsteine aufgestellt werden.

Seit Monaten kämpft der Gilchinger Steinmetz Günther Mühlbauer gegen die neue Friedhofssatzung, die zum 1. Januar 2010 in Kraft getreten ist. Unter anderem bezweifelte er die Rechtmäßigkeit dafür, dass unter anderem polierte Grabsteine und Bronzeverzierungen verboten sein sollen (wir berichteten). Entsprechende Gespräche haben in der Friedhofsverwaltung stattgefunden. Woraufhin Bürgermeister Manfred Walter die Satzung juristisch prüfen ließ. „Wir hatten uns ja schon im Vorfeld abgesichert und die Satzung noch vor der Abstimmung im Gemeinderat der Kreisbehörde zur Überprüfung gegeben. Es wurde nichts beanstandet“, erklärt Walter. Aufgrund der Einwände durch den Steinmetz habe man dann die Satzung an Ulrich Steffen, dem Anwalt der Gemeinde, zur nochmaligen Überprüfung auf eine stichfeste und rechtliche Haltbarkeit gegeben. Dabei hat sich nun herausgestellt, dass die Satzung in der verabschiedeten Form nicht bestehen bleiben kann. „Es gilt hier der Grundsatz, dass man den Bürgern die Freiheit lassen muss, die Grabstätte nach ihrer eigenen Anschauung von Pietät, Ästhetik und Zweckmäßigkeit zu gestalten“, heißt es in der gemeindlichen Begründung zur nun geplanten Satzungsänderung. Dazu kommt, dass die Vorschriften nicht explizit für einen speziellen Friedhof, sondern für sämtliche Gräberanlagen in Gilching gemacht wurden. Spezielle Auflagen aber können nur dann gemacht werden, „wenn im Gemeindegebiet andere Friedhofe oder Friedhofsteile zur Verfügung stehen, für die solche zusätzlichen Anforderungen nicht gelten“. Die Satzung wurde nun in der Ratssitzung am Dienstag in Punkto Grabsteine dahingehend geändert, dass „jedes Grabmal dem Widmungszweck der gemeindlichen Friedhofe Rechnung trägt und sich in die Umgebung einfügt. Insbesondere die Verwendung völlig ungewöhnlicher Werkstoffe oder aufdringlicher Farben ist verboten“. Zudem müssen Inhalte und Gestaltung der Inschrift mit der Würde des Friedhofs in Einklang stehen.

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