So bleibt Ihr Herz auch bei Minusgraden fit

Prof. Dr. Jürgen Pache, Herzspezialist am Benedictus Krankenhaus Tutzing, gibt Tipps für den Winter

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Prof. Dr. Jürgen Pache, Herzspezialist am Benedictus Krankenhaus Tutzing, gibt Tipps für den Winter

Tutzing/Landkreis - Der Winter mit den aktuellen Minusgraden bedeutet für das Herz einen echten Kraftakt. „Bei Kälte können die Blutgefäße verengen und dadurch steigt der Blutdruck. Das Herz muss das Blut gegen größeren Widerstand durch die Arterien pumpen und das bedeutet Dauerstress für Herzmuskel und Gefäßwände“, warnt Prof. Dr. Jürgen Pache, Chefarzt Kardiologie am Benedictus Krankenhaus Tutzing. Er gibt Tipps, wie Patienten und gesunde Menschen ihr Herz während der Kältemonate am besten schützen können.

„Zuallererst sollten Warnzeichen beachtet werden“, rät er. Kommt es in der Kälte, vor allem bei Anstrengungen, zu Brustenge, Brennen hinter dem Brustbein und Atemnot, so muss dies ernst genommen werden. „Das kann Ausdruck einer Minderdurchblutung des Herzens sein und im schlimmsten Fall auf einen Herzinfarkt hindeuten“, so der Chefarzt. Hier sollte sofort mit der Belastung aufgehört und ein Arzt konsultiert werden. Dies tritt zunehmend bei Menschen auf, die schon einmal unter einer Durchblutungsstörung litten oder einen Herzinfarkt hatten. 

Immer wieder kommt es daher vor, dass Schneeschaufeln in der Notaufnahme enden kann. Prof. Dr. Jürgen Pache: „Außerdem kann auch ein erhöhter und vielleicht zusätzlich unregelmäßiger Puls ein Hinweis auf eine Herzrhythmusstörung sein. Auch dies sollte vom Arzt weiter abgeklärt werden.“ Gerade Menschen mit bekannten Herzerkrankungen sollten große Temperatur-Unterschiede, wie z.B. Saunieren und anschließendes Abkühlen im Schnee, vermeiden. Dies führe zu großen Kreislaufbelastungen. Weitere Tipps des Herzspezialisten:

Schützen Sie sich vor Infekten 

Infektionskrankheiten, wie z.B. Grippe, belasten den Herz-Kreislauf zusätzlich. Die Ansteckung erfolgt meist über die Hände. Keime gelangen damit in die Nähe der Schleimhäute von Mund, Nase und Augen und somit in den Körper. Daher sollte man sich während der Grippe- und Winterzeit mehrmals täglich die Hände gründlich waschen. Grundsätzlich empfiehlt sich eine Grippeschutzimpfung. Kurieren Sie außerdem jede Art einer Infektionskrankheit zu 100 Prozent aus.

Vermeiden Sie Stress

Psychischer Stress wirkt sich negativ aufs Herz aus. Gerade in den Wintermonaten können die kurzen Sonnentage aufs Gemüt schlagen. Achten Sie auf Ihr seelisches Wohlbefinden und trotzen Sie den tristen Tagen durch alternative Aktivitäten wie z.B. Kino, Chor oder einem gemütlichen Fernsehabend.

Richtige Wohnungstemperatur 

In den Wintermonaten wird gerne an der Heizung gespart. Der Aufenthalt in zu kalten Wohnungen führt zu winterlichen Blutdruck-Anstiegen. Eine gesunde Raumluft liegt zwischen 20 und 23 Grad, jedoch gibt es hierfür keine belegbaren Studien. Daher empfiehlt die Deutsche Herzstiftung, mit „Augenmaß“ zu heizen. Vermeiden Sie außerdem auch das Überhitzen von Räumen und kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Blutdruck.

Regelmäßige Bewegung auch im Winte r 

Auch im Winter ist Bewegung der beste Schutz vor einem Herzinfarkt. Achten Sie unbedingt darauf, sich entsprechend warm anzuziehen. Schützen Sie sich am besten mit einem Schal vor dem Mund vor der kalten Luft und verringern Sie Ihr Tempo z.B. beim Laufen. Bei Beschwerden wie Atemnot sollten Sie sich jedoch nicht draußen aufhalten und diese unbedingt ärztlich abklären lassen. Auch empfehle ich Sportlern, sich lieber drinnen zu bewegen, z.B. auf dem Laufband im Fitnessstudio.

Kontrollieren Sie Ihre Medikamente Wenn alle Maßnahmen nicht reichen, halten Sie Rücksprache mit Ihrem Hausarzt. Dieser wird Ihnen die Dosierung der Blutdruck-Medikamente anpassen, bis es wieder wärmer wird.

Von Kreisbote

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