"Promoting Africa": Für Paulig kommt Kiehling

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Weßling/Breitbrunn – Direkt dort helfen, wo die Not am Größten ist. Unter diesem Motto rief Ruth Paulig 2009 den Verein „Promoting Africa“ ins Leben. Und der erste Schritt in Richtung Freiheit und Unabhängigkeit ist eine abgeschlossene Ausbildung: Das gilt in Deutschland und erst recht in Ländern wie Kenia. „Mit Bildung berufliche Chancen und Perspektiven für afrikanische Jugendliche in ihrem eigenen Land schaffen“ ist ein erklärtes Ziel des Vereins, der in Weßling zu seiner Jahresversammlung zusammengekommen war. 

Unter dieser Prämisse entstand 2012 mit ehrenamtlicher Hilfe von Architekturstudenten aus Deutschland und Kenia, Freiwilligen und bezahlten lokalen Arbeitskräften mitten in der kenianischen Steppe die Handwerksschule „Skills Center Nairobi (SKC)“. Damals zogen neun Schüler ein, mittlerweile streben hier 116 Studenten den staatlich anerkannten Abschluss an, so Tom Hamaus vom Controlling im Verein. Insgesamt 321 Jugendliche ließen sich in den fünf Jahren zum Schreiner, Elektriker, Solartechnik oder Automechaniker sowie „Hairdresser and Beauty“, Schneider und neuerdings auch im Catering ausbilden. Unterteilt in die Grade eins bis drei bestehen 80 Prozent die Prüfungen, sind nach der ersten Stufe auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar. Mit Erfolg, wie die jüngste Auswertung belegt: Von den Absolventen stehen 81 Prozent in Lohn und Brot und zwölf Prozent schließen eine weitere Ausbildung an. Sozialarbeiter betreuen Kinder und Jugendliche in den Slums, die sonst keine Schule besuchen könnten Auch von denen, die die Prüfung nicht bestanden, ist ein Drittel im Beruf. „Wir hätten höchstens 25 Prozent erwartet“, war Paulig erfreut über die von Susi Kiehling präsentierte Statistik. Erfreulich sei das auch in Anbetracht der hiesigen Jugendarbeitslosigkeit von 35 Prozent. Kiehling besuchte die Schule im Rahmen einer Abschlussfeier im Sommer vergangenen Jahres und war begeistert von dem, was sie dort erlebte. Spontan hielt die Diplom-Psychologin einer Unternehmensberatung im SKC einen Strategie-Workshop ab – und übernimmt den Vorsitz von Paulig. Damit steigt sie auch aktiv in andere Projekte des Vereins ein. Zum Beispiel im „Child Support Program“, in dem Sozialarbeiter in den Slums von Nairobi rund 50 Kinder und Jugendliche betreuen und die eine Primary Schule unterstützt. Begleitet von Samuel und Mechthild Flach entstand das Projekt „Living Hope in Uganda“, das etwa unternehmerische Kleinprojekte fördert und die Wasserversorgung verbessert. In Benin wiederum werden 50 Frauen in die Grundlagen des landwirtschaftlichen Anbaus eingeweiht. 87 Mitglieder zählt Promoting Africa. Der Jahresbeitrag für sie wurde um 50 Prozent auf 36 Euro beziehungsweise 18 Euro für Rentner und Studenten erhöht. Das sei notwendig, weil aufgrund der Dürre die Lebensmittelkosten anstiegen. Neben Paulig zog sich auch Tom Hamaus aus seinem aktiven Part im Verein zurück. Aus Altersgründen, wie beide bei der Versammlung in Weßling betonten. Der Vorstand wurde einstimmig gewählt – mit Susi Kiehling als Vorsitzende, Andreas Hartmann als Stellvertreter und Valentin Popp als Kassier. Monika Bieberach stellte sich als nicht geschäftsführender Vorstand zur Verfügung, wohin sich auch Ruth Paulig zurückzog. Infos zum Verein und zu den Projekten unter www.promoting-africa.de. Wer spenden möchte, kann das unter: Promoting Africa e.V., IBAN: DE78 4306 0967 8201 4501 00, BIC: GENO DEM1 GLS, GLS Bank. Oder ganz einfach beim Einkaufen im Internet über www.boost-project.com/de oder www.gooding.de. mk 

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