Proteste zeigten Wirkung

Außer Spesen nichts gewesen. Dieses Fazit zieht Stefan Hartmann aus Gilching. Trotz in Sand gesetzter Kosten zeigte sich der FDP-Gemeinderat erfreut darüber, dass das umstrittene Fingerprint-System an der Arnoldus-Grundschule abmontiert wurde. Anlass für den Rückzug war ein massiver Protest, unter anderem einiger Eltern.

Nicht nur in ganz Bayern sorgte die Meldung, dass Musikschüler an der Arnoldus-Grundschule seit Anfang diesen Jahres nur per Daumenabdruck das Gebäude betreten können, für Schlagzeilen. „Als ich in Berlin war und in meinem Hotel die hiesige Zeitung aufschlug, war Gilching Titelgeschichte“, sagte Stefan Hartmann. Der FDP-Politiker hatte den Stein ins Rollen gebracht. Er legte von Anfang an Widerspruch gegen den Biometrischen Fingerabdruck ein. „Für mich ist es außerdem nicht nachvollziehbar, dass so eine Entscheidung über die Köpfe des Gemeinderats hinweg gefallen ist. Wir haben uns Deutschlandweit lächerlich gemacht“, sagt Hartmann. Zumal er überzeugt ist, dass auch ein Daumenabdruck als Zugangscode Personen, die Übles wollen, nicht den Zutritt zur Schule verwehren. „Man wartet einfach, bis ein Musikschüler kommt und geht mit rein“, sagt Hartmann. „Unverständlich war die Maßnahme, die Grundschule in einen Hochsicherheitstrakt zu verwandeln, auch deshalb, weil das angrenzende Gymnasium mit direktem Zugang zur Grundschule noch ungehindert betreten werden kann. Da stellt sich dann schon die Frage, statten wir nun peu à peu alle öffentlichen Einrichtungen mit einem Fingerprint-System aus?“ Unabhängig von seinem Protest haben sich zahlreiche Eltern der betroffenen Musikschüler geweigert, ihre Kinder zum Daumenabdruck zu schicken. Der allgemeine Protest zeigte Wirkung. Vor wenigen Tagen teilte Bürgermeister Manfred Walter mit, dass auf den biometrischen Daumenabdruck verzichtet wird. „Der bereits montierte Scanner wird sofort demontiert. Bisher erfasste Daten werden umgehend gelöscht“, erklärte der Rathauschef. Nun soll über ein alternatives Schließsystem nachgedacht werden. In der Ratssitzung am vergangenen Dienstag wollte Hartmann klären lassen, „was uns der ganze Spaß gekostet hat“.

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