Reduzierte Kunst am Schloss

Kunst auf der „Schauerwiese“: Der amerikanische Künstler Peter Lundberg darf nun doch kostenlos für maximal zwei Jahre eine Skulptur auf dem gemeindeeigenen Areal gegenüber dem Schloss Possenhofen aufstellen. Mit 13:7 Stimmen sprach sich der Gemeinderat dafür aus. Ein von CSU-Rätin Ute Nicolaisen-März ins Spiel gebrachte Alternativ-Standort an der Ortseinfahrt Pöcking Nord - „als Blickfang für alle, die auf der B2 an Pöcking vorbeifahren“ - wurde damit abgelehnt.

Die geplante Aufstellung der Skulptur auf dem Areal westlich des Schlosses Possenhofen hatte in der Vergangenheit für einige Aufregung gesorgt. Mit einer Unterschriftenaktion hatten betroffenen Bürger gegen das zwölf Meter hohe Kunstwerk protestiert. Auf einer Infoveranstaltung im Rathaus konnten dann aber doch einige beruhigt werden: „Ich hatte den Eindruck, dass ein Großteil der Bürger mit den nun auf sechs Meter reduzierten Maßen der Skulptur leben kann“, gab Bürgermeister Rainer Schnitzler seinen Eindruck wieder und plädierte, „das Experiment zu wagen“. Auch Ameli Ehrhard sprach sich für „Kunst am Schloss“ aus und erinnerte an die historische Tradition des Schlosses Possenhofen. Dort habe es immer viele Veranstaltungen gegeben – mit internationalem Publikum. Einen Alternativ-Standort an der B2 lehnte sie strikt ab: „Das ist doch kein Drive-in and Drive-out-Kunstwerk“, so Erhard. Kritisch äußerte sich dagegen Rudolf Grießer (Grüne) zum Standort. Er konnte sich das Kunstwerk viel besser auf einer Fläche im Badegebiet „Paradies“ vorstellen. Auf dem Schauer-Areal „störe“ die Skulptur die optischen Blickbeziehungen: „Das Kunstwerk ist keine Skulptur für Pöcking, sondern eine in Pöcking“, kritisierte er und fragte sich, wem sie nütze. Warum der Künstler sein Werk gerade an dieser Stelle errichten wolle, fragte sich auch Ute Nicolaisen-März. „Die Schauer-Wiese hat nicht nach Kunst geschrieen, sondern Lundberg braucht die Wiese“, konstatierte sie. Schließlich strebe der Künstler an, mit der Skulptur einen internationalen Interessentenkreis anzulocken und sein Werk möglichst zu veräußern. Nicolaisen-März appellierte auch deswegen ein Alternativgrundstück zu suchen, weil unter anderem die „Schauer-Wiese“ gar nicht die erforderliche Infrastruktur biete für die zu erwartenden Schaulustigen - und in diesem Gebiet auch keine geordnete Verkehrslenkung bei geplanten „Events“ gewährleistet werden könne. Gegen die „Tonnensache“, die dort entsteht, wehrte sich auch Günther Seuß (Grüne). Für die Plastik muss ein tiefes Loch gegraben und ein Beton-Fundament geschaffen werden. Ein Jahr stellt die Gemeinde das Areal dem Künstler kostenlos zur Verfügung – mit der Option auf ein weiteres Jahr.

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