Motto war Musik

Von Reggae bis Jazz: Das sind die Gewinner des Kulturpreises des Landkreis Starnberg

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Die Preisträger Jamaram.

Starnberg – Für die Gruppe Jamaram, den Gitarristen Jakob Wagner und den Verein Jazz am See war der vergangene Dienstagabend ein ganz besonderer. Im Starnberger Landratsamt wurden sie jeweils mit einem Preis der Stadt Starnberg ausgezeichnet. Die diesjährige Kulturpreisverleihung stand unter dem Motto Musik und hatte so einiges zu bieten. Neben den Preisträgern präsentierten auch die drei jungen Musiker der „The Major Moon Band“ ihr Können und spielten Hits wie Michael Jacksons „Man in the mirror“.

Hier trifft Leidenschaft auf Leidenschaft

Einige Mitglieder von Jazz am See. In der MItte Bernhard Sontheim (1. Vorsitzender).

„Bei der Kulturpreisverleihung trifft man immer wieder einige Menschen, die sich sonst nicht so oft ins Landratsamt verirren“, begrüßte Landrat Karl Roth die rund 200 Besucher. Unter den Gästen tummelten sich neben früheren Preisträgern auch viele Politiker, wie zum Beispiel die Landtagsabgeordnete Anne Franke, Martina Neubauer, Altlandrat Heinrich Frey, sowie einige Bürgermeister. Aber natürlich kam auch die gesamte „Fanschar“, wie sie Roth bezeichnete, der Preisträger. Zur Jury gehörten unter anderem Mark Mast, Dirigent der Bayerischen Philharmonie, Hannah Runkist, die wohl einige vom Bosco Gauting kennen werden und Astrid Amelungse-Kurth, Journalistin beim Starnberger Merkur. „Die Auswahl war nicht ganz leicht, aber wir freuen uns, dass wir uns einmal im Jahr auf Trüffelsuche begeben dürfen“, freute sich Roth. Den mit 2.000 Euro dotierten Anerkennungspreis sicherte sich der Verein Jazz am See, der regelmäßig bekannte Jazzlegenden aber auch unbekannte Künstler in den Landkreis holt und jährlich zwischen acht und zehn Konzerten organisiert. „Ihr sorgt dafür, dass der Landkreis Starnberg in den Jazzkreisen so was ist, wie Cannes in den Filmkreisen“, lobte der Landrat den Verein. Den Anerkennungspreis bekommen Personen, die sich besonders um das kulturelle Leben im Landkreis verdient gemacht haben.

In seiner Laudatio lobte Stefan Müller vom Verein SeeJazz die unermüdlichen ehrenamtlichen Mitarbeiter, die sich sowohl um Organisation, als auch Auf- und Abbau sowie Verköstigung der Gäste kümmern. „Ihr bietet den Künstlern einen Resonanzboden mit Respekt und Anerkennung“, wandte sich Müller an die Mitglieder. „Hier trifft Leidenschaft auf Leidenschaft. Jazz ist für Jazz am See einfach eine Herzensangelegenheit.“ Mit einem Foto-Rückblick auf die letzten Jahre bedankte sich der erste Vorsitzende des Vereins, Bernhard Sontheim: „Es ist nicht selbstverständlich, dass es einen Kulturpreis gibt und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich ganz überrascht war, als ich erfahren habe, dass wir den Preis bekommen haben. Die Auszeichnung ist uns viel mehr wert als das Preisgeld, ehrlich!“ Das nächste Konzert findet schon am 22. November statt. Es kommt die Gruppe „Synesthetic 4“ aus Österreich. 

Jakob Wagner erhielt der Nachwuchspreis des Starnberger Landkreises.

Der Gitarrist Jakob Wagner durfte sich über den Kulturförderpreis, der jährlich an Kulturschaffende Nachwuchskünstler aus dem Landkreis vergeben wird, deren hervorragende Begabung besonders förderungswürdig ist, freuen. Dotiert ist der Preis mit 3.000 Euro. Auch wenn der Laudator Daniel Bucurescu an diesem Abend „out of radar“ war, wie Barbara Beck, Kulturreferentin des Landkreises, berichtete, ließ er es sich nicht nehmen eine Laudatio für seinen Freund Jakob zu halten. Mit einer lustigen Videobotschaft meldete sich der Pianist aus Norddeutschland. „Er weiß ganz genau, was er tut und ist immer mindestens einen Schritt voraus“, lachte Bucurescu. „Wenn er sein Kunstmedium, die Gitarre, zückt, dann um eine Aussage zu treffen.“ 

Wagner selber sieht die Möglichkeit, eine musikalische Karriere einzuschlagen als Privileg und nimmt den Preis als Ehre aber auch als Verantwortung wahr. Dass der Kulturförderpreis verdient an ihn ging, stellte er klar, indem er das Stück „Una Limosna“ von Augustin Barrios spielte. „Du bist für uns der perfekte Preisträger, weil der Grundstein deiner Karriere in der Städtischen Musikschule in Starnberg gelegt wurde und du auch weiterhin noch sehr verbunden mit dem Landkreis bist“, freute sich Roth mit dem Preisträger.

Jamaram: Diese Musik lässt sich in keine Schublade stecken

Den Kulturpreis, der an Kulturschaffende, deren herausragende Leistungen Bezug zum Landkreis haben, gewann die Gruppe Jamaram. Acht Männer, die es einfach lieben „zu jammen, schnelle spontane Musik zu machen und einfach relaxt zu sein“, wie es der Laudator Matthias Helwig, Inhaber der Breitwand Kinos, bezeichnet. Die Band wurde schon 1999 im Landkreis gebildet, probt seit 20 Jahren in einem Keller in Hochstadt und spielt Konzerte in der ganzen Welt. Bisher gab es über 1.500 Konzerte in Deutschland und im Ausland. Unter anderem in Uganda, Simbabwe oder Kolumbien. Mit der Organisation GO AHEAD! unterstützt die Band seit vielen Jahren Vorschulkinder aus Südafrika. „Ihre Musik lässt sich nicht wirklich in eine Schublade stecken. Es ist ein Mix aus Reggae, Dub, Pop, Latin und Balkanbeats“, zeigte sich Helwig begeistert. Auch die Texte haben es dem Kino-Inhaber angetan. Gleich mehrere Songs zitierte er stückweise und erzählte nette Anekdoten aus vergangenen Jahren. So zum Beispiel ein Sudhaus, das zum brechen voll war und den Landrat „wohl an Beatles-Zeiten erinnert hätte“. Ja, auch Karl Roth ließ sich von den individuellen Klängen der Band beeindrucken und erzählte von Autofahrten von Andechs nach Starnberg, auf denen er sich durch die Lieder auf der CD von Jamaram klickte. Über den mit 4.000 Euro dotierten Kulturpreis freute sich die fast vollständig erschienene Band und feierte abschließend mit zwei Songs aus dem neuen Album „To the moon and the sun“ gemeinsam mit den Besuchern den Abend.

Übrigens: Am Freitag spielt Jamaram im neuen Pöckinger Bürgerhaus Beccult ab 21 Uhr. Karten gibt es bei der Gemeinde Pöcking.

Von Lisa Livancic

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