Katharina Reichel ist neue Regionalmanagerin des Vereins Regionalmanagement München Südwesten

Verkehr ist das große Über-Thema

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Gautings Bürgermeisterin Brigitte Kössinger (l.) mit der neuen Regionalmanagerin des Bündnisses „Regionalmanagement München Südwesten“, Katharina Reichel, bei deren Vorstellung.

Gauting – Sie hat ein paar wirklich harte Nüsse zu knacken, etwa die von vielen Pendlern so dringend gewünschte Taktverdichtung bei der S-Bahn. Die neue Regionalmanagerin Katharina Reichel des Vereins „Regionalmanagement München Südwest“ traut sich das zu. Ihre vielseitiges Aufgabengebiet stellte sie jetzt in Gauting vor.

Vergangenen Sommer gründeten die Städte München, Starnberg und Germering zusammen mit den Gemeinden Gauting, Neuried, Krailling, Planegg und Gräfelfing den Verein Regionalmanagement München Südwest, um gemeinsam an gemeindeübergreifenden raumordnerischen Entwicklungskonzepten zu arbeiten. Ein ähnliches Bündnis gab es bereits mit der ROEK (Raumordnerisches Entwicklungskonzept), das auf Initiative der verstorbenen Planegger Bürgermeisterin Annemarie Detsch ins Leben gerufen wurde. Mit der 32-jährigen Katharina Reichel hat sich der Verein jetzt eine ehemalige Projektmanagerin an seine Seite geholt, die nach ihrem Geografie-Studium an der LMU wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Verkehrswesen und Raumplanung an der Bundeswehr-Uni war und zuletzt Kommunen bei Mobilitätsfragen, erneuerbaren Energien sowie bei Klimaschutzthemen beraten hat. Und einen weiteren Vorteil bringt sie für die auf drei Jahre befristete und vom bayerischen Heimatschutzministerium geförderte Stelle mit: Reichel stammt aus Krailling und kennt all die Probleme vor Ort nur zu gut. Eine „Herzenssache“ sei es für sie eine zukunftsorientierte Entwicklung ihrer Heimatregion zu erarbeiten, darum habe sie sich auch für diesen Job beworben. Vor allem kommt Katharina Reichel eine Moderatorenrolle zwischen den acht beteiligten Kommunen zu, „es geht dabei um Nachverdichtung, der viele Bürger in den Ortschaften skeptisch gegenüber stehen“, schildert sie. Sie will veranschaulichen, dass eine höhere Dichte auch eine hohe Aufenthalts- und Wohnqualität haben kann. Gleichzeitig sollen die freien Flächen gestaltet und für die Naherholung ausgebaut werden. Ein weiteres Projekt befasst sich der Förderung das Radverkehrs, vor allem für den Weg zur Arbeit. Dabei schwebt Reichel ein „Modal-Split“ zugunsten des Radverkehrs vor, auch um Pkw-Verkehr und somit Lärm und Abgase zu reduzieren. Gautings Bürgermeisterin Brigitte Kössinger, die dem Verein vorsteht, liegt vor allem die S-Bahn als Massenverkehrsmittel am Herzen: Die Bahnhöfe gehörten dringend saniert, das Umfeld, gerade auch für Rad- und Busfahrer, attraktiver gestaltet. „Und dann wollen wir die Weichen stellen für einen Zehn-Minuten-Takt und für eine Fahrpreisreform“, unterstreicht Kössinger. Die Rathauschefin ist jedoch „Realistin genug“, um zu wissen, dass ein neues Tarifsystem nicht so schnell kommen wird. Dennoch: „Der Verkehr ist das große Überthema“, legt die Bürgermeisterin nach, die sich jegliche Siedlungsentwicklung nur mit einem angepassten Mobilitätskonzept vorstellen kann. Auf Katharina Reichel, die mit ihrem Regionalmanagmentbüro beim Gautinger Standortförderer zu finden ist, kommt also einiges zu. Im Moment ist sie auf Vorstellungstour bei den acht Mitgliedskommunen, als nächstes möchte sie dann eine Gruppe für die Bahnhöfe einrichten und die einzelnen Handlungsfelder (Radverleih, et cetera) verteilen. O. Puls

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