Renoviert mit Liebe zum Detail

Gilching - Die historische Villa des Künstlers Jules Werson an der Brucker Straße in Gilching wurde nun ihrer neuen Bestimmung übergeben. Künftig werden dort das Standesamt mit Trauungszimmer und das Archiv der Gemeinde zu finden sind.

Kurzweilig und gewürzt mit Anekdoten feierten die rund 60 geladenen Gäste die Eröffnung der renovierten Künstler-Villa. Bürgermeister Manfred Walter hielt es mit einem Vergleich: „Die Fehler und Pannen der Maler seien viel schlimmer als die der Chirurgen“, zitierte er einen unbekannten Spötter. „Was die Maler falsch machen, hängt Jahrhunderte lang an den Wänden der Museen. Die Fehler der Chirurgen deckt der kühle Rasen.“ Gleiches Schicksal ereile die Bauleute. Denn was sie bauen, könne weder versteckt noch eingepackt werden. „Es bleibt sichtbar, bis es in sich zusammen fällt oder aber, wie das Werson-Haus, mit viel Liebe zum Detail renoviert wird.“ Sichtlich stolz führte der Hausherr die Festgesellschaft durch die fast 100 Jahre alte und mit viel Aufwand renovierte Villa. Wobei die Handwerker in dem Moment ihr Werkzeug nieder legten, als schon die ersten Ehrengäste eintrafen. Was zur Folge hatte, dass die eine oder andere frisch lackierte Türe noch leicht klebrig war. Wie berichtet, wird in dem Gebäude außer dem Standesamt mit Trauungszimmer und Archiv auch der archäologische Verein zu finden sein. Lob gab es für Architekt Clemens Pollok, der aus der alten Villa ein wahres Schmuckkästchen machte. Er versicherte, dass trotz Einhaltung aller Auflagen „mit großer Energie das Geld zusammen gehalten wurde“. Die veranschlagten Um- und Ausbaukosten liegen bei rund 400.000 Euro. Unter den Ehrengästen war auch August Wurm, der sich noch an den ehemaligen Besitzer des Hauses, Jules Werson (1884-1967), erinnern konnte. „Er war für uns junge Menschen ein großes Vorbild“, erzählte Wurm. Der Botanik-Experten erinnerte sich außerdem an zwei bunten Porzellan-Papageien, die zu Zeiten Wersons die Eingangstüren schmückten. „Leider wurden sie zwei Mal gestohlen. Einmal die Originale und ein zweites Mal sind dann die Ersatzpapageien verschwunden.“ Heute zieren die zwei Sockel bunte Blumenstöckchen. Nach der Segnung der Räumlichkeiten durch die Geistlichen Thomas Tauchert (katholisch) und Dorothea Bezzel (evangelisch) wurde anstatt der symbolischen Schlüsselübergabe durch Walter und Pollok das Bronzeschild „Jules Werson“ an die Eingangstüre geschraubt.

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