"Mördermuschel" im Ammersee gefunden

Ein Relikt aus der Urzeit

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Wo kommt sie her, wie in den Ammersee? Willi Meyerhöfer mit seinem Fund, einer „Mördermuschel“.

Breitbrunn – Die Begeisterung war groß, als er im Frühsommer beim Baden im Ammersee am Breitbrunner Ufer auf die versteinerte Riesenmuschel stieß: 2,7 Kilogramm schwer und rund 30 Zentimeter lang sieben dick, stellte Willi Meyerhöfer zuhause nach einem ersten Reinigen fest.

Doch was ist das für ein „ungewöhnlicher Stein“, den er in einer Tiefe von gerade einmal 1,50 Meter entdeckt hat, und wo kommt er her?

Mit seinem Fund machte sich Meyerhöfer schließlich auf nach München, um dort die genauere Herkunft und Entstehung der versteinerten Muschel zu klären. In der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie München war er schließlich an der richtigen Adresse. Nach dem ersten Augenschein des Paläontologen Martin Nose könnte es sich um eine „Mördermuschel“ (wissenschaftlich: Tridacna) handeln, wie die Art landläufig bezeichnete wird.

Mittlerweile liegt dem Beitbrunner eine genauere Beurteilung des Fundes vor. Nose und seine Kollege Winfried Werner können ausschließen, dass sich das versteinerte Relikt im Verlauf der letzten Eiszeit von Alpengletschern durch Gesteinsgeschiebe mit den Steinen im Ammersee abgelagert hat. Diese großen Muscheln kommen nur in den Riffregionen des Indopazifiks vor. Die „Tridacna“ könnte aus pleistozänen Riffterrassen stammen und hätte ein Alter von etwa 120 000 Jahren.

Ungeklärt bleibt der Fundort im Ammersee. Nose und Werner vermuten, dass eine Person die Versteinerung als Urlaubserinnerung mitgebracht hat, ihr die mit Bohrorganismen zugesetzte Muschel nicht mehr gefallen hat und diese im Ammersee „entsorgt“ hat. Denn die beschriebenen Riffterrassen gibt es – richtig – vor allem im Pazifik. Bei der Schönheit der Muschel ist es für die Wissenschaftler natürlich unverzeihbar und nicht nachvollziehbar, dass man diese einfach in den See wirft.

Derzeit liegt die versteinerte Muschel noch in der Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie.

Wenn von Seiten der Gemeinde Herrsching oder dem Archäologischen Park Interesse an dem Fund aus dem Ammersee besteht, wäre Willi Meyerhöfer bereit, „die versteinerte Riesenmuschel gerne für alle Herrschinger zur Verfügung zu stellen und gegebenenfalls zu verschenken“, erklärt der Finder. po

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