Rückblick auf nicht ganz einfaches Jahr

Zum zweiten Mal war die Polizeiinspektion Starnberg an einer Schule, um dort ihre Unfall- und Kriminalitätsstatistik vor zu stellen. „Wir wollen den Schülern klar machen, dass Jugenddelikte direkte Auswirkungen auf ihr Leben haben“, sagte Starnbergs Polizeichef Norbert Reller. Denn die Polizei leitet Delikte an die Führerscheinstelle weiter, was zu Konsequenzen beim Erwerb des Führerscheins nach sich ziehen kann. Auch der Eintrag ins Führungs- oder Erziehungsregister wirkt sich meist ungünstig bei einer Bewerbung um eine Arbeitsstelle.

Dieses Mal konnten Schüler des Starnberger Gymnasiums ihre Fragen nach der Bilanz 2009 loswerden. Demnach ist mit 2.100 Straftaten in 2009 die Anzahl im Landkreis Starnberg zwar ganz leicht zurück gegangen – doch Sachbeschädigungen und Internetbetrug steigen stetig an. „Das vergangene Jahr war für uns nicht einfach“, informierte Starnbergs Polizeichef Norbert Reller die 16- bis 18-Jährigen Gymnasiasten. Die Aufklärungsquote stieg leicht an (58,4 Prozent). Während in der Stadt Starnberg sowie in den Gemeinden Berg und Pöcking im Vorjahr weniger Straftaten verübt wurden, haben sie in Tutzing (plus 13 Prozent) und Feldafing (+ 15 Prozent) zugenommen. Bei 25 Prozent aller Straftaten handelt es sich um Sachbeschädigungen. Auch die Zahl der Ladendiebstähle (mehr als 100) hat sich mit einem Gesamt-Anteil von nun 30 Prozent verdoppelt. Nahezu unverändert ist die Anzahl der Rauschgiftdelikte. Ebenfalls deutlich zugenommen hat Ebay-Betrug und Internetkriminalität (Missbrauch mit Daten). In diesem Zusammenhang warnte der Leiter der Ermittlungsgruppe in Starnberg, Boris Netschajew, Geschäfte „über nicht gesicherte Netzwerke“ zu tätigen und leichtsinnig seine Daten weiter zu geben. Auffällig: Der Zusammenhang zwischen Jugendkriminalität und Alkohol. Jeder achte jugendliche Tatverdächtige (Gruppe der 14- bis 18-Jährigen) war alkoholisiert – sowie jeder vierte Heranwachsende (Gruppe der 1-8 bis 21-Jährigen). Vor allem bei Rohheitsdelikten wie Raub und Körperverletzungen sowie bei Diebstahl waren 20 Prozent der jugendlichen Verdächtigen angetrunken. Zehn Jugendliche sowie ein Kind leisteten im vergangenen Jahr Widerstand gegen die Beamten (Gesamt in 2009: 43 Fälle). Insgesamt waren 2009 unter den Straftätern 107 Jugendliche, 92 Heranwachsende sowie 33 Kinder. Die jüngste Straftäterin war sieben Jahre alt. Ihr wird Betrug vorgeworfen, weil sie mit der EC-Karte der Mutter in einem Supermarkt bezahlt und mit krakeliger Schrift den Beleg unterzeichnet hatte. Laut Unfallstatistik des vergangenen Jahres wurden 2009 insgesamt 1.733 Kollisionen mit 253 Verletzten und zwei Toten verzeichnet. An fast der Hälfte aller Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr in Starnberg waren junge Erwachsende beteiligt. Sehr häufig hatte es die Polizei mit „unerlaubtem Erntfernen vom Unfallort“ zu tun (424 Karambolagen mit 23 Verletzten). Bei 26 Unfällen war Alkohol die Ursache – bei zwei Karambolagen Drogeneinfluss (verhinderte Trunkenheitsfahrten: 14). In diesem Zusammenhang kündigte PI-Chef Reller schon einmal an, in diesem Jahr den „Kontrolldruck“ dank mehr Beamter wieder zu erhöhen. „Unser Ziel ist es, betrunkene Autofahrer herauszuziehen, bevor sie andere über den Haufen fahren“, so der Polizeichef. Insgesamt führte die Polizei vergangenes Jahr 1.832 Alcotests und 92 Blutentnahmen durch. 51 Führerscheine wurden sicher gestellt.

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