Rund 150 Gäste beim Internationalen Sommerfest im Gilchinger Rathaus

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Gilching – Es stand ein großes Fragezeichen über dem ersten Sommerfest für Asylbewerber, anerkannte Flüchtlinge und Einheimische. Die Sorge des Helferkreis Asyl als Gastgeber war unbegründet. Rund 150 Gäste sorgten am Samstag im neuen Theater im Rathaus in Gilching für internationales Flair.

Während in Gilching anerkannte Flüchtlinge mittlerweile gut integriert sind, galt die Sorge mehr den 144 Asylbewerbern, die im Containerdorf an der Landsberger Straße untergebracht sind. „Wir haben sie alle einzeln eingeladen und hoffen, dass sie kommen“, sagte Eva Ott, Sprecherin des Helferkreis. Um etwas Heimatgefühl zu vermitteln, hatten die Gastgeber die Empore mit Flaggen der Heimatländer der Asylbewerber geschmückt. Auch wenn die Bewohner der Landsberger Straße in der Minderheit waren, sie kamen und die freuten sich über Kontakte zu Einheimischen. Für europäische Augen waren insbesondere die Frauen aus Somalia eine Augenweide, da sie in bunte Gewänder gehüllt deutlich aus der Masse hervorstachen. „Ich finde es sehr schön hier“, sagte Jama Hinda, die mit ihrem acht Monate alten Baby da war und schon relativ gut Deutsch sprach. „Ich gehe auch in die Schule, um zu lernen“, versicherte sie. Für den richtigen Rhythmus sorgten unter anderem Mirwais und Martin Abbassy, die Lieder aus ihrer Heimat Afghanistan präsentierten. Afghanischen Frauen verbietet es ihre Kultur, öffentlich zu tanzen, weshalb den Männern und den Kindern die Tanzfläche vorbehalten blieb. Und die zeigten unter aufmunterndem Klatschen der Gäste, dass sie den Rhythmus im Blut haben. Nicht weniger begeistert zeigte sich das Publikum beim Auftritt der Lokalmatadoren Manfred Walter und Claus Angerbauer, die mit Rhythm’n’Blues den Saal zum Toben brachten. Den musikalischen Abschluss bildeten die afrikanischen Rapper „Hopinaro“ und „Collius“. Aber auch für den Nachwuchs, der zahlreich vertreten war, war einiges geboten. Unter anderem gab es einen Malwettbewerb, Schminkecken, Geschicklichkeitsspiele und Vorlesetanten. Fürs leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt. Während die Gastgeber mit Pizza aufwarteten, überraschte Jan Shafiq aus Afghanistan mit leckerer Pasticcenia, einem italienischen Kleingebäck. Der ehemalige Goldschmied war im November 2015 als Neuankömmling in die Rathaus-Turnhalle einquartiert worden. Jetzt lernt er das Handwerk des Konditors. „Ich werde auch auf der Festa Italiana mit meinen Erzeugnissen vertreten sein“, versprach Shafiq. Die Mitglieder des Helferkreises nutzten das Fest, um weitere Ehrenamtliche anzuwerben, die unter anderem für die Hausaufgabenbetreuung dringend gesucht werden. Nähere Informationen unter www.asyl-in-gilching.de. Polly Polster

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