Schwitzen am anderen Ende der Welt

Rund um den Globus: Der Weg der Gilchinger Einradfahrer führte zuletzt bis nach Südkorea

+
Die Weltmeisterschaft in Seoul: Mit dabei waren auch drei Gilchinger Sportler.

Gilching – Gilchings Einradfahrer kommen durch die Welt. Zuletzt führte sie der Weg sogar bis nach Seoul in Südkorea. Dort nämlich traten sie bei der zweijährlich stattfindenden Einrad-Weltmeisterschaft an.

Die 19th Unicycling World Championship/ UNICON 19 war für die drei Gilchinger Melanie und Katalin Reich sowie Philipp Schmid sehr erfolgreich, vordringlich in den athletischen Disziplinen, wie man sie sonst eher aus der Leichtathletik kennt. Am erfolgreichsten dabei: Die Gilchingerin Katalin Reich. Die 18-Jährige hat dreimal den Vizeweltmeistertitel erreicht. Und das unter zum Teil wirklich widrigen Bedingungen. Denn in Seoul herrschten selbst für den August tropische Verhältnisse. „Unser erster Eindruck von Korea war, dass es furchtbar heiß ist und ein sehr feuchtes Klima dort herrscht. Wie soll man hier Sport machen, haben wir uns gefragt“, erzählt die Sportlerin. Auf der Tartanbahn wurden Temperaturen zeitweilig über 50 Grad gemessen, die zehn-Kilometer-Läufe wurden am wärmsten Tag der koreanischen Geschichte mit über 40 Grad ausgetragen.

Bei Temperaturen von 40 Grad und mehr

Umso beachtlicher, dass Katalin Reich hier nur der Weltrekordhalterin unterlegen war und Silber holte. Die gleiche Medaille gab es auch für den Marathon-Lauf – mit nur fünf Sekunden Rückstand auf die Siegerin. Der Wettbewerb wurde immerhin aus Klima-Gründen schon ab 7 Uhr morgens ausgetragen. Silber erstritt Katalin außerdem bei der 100-Kilometer-Staffel gemeinsam mit ihrer Schwester Melanie Reich und zwei Einradlern aus dem Bottroper Verein. Erste wurde hier ein Misch-Team aus Deutschen und Schweizern. Insgesamt waren die Deutschen die Nation, die am viertstärksten bei den Einrad-Weltmeisterschaften vertreten waren, hinter Japan, Südkorea und Taiwan. Sie hatten 110 Starter aufzubieten bei den Wettbewerben, bei denen 1.163 Teilnehmer antraten. Die Asiaten waren in den Kür-Disziplinen im Freestyle allerdings weit überlegen, wo die deutschen Sportler eher im Mittelfeld punkteten. Eigentlich ist das tänzerische Freestyle die Parade-Disziplin der Gilchinger, in der sie auch bei den vergangenen Deutschen Meisterschaften viele respektable Plätze einfuhren, unter anderem auch das Geschwisterpaar Reich, die Deutschen Meister des Jahres 2017. Und Philipp Schmid errang im vergangenen Jahr den Europameistertitel im Herren Freestyle. Umso erstaunlicher, dass es jetzt vor allem die Außen-Sportarten waren, die die Gilchinger besonders mit Medaillen belohnten. Katalin Reich errang eine Bronze-Medaille im Cyclo-Cross-Fahren. Dieser Wettkampf – eine Art Naturhindernis-Rennen für Einradfahrer - bot vor allem aus einem Grund sogar eine gewisse Erleichterung für die Gilchinger Sportlerin und ihre Fans, weil er bei bedecktem Himmel und nur 33 Grad Außentemperatur ausgefochten wurde. Des Weiteren gab es noch Platzierungen in den Altersgruppen – in denen aber traditionell keine Meistertitel vergeben werden. Philipp Schmid wurde zweiter im Weitsprung bei den 15 bis 18-Jährigen mit 2,30 Meter. Melanie Reich holte in der Altersklasse 19 und älter den Dritten im Coasting (ein Wettbewerb, in dem kein Fuß Kontakt zum Reifen oder Pedal haben darf und der Sportler Streckenrekorde erzielen muss), den zweiten Platz im Cross Country, den zweiten Platz im zehn-Kilometer-Rennen wie im Marathon. Ihre jüngere Schwester Katalin startete größtenteils in der Altersgruppe der 15 bis 18-Jährigen und errang den ersten Platz im Coasting, im Cross County sowie im zehn-Kiloemter-Rennen und im Marathon. Im Cyclocross wurde sie Zweite ihrer Altersklasse. Aber nicht allein nur die sportlichen Erfolge bringen die jungen Sportler mit nach Gilching heim. Es sind vor allem auch Eindrücke einer spannenden kontrastreichen Stadt Seoul, die mit 23,5 Millionen Menschen die viertgrößte Metropolregion der Welt ist. „Die Stadt ist wahnsinnig und geprägt von sehr beeindruckenden Gegensätzen: Wolkenkratzer bis 40 Stockwerke, schmale Gassen, alte Paläste, grüne Gärten, traditionelle Märkte“, berichtet Melanie Reich, die wie ihrer Team-Kollegen in Seoul auch einige internationale Freundschaften geschlossen hat. Vielleicht wird man sich in zwei Jahren zur nächsten Weltmeisterschaft wiedersehen.

kb

Auch interessant

Meistgelesen

Finja Lisbeth ist 2018 das 3000. Baby im Klinikum Starnberg 
Finja Lisbeth ist 2018 das 3000. Baby im Klinikum Starnberg 
Starnberg: Motorhaube fängt plötzlich Feuer - 10.000 Euro Schaden
Starnberg: Motorhaube fängt plötzlich Feuer - 10.000 Euro Schaden
Drei Ehrenamtliche aus dem Starnberger Landkreis für jahrzehntelangen Einsatz ausgezeichnet
Drei Ehrenamtliche aus dem Starnberger Landkreis für jahrzehntelangen Einsatz ausgezeichnet
Keine Stille Nacht allein unterm Baum
Keine Stille Nacht allein unterm Baum

Kommentare