Sachliches Niveau gewünscht

Der neue Vorstand der CSU Starnberg: (v.l.) Vorsitzender Josef Jägerhuber, Anton Brunner (Stellvertreter), Gertraud Stretz (neue Schriftführerin), Thomas Beigel (Schatzmeister), Eva John und Stefan Frey (beide Stellvertreter). Foto: Jaksch

Wenig repräsentativ: Im neuen 15-köpfigen Vorstand der CSU Starnberg hat sich der Anteil der Frauen deutlich verringert und Mitglieder der Seniorenunion sind überhaupt nicht mehr dabei. „Leider haben wir nicht das Vertrauen der Starnberger“,kommentierte SEN-Vorstandsmitglied Hans Hruschka den Ausgang der turnusmäßigen Neuwahlen des CSU-Vorstandes.

Die Senioren machten aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl. Schließlich sind sie äußerst engagiert - und stellen zudem die größte Altersgruppe innerhalb der Starnberger CSU. So sind zwei Drittel der insgesamt 241 Mitglieder des Ortsverbandes älter als 50 Jahre. Noch in seinem Rechenschaftsbericht hatte der wiedergewählte CSU-Vorsitzende Josef Jägerhuber an diese Altersstruktur erinnert und fest gestellt: „Das ist eine Chance für uns, die Lebens- und Berufserfahrung der Senioren zu nutzen und diese weiter zu geben“. Allerdings appellierte Jägerhuber, auch Nachwuchs zu gewinnen und die Jugend zu unterstützen. Erhöhen will er generell den Frauenanteil von nur 27 Prozent. Das kommt nicht von ungefähr. Während nämlich der CSU-Ortsverband angesichts der politischen Großwetterlage sinkende Mitgliederzahlen verzeichnen muss, vermelden Seniorenunion ebenso wie die in der Frauenunion engagierten weiblichen CSU-Mitglieder (und die Mittelstands-Union) Zuwächse. Bei der Neuwahl des Vorstandes hat sich dies allerdings nicht niedergeschlagen. Dort sind künftig nur noch drei Frauen vertreten. Im Hinblick auf die politische Arbeit appellierte Jägerhuber „intensiv und sachlich“ zusammen zu arbeiten. „Wir brauchen uns nicht mit uns selbst beschäftigen und bekämpfen und erteilen den ständigen Selbstkritikern eine klare Absage“, so der Starnberger CSU-Chef. „Populismus und Polarisierung werden uns nicht weiterbringen“, betonte Jägerhuber und forderte anstatt politische Fronten zu bilden wieder auf ein sachliches Niveau zurück zu finden. Er versprach, dass sich die CSU weiterhin Themen annehmen würde, die den Bürgern auf den Nägeln brennen. Entscheidungen,die vor längerer Zeit getroffen worden seien,müssten immer wieder auf ihre Aktualität und Sinnhaftigkeit überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden - auch wenn es gegen den Strom gehe. „Wenn Fische gegen den Strom schwimmen,um zu ihrem Laichplatz zu kommen, muss das auch in der Politik möglich sein“, konstatierte Jägerhuber. CSU-Fraktionssprecherin Eva John erklärte in Bezug auf die „teilweise sehr unsachlichen, jedenfalls aber oft persönlichen Angriffe“ von Stadtratskollegen: „Wir haben gemeinsam entschieden, nicht darauf zu reagieren, um Eskalationen nicht zu unterstützen.“ Die CSU konzentriere sich auf die Sacharbeit. In punkto Seeanbindung und Bahnhof See strebe die CSU laut John eine „einvernehmliche Lösung“ mit der Bahn für „Machbares, Sinnvolles und Finanzierbares“ an. Bei der beabsichtigten Erhöhung der Kindergartengebühren, hoffe man noch auf das einsehen von einigen Stadtratsmitgliedern. „Eine Erhöhung der Gebühren um mehr als 200 Euro jährlich bei den höheren Einkommen sowie um fünf bis zehn Prozent bei den geringeren Einkommen ist aus unserer Sicht auf keinen Fall ausgewogen“, erklärte John, warum die CSU so nicht zustimmen könne. Unterstützen wird die CSU auch den Meinungsbildungsprozess, wie die Energieversorgung der Stadt künftig aussehen soll. Außerdem setzen sich die Konservativen dafür ein, dass die einzelnen Ortsteile endlich mit Breitband versorgt werden. In Sachen Standortsuche für den BOS-Funkmasten bekräftigte John, dass die CSU die Petition der Bürger an den Bayerischen Landtag unterstützt. „Wir hoffen auch in Anbetracht der klaren Beschlüsse des Stadtrates auf Einsicht im Innenministerium und eine kommunalfreundliche Lösung“, so John. Bei der anschließenden Wahl wurde CSU-Ortschef Josef Jägerhuber mit 51 Ja-Stimmen (von 58 Stimmberechtigten) wieder gewählt. Ebenfalls in ihrem Amt als Stellvertreter bestätigt wurden Eva John (41 Stimmen), Anton Brunner (50 Stimmen) und Stefan Frey (37 Stimmen). Neu als Schriftführerin ist Gertraud Stretz, die von Peter Specht vorgeschlagen wurde. Sie konnte sich gegen den bisherigen Amtsinhaber Klaus Huber (zugleich Orts-Vorsitzender der Seniorenunion) mit 33:19 Ja-Stimmen durchsetzen. Schatzmeister bleibt Thomas Beigel (54 Ja Stimmen). In den Beirat schaffte es mit der Starnberger FU-Vorsitzenden Katja Fohrmann nur eine Frau (bisher waren dort vier Frauen vertreten). Als weitere Beiräte wurden Gerd Weger, Franz Xaver Hirschbold, Karl Müller, Rudolf Nirschl, Bernd Beigel, Georg Schreiner, Fritz David sowie Anton Sedlmaier gewählt.

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